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Kirchweih

Michelauer Kirchweih: Dirndl, Donner und Durstlöschzug

Die Michelauer sind mal wieder in Feierlaune. Doch beim Auftakt war manches ganz anders.
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Die Dirndl-Mode dominierte beim Kirchweihauftakt.  Fotos: Klaus Gagel
Die Dirndl-Mode dominierte beim Kirchweihauftakt. Fotos: Klaus Gagel
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Einen feucht-fröhlichen Auftakt erlebte die 101. Michelauer Kirchweih auf dem Anger. Der Bieranstich durch Bürgermeister Helmut Fischer war gleichsam ein Omen für die folgenden etwas feuchten Festtage. Auch sonst war einiges anders als in den Vorjahren.
Mit Erstaunen registrierten etliche Kirchweihbesucher den hohen Zaun rings ums Festgelände. Doch der war weniger aufgrund einer realen Terrorgefahr anbracht worden, sondern vielmehr um unliebsame Besucher bei den zahlreichen Musikevents abzuhalten. Vor allem im Vorfeld der Long-Rock-Night wurde von den Sicherheitskräften streng kontrolliert. Zudem hatte der Veranstalter dazu aufgefordert, nicht mit Rücksäcken und Taschen auf dem Kirchweihgelände zu erscheinen.


Für Gesprächsstoff war gesorgt

Auch die Tatsache, dass die Kirchweih zwölf Tage und damit deutlich länger als in den Vorjahren dauern sollte sorgte immer
wieder für Gesprächsstoff. Doch zunächst war alles wie immer. Ab 17 Uhr traf man sich am Freitag am Zolltorplatz hinter dem Rathaus. Die Islinger Musikanten spielten auf und Bürgermeister Helmut Fischer begrüßte die Ehrengäste. Man ließ sich das Freibier vom Durstlöschzug schmecken und pünktlich um 18 Uhr setzte sich der fahnengeschmückte Zug aus Prominenz, Gemeindevertretern und Vereinsmitglieder in Richtung Anger in Bewegung. Eingereiht hatte sich auch der Festwirt Hans-Jürgen Schug in seiner Doppelfunktion als Veranstalter und als amtierender Schützenkönig der Michelauer Gesell-schaft. Unter Trommelwirbel und ohrenbetäubenden Salutschüssen der Böllerschützen wurde Einzug gehalten und nach einem Dank an die Festwirtsfamilien schritt Bürgermeister Fischer zur Tat.


Kurzer Schaumregen

Wie gewohnt wuchtete er den Hahn in den Bauch des Fasses. In den Jahren zuvor war dies, abgesehen vom Kraftakt des Bürgermeisters, ein recht unspektakuläres Ereignis. Doch diesmal spielte die Dichtung nicht mit. Ein kurzer Schaumregen ließ die Umstehenden blitzschnell zurücktreten und sorgte für Heiterkeit.
Der Biergarten war gut gefüllt. Die Islinger griffen voll in ihre Musikkiste und erfreuten zunächst mit volkstümlicher Musik. "Drei weißen Birken" ließen fast schon Schunkelstimmung aufkommen, doch die dunklen Wolken im Westen verhießen nichts Gutes. Das Alternativprogramm gab's derweil mit Goller und Götz im Hof des Gasthofs "Goldene Krone". Die "wunderbaren weichen Stimmen" (O-Ton einer Besucherin) verzauberten nicht nur die Damenwelt, zumal die beiden Voll-profis zahlreiche eingängige Oldies in ihrem Repertoire hatten. Noch während sie die Gäste Rinderbrust und Schäuferla schmecken ließen, fielen die ersten dicken Tropfen. In kürzester Zeit hatte sich das Ganze zu einem heftigen Landregen ausge-wachsen und fluchtartig leerten sich die Tische auf dem Festgelände. Wer konnte, suchte Schutz im kleinen Zelt, rettete sich in die Gaststube oder gar nach Hause.
Der Einbruch war perfekt. Was nützte es da, dass die Musiker weiterhin kräftig aufspielten und für 23 Uhr das große Brillantfeuerwerk angesetzt war. Nur einige Hartgesottene trotzten der hohen Luftfeuchtigkeit. Es gab sogar an den Tischen und Bänken stehende Ovationen, doch diese kleinen Inseln der Glückseligkeit konnten nicht über die zahlreichen leeren Ti-sche ringsum hinwegtäuschen. Echt schade, denn das Feuerwerk war eine wahre Augenweite. Über 800 Raketen jagten die beiden Pyrotechniker in den nachtschwarzen Himmel. Es krachte und zischte. Funkensprühende Sterne ergossen sich über die Mainwiesen, wie Spiralnebel drehten andere Leuchtkörper ihre Pirouetten und Funkenfontänen öffneten sich wie ein bunter Blumenstrauß.
Voll auf die Jugend und alle Junggebliebenen hatte die Festwirtsfamilie am Samstag mit dem Long-Night-Festival gesetzt. Im Gegensatz zu den Vor-jahren, als Hard-Rock und Heavy Metal auf die Besucher einhämmerten und diese zu wahren Veitstänzen vor der Bühne animierten, war es diesmal eine recht "gesittete" Veranstaltung. AC/DX legte sich auf der Bühne zwar mächtig ins Zeug, um ihrem großen Vorbild der australischen Hard-Rock-Band AC/DC gerecht zu werden. Sogar eine kleine Feuershow fehlte nicht auf der Bühne. "Back in Black", "Ballbreaker", "Let there Be Rock" wurden so wieder lebendig.
Der Kirchweihsonntag stand am Vormittag ganz im Zeichen der Kirchenweihe, und am Nachmittag kamen die Kinder zu ihrem Recht (Bericht folgt in der morgigen Ausgabe). Der Kirchweihmontag ist traditionell der Tag der Vereine und Stammtische. Partyfieber wird die Gäste unterhalten. Festbetrieb gibt es wie an den kommenden Tagen ab 17 Uhr im Biergarten und auf dem Festgelände. Die Michelauer Kirch-weih ist noch lange nicht beendet.

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