"Meine macht 115 Sachen", sagt Pfadenhauer stolz über seine Vespa. Er und die Ini tiatorin des Vespa-Treffens, die Italienerin Lauretta Loredana, werden sich für Erinnerungsfotos an diesem Tag noch häufiger in den Armen liegen.
Der Burgkunstadter ist beliebt bei seinen Freunden im Bayreuther Vespa-Club und in seiner Clique der Itzgrunder Vespa-Rollerfahrer. Wann wird einem das Alter schon so vital und gut gelaunt vor Augen geführt!

Eine Harley zum 90.


"Zu meinem 90. Geburtstag kaufe ich mir eine Harley Davidson", sagt der unverwüstlich wirkende Senior. Wie er das sagt, klingt es absolut nicht nach einem Scherz. Im vergangenen Jahr folgten 35 Vespa-Fahrer der Region dem erstmaligen Ruf Loredanas. In diesem Jahr waren es schon 60, sagt die italienische Feinkosthändlerin. Ihr Laden in Lichtenfels ist eine Station für die Reisegruppe, die sich zur Weiterfahrt stärkt. Bei 60 Rollern vor der Tür findet auch ein Fachsimpeln statt.
Die beiden ältesten Roller stammen aus den 50er Jahren. So viel Historie hat Pfadenhauers Modell nicht zu bieten. Es ist neuerer Bauart. Seit zwei Jahren hat er seine Vespa, seit zwei Jahren ist er Mitglied im Vespa-Club Bayreuth. Mit diesem Club hat er noch viel vor. "Bis Herbst bin ich ausgebucht", geht der Burgkunstadter gedanklich seinen Terminkalender durch. Es stehen eine ganze Menge Ausflugsfahrten für ihn an. "Mein Arzt sagt: fahren, fahren, fahren!", fügt Pfadenhauer an. Glaubt man ihm, dann gibt es ansonsten wenig zwischen ihm und seinem Arzt zu bereden. Er raucht nicht, er trinkt nicht, er hat einen Zaubertrank: Ein täglich genossener Sud aus Knoblauchzehen und Zitronen hält ihn fit. "Ich fahre im Winter auch, ich habe Kleidung dafür. Wenn ich nicht fahren kann, bin ich krank."
Wer Hans Pfadenhauer reden hört, möchte schon meinen, einen Begeisterten vor sich zu haben. 14 000 Kilometer hat er auf seiner Vespa in den letzten zwei Jahren runtergerissen. Hinzu kommen noch die Fahrten, die er mit seiner 50er Honda über Land und zum Einkaufen unternimmt. Das Besondere am Vespa-Gefühl ist für ihn "das Romantische, wenn man durch Täler fährt; wir haben eine schöne Gegend", befindet er und fügt an: "Das Leben gehört genossen!" Die letzte größere Tour führte ihn von Burgkunstadt nach Bayreuth, weiter nach Bad Berneck, hin nach Bischofsgrün, weiter an den Weißenstädter See, wieder weiter nach Wunsiedel, tiefer ins Fichtelgebirge und wieder zurück. Diese Tour liegt fünf Tage zurück. Vatertagstour. Die Gemeinschaft mit anderen Fahrern, das gesellige Erleben also, schätzt Pfadenhauer besonders. Dass er seine Termine einhält, hat auch mit seinem Smartphone zu tun. So ausgestattet, beantwortet er E-Mails, kann disponieren, ist überhaupt auf der Höhe der Zeit. Vor allem aktuelle Bundesliga-Spielstände seines geliebten FC Bayern kann er so abrufen.
Bei aller Technik aber vertraut er auch herkömmlichen Rezepten. "Ich habe von Lourdes und Vierzehnheiligen Bilder dabei. Da schwör' ich drauf", sagt der Mann, der seinen Sitzplatz auf seiner 125er Vespa einem Sitzplatz im Wirtshaus vorzieht. Gut eineinhalb Stunden lang machte der Tross der Rollerfahrer aus Bayreuth und Kaltenbrunn (Itzgrund) Halt bei Lauretta Loredana. Dann ging es wieder auf die Sättel, auf die Straße und gemeinsam in Richtung Ortsausgang. "Er ist unser Maskottchen", sagt Andrea Jahn von der Gruppe der Vespa-Fahrer aus Kaltenbrunn. Gemeint ist damit "Vespi-Hans", so der E-Mail-Name von Pfadenhauer.