Kaltenreuth

Mit Karacho über Kaltenreuth gekreiselt

46 Piloten aus ganz Nordbayern ließen ihre Modellflugojekte aufsteigen und im besten Licht glänzen.
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Dierk Schuhmann aus Altenkunstadt mit seinem Hubschrauber "Hughes 500 E" Foto: Stephan Stöckel
Dierk Schuhmann aus Altenkunstadt mit seinem Hubschrauber "Hughes 500 E" Foto: Stephan Stöckel
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Mit Karacho schwirrte ein Düsenjäger über den Kaltenreuther Flugplatz, der eine braungraue Abgaswolke hinter sich herzog. Es war, als würde ein echter Jet über die Hochebene bei Burgkunstadt donnern. Hunderte von Besuchern verfolgten am Sonntag das Spektakel beim Schauflugtag der Segelfluggruppe "Kordigast" Burgkunstadt, das ohne den Höllenlärm einer echten Maschine über die Bühne gegangen war. Das Flugzeug stammte nämlich nicht aus dem Arsenal einer Luftwaffe, sondern befindet sich im Besitz des mehrfahren Weltmeisters im Modellfliegen Wolf Fickenscher aus Neuses am Main.
"Es handelt sich um den Nachbau einer Chengdu J-10, einem einstrahligen, allwetterfähigen Mehrzweckkampfflugzeug der chinesischen Luftstreifkräfte, der über eine Turbine mit 18 Kilogramm Schub verfügt", klärte der Modellflugpilot auf.
Dieser hatte es in sich: Der besondere Antrieb sorgte dafür, dass der Jet im Miniaturformat mit einer Geschwindigkeit von 350 Stundenkilometern durch die Lüfte schwirrte.
Vorsitzender Werner Hahn staunte nicht schlecht, als er einen Blick auf die Teilnehmerliste warf: "Unserer Erwartungen wurden weit übertroffen. Wir hatten mit 25 Piloten gerechnet, aber es kamen 46."
Piloten aus ganz Nordbayern und den angrenzenden Bundesländern zeigten den Besuchern ihr Können und ihre Modelle. Alexander Herrmann aus Forchheim vom Modellflugclub Steinachtal-Prälax aus Sonneberg hat aus Balserholz, Kiefernleisten und dem Kunststoff Styrodur einen Dreidecker nachgebaut, mit dem einst Lothar von Richthofen geflogen war, der als einer der effizientesten Jagdflieger des 1. Weltkrieges gilt. "Er war der Bruder des noch berühmteren "Roten Barons", Manfred von Richthofen. Mit seinen drei übereinander liegenden Tragflächen ist er wendiger als ein Doppeldecker, aber auch langsamer", erzählte der Experte. Mit seinem Gewicht von 23 Kilogramm und einer Flügelspannweite von 3,60 Meter zählt sein Dreidecker zu den Riesen unter den Modellen.
Einen Winzling hingegen steuert Wolfgang Geyer aus Donndorf im Landkreis Bayreuth. Beeindruckend, wie wendig und schnell die kleine Sbach 342 über dem Flugplatz brauste. Zur Freude der Kleinen warfen die Bonbonbommer wieder ihre süße Fracht ab.
Georg Hopf aus Lauf bei Nürnberg mit seinem Propellerflugzeug Extra 230 und Christoph Wichert aus Beikheim im Landkreis Kronach, der eine Propellermaschine Extra 330 fernsteuert, gelang das Kunststück, ihre Flieger kerzengerade in der Luft stehen zu lassen, im Fachjargon torquen genannt. Die Besucher staunten Bauklötze und fragten sich: "Wie machen die das nur?" Der Fachmann Wichert weiß, wie es geht: "Will man ein Modellflugzeug in der Senkrechten durch seinen eigenen Antrieb halten, ohne dass es steigt, dann ist Gegensteuern gefragt. Neigt sich das Modell nach rechts, dann muss man mit dem Seitenruder nach links korrigieren."
Auch die Hubschrauber waren los: Dierk Schuhmann aus Altenkunstadt von der "Modellsportgruppe Phoenix" aus dem Landkreis Lichtenfels ließ die Rotoren seines "Hughes 500 E" drehen. "Das Original aus den USA ist ein Arbeitstier. Damit werden Hochspannungsleitungen kontrolliert", erzählte der Pilot über seinen Nachbau. Auch Wolf Fickenscher stand noch einmal unter Hochspannung: Er ließ einen Hochleistungshubschrauber in die Lüfte steigen, bei dem Moderator Heinz-Dieter Hebelein, besser bekannt als "Hebs", ins Schwärmen geriet: "Mit einer Geschwindigkeit von 260 Stundenkilometern fliegt er zehn Kilometer schneller als der Rettungshubschrauber Christoph."
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