Bad Staffelstein
Jubiläum

Locker 1000 Auftritte in 50 Jahren

Der Posaunenchor der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Staffelstein-Herreth feierte am Pfingstmontag sein 50-jähriges Bestehen.
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In der Herrether Festhalle wurde das Jubiläum gefeiert - wie es sich für einen Posaunenchohr gehört mit viel Musik. Foto: Markus Häggberg
In der Herrether Festhalle wurde das Jubiläum gefeiert - wie es sich für einen Posaunenchohr gehört mit viel Musik. Foto: Markus Häggberg
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Klaus Schneider versagt die Stimme. Jetzt, nach 40 Jahren Leitung steht er auf der Bühne und reicht den Dirigentenstab weiter. Das war's für ihn und den Posaunenchor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinden Bad Staffelstein/Herreth, jetzt sind andere dran.

Heinz Marschall sitzt nach dem zum Jubiläums-Festakt gehörigen Gottesdienstes in Gesellschaft am hinteren Eck des Festsaals, jenem geschmückten großen Schober der Ortsmitte. Kurz vorher war Marschall noch auf der Bühne und blies Tenorhorn. Er kann weit zurückblicken, ein Mann der ersten Stunde oder besser gesagt: Teenager der ersten Stunde. Ein solcher war der heute 64-Jährige nämlich, als er dem Chor beitrat.

Warum ein Posaunenchor nun ausgerechnet Posaunenchor heißt, obwohl doch auch Trompeten oder eine Tuba mitspielen, weiß er nicht.
Das konnte wenig vorher auch Bad Staffelsteins Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU) in seinen Grußworten auch nicht erklären. Aber so ein Posaunenchor war "damals was ganz Neues, das war ja unbekannt in Staffelstein", erklärt Marschall. Die, die sich damals von der Idee anstecken ließen, waren altersmäßig so um die Konfirmation.

Dann muss Marschall lächeln, denn 1000 erscheint ihm die ausreichende Zahl auf die Frage, wie viele Auftritte und Ständchen der Chor in den fünf Dekaden wohl hingelegt hat. Und kurz danach kommt etwas Wehmut auf. "Wir haben auch schon paar Verstorbene - das ist nicht schön", sagt Marschall und berichtet, dass der Chor vor dem Einzug in den Festsaal den Verstorbenen auf dem Friedhof ein Ständchen gespielt habe.

Klaus Schneider hat sich gefasst. Nach all den Danksagungen an diesem Tag, dem Besuch durch einen Gesandten des Landesposaunenrats und den Grußworten lokaler Größen recken sich ihm Hände entgegen, die er zur Begrüßung oder zum Abschied schütteln muss. Er hat Verständnis, wenn man nach Anekdotischem der vergangenen 50 Jahre fragt. In der Festschrift erzählt er sogar selbst eine Geschichte, die das Leben schrieb. So soll der Posaunenchor einer Frau im Dorf immer zum Geburtstag aufgespielt haben - bis zu ihrem Tod.

Der Maschinenbauingenieur erinnert daran, dass der einstige Staffelsteiner Pfarrer Franz Fritz den Chor gründen wollte, aber nicht wusste, wer Chorleiter sein könnte. Aus dem Chorverband Nürnberg habe man ihn auf einen Pfarrerskollegen hingewiesen - im benachbarten Herreth. Zufall oder Fügung? Auch Florian Schuster kann von solchem Dingen erzählen. Er selbst, ausgebildeter Chorleiter und Zuzügler nach Lichtenfels, habe im Internet nach einem Posaunenchor in Lichtenfels gesucht. Kein Eintrag. Also entschied er sich für den Herrether - und erfuhr später, dass es doch einen Lichtenfelser Chor gebe. "Aber da war es schon zu spät", so der 29-Jährige lächelnd.

Warum ein Posaunenchor Posaunenchor heißt, kann aber auch er nicht erklären. Rührende Geschichten, kuriose Zufälle und Begebenheiten - wer in dem Chor nach derlei sucht, wird fündig.

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