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Marktzeuln
Jubiläum

Marktzeulns Pfarrer Wolfgang Scherbel: ein halbes Jahrhundert "einer von uns"

Pfarrer im Ruhestand Wolfgang Scherbel feierte in Marktzeuln den 50. Jahrestag der Priesterweihe. Monsignore Rüdiger Zeulner, der vor 20 Jahren ein Praktikum bei ihm ableistete, würdigte einen Seelsorger, der "Stallgeruch" angenommen habe.
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Ministranten überreichen Pfarrer Scherbel ein Geschenk.
Ministranten überreichen Pfarrer Scherbel ein Geschenk.
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Mit einem großen Fest feierte am Sonntag die katholische Kirchengemeinde Marktzeuln den 50. Jahrestag der Priesterweihe von Pfarrer i.R. und Geistlicher Rat Wolfgang Scherbel. 42 Jahre wirkte der Geistliche in Marktzeuln und erfreut sich hier großer Beliebtheit.
Ministranten, Vertreter des Kirchengemeinderats und der Kirchenverwaltung, befreundete Amtsbrüder, Gemeinderäte mit Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech und Landrat Christian Meißner gratulierten einem Kirchenmann der Menschen wahrnimmt, seine Fragen versteht, ihm auf Augenhöhe begegnet und ihm dann aus der Glaubenserfahrung heraus eine Antwort anbietet und nicht überstülpt.

Missionarisches Anliegen

Diesem missionarisches Anliegen, der Auftrag, den Jesus seinen Jüngern gab, wird der emeritierte Pfarrer auch heute noch gerecht.
Die Feierlichkeiten begannen mit einer Kirchenparade vom Jugendheim über die Hauptstraße zur St. Michael-Kirche. Der Festgottesdienst mit der Feier der Eucharistie wurde vom Musikverein Marktzeuln begleitet. Die Festpredigt hielt Monsignore Rüdiger Feulner aus Brüssel. Der gebürtige Enchenreuther war 1995 Diakonenpraktikant bei Pfarrer Scherbel und ist ihm seitdem freundschaftlich verbunden. Wer eine geschliffene theologische Ansprache erwartet hatte, sah sich sich getäuscht. Feulner skizzierte mit schlichten, aber kraftvollen Worten den Lebensweg des Jubilars.

Nie Funktionär gewesen

Er sprach die Gründonnerstags predigt von Franziskus 2013 nach seiner Wahl zum Papst an, in der er die katholische Kirche an ihre soziale Verantwortung erinnert. Er kritisierte die Selbstbezogenheit der Kirche und warnte vor Ichbezogenheit. Der Papst-Appell an die Priester: "Seid keine Funktionäre!" Genau diesen Appell habe Pfarrer Scherbel stets beachtet. Er verkünde nicht nur die Botschaft, sondern mache sie erfahrbar. Er verstehe es, sich auf Menschen und ihre Fragen auf Augenhöhe einzulassen, sie ernst zu nehmen - ihnen aber auch gleichzeitig eine Verstehenshilfe anzubieten. Auch wenn er über viele Jahre hinweg das Pfarramt geleitet habe, blieb er stets bescheiden und zurückhaltend. Immer mit einem Ausdruck der Zuversicht und der Ermutigung habe er anderen Raum gelassen, Mitverantwortung ermöglicht und das immer mit einem hintergründigen Humor. Pfarrer Scherbel habe nie den Geruch von Amtsstuben, Akten und Papier angenommen, sondern den "Stallgeruch" seiner Gemeinde. Er stehe seiner Gemeinde so nahe wie möglich und sei einer der Ihren geworden. Er habe sich um die Kinder gekümmert, den Frauenbund ins Leben gerufen und die Senioren betreut. "Er ist da, er ist immer da und ein großes Vorbild seiner Mitbrüder", sagte Feulner.
Erneut zitierte er Papst Franziskus, als er in seiner Weihnachtsbotschaft 2014 die Kurie seiner Kirche scharf kritisierte. Spirituell und geistig abzustumpfen sei gefährlich. Durch "spirituelles Alzheimer" könne menschliche Empfindsamkeit verloren gehen. Genau das verhindere Pfarrer Scherbel erfolgreich und er fügte hinzu: "Er leidet bestimmt nicht an der Krankheit geistlicher Alzheimer."
Im Jugendheim fand anschließend der Empfang statt. Pfarrer Scherbel wurde mit Glückwünschen und Geschenken überhäuft. Gemeindepfarrer für Marktzeuln, Hochstadt und Schwürbitz, Diter Glaeser, war beeindruckt: "Es ist schön, Pfarrer zu sein." Pfarrer Scherbel sei ein Geschenk Gottes. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Helmut Kießling machte deutlich: "In den 42 Jahren ist er einer von uns geworden." Kirchenpfleger Hubert Gehrlich pflichtete dem bei: "Er lebt mit uns."
Die Marktzuelner Ministranten erfreuten den Jubilar mit einem Geschenk. Der evangelische Pfarrer aus Michelau überreichte ein durchscheinendes Kreuz und die Frauenbundvorsitzende Elvira Zech bestätigte, dass der Pfarrer immer ein offenes Ohr für die Belange des Frauenbundes habe. Petra Niechziol, Zweite Bürgermeisterin, gratuliert auch im Namen der Vereine. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech würdigte die vielfältige Arbeit des Ehrenbürgers, bekräftigte die stets gute Zusammenarbeit und überreichte ein Foto vom sanierten Rathaus. Mit dem Flößerlied, das Pfarrer Scherbel anstimmte endete die Feier im Jugendheim.
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