Lichtenfels
Sonnentage

Lob den Pionieren der Energiewende

Die 16. Auflage der Lichtenfelser Sonnentage durfte sich in diesem Jahr nicht nur über einen Ausstellerrekord freuen, sondern auch über strahlenden Sonnenschein und einen prominenten Gast zur Ausstellungseröffnung. Der Bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sprach von Lichtenfels als den Pionieren der Energiewende.
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Hingucker an diesen Samstag ist eindeutig der Roadster von Tesla Motors. Fotos: Gerda Völk
Hingucker an diesen Samstag ist eindeutig der Roadster von Tesla Motors. Fotos: Gerda Völk
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"Über ein Jahrzehnt, bevor die Politik die Energiewende beschlossen hatte, waren die Lichtenfelser schon längst mittendrin im Thema", würdigte Zeil. Die Energiewende könne nicht auf Gipfeln im Kanzleramt oder in Ministerien bewerkstelligt werden, sondern letztlich nur vor Ort gelingen. Und dazu gehöre es, die Bürger mitzunehmen. Einem dieser "Pioniere" schüttelte der Bayerische Wirtschaftsminister anschließend die Hand. Hendrik Schmitt, Schüler der Pater-Lunkenbein-Schule in Ebensfeld, hat beim Energieförderpreis des Landkreises mit seinem Modell eines Blockheizkraftwerks einen der vorderen Plätze belegt. "Mir hat noch nie ein Minister die Hand geschüttelt", sagt der Zwölfjährige sichtlich beeindruckt. Vom Landkreis Lichtenfels als Motor der Energiewende sprach Landrat Christian Meißner (CSU) und verwies auf schon umgesetzte Projekte wie die Photovoltaikanlagen auf dem Kreisbauhof und den Schulgebäuden. Er betonte auch, dass im letzten Jahr rund 17 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im Landkreis von Photovoltaikanlagen produziert wurde.
Heuer waren es 50 Aussteller, die am Samstag auf dem Gelände des Landratsamtes ihre Ideen zur alternativen Energiegewinnung, ihre Produkte und Dienstleistungen vorstellten. Darunter Anbieter neuester Heizungstechnologien, Autohäuser mit Elektromobilen, Hersteller von Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerken und innovativer Photovoltaik-Module. Rund die Hälfte der Aussteller kam, wie schon in den Vorjahren, aus dem Landkreis Lichtenfels, was belegt, dass die Lichtenfelser Sonnentage eine Messe aus der Region für die Region sind. Seit dem Start dabei ist die Firma Limmer & Söllner aus Altenkunstadt. Was ist der Unterschied gegenüber damals zu heute? "In den ersten Jahren kam mehr Publikum, das sich nur einmal umschauen wollte. Heute sind es mehr Leute, die sich für das Thema wirklich interessieren", berichtet Walter Limmer. Ein weiterer Vorteil sei es, dass im Laufe der Jahre auch Netzwerke zwischen Herstellern, Lieferanten und ortsansässigen Firmen entstanden. Das Unternehmen für Sanitär- und Heizungstechnik ist von Anbietern seiner Branche nahezu umzingelt. Unweit von Limmer steigt eine Rauchwolke empor. Verursacher sind die, die immer wieder einen Blick in den Pelletgrill werfen wollen. "Dann meint der Grill, er muss weitere Pellets dazu geben", klärt Michael Werner von Solarfocus auf. Zum Grillen eignen sich nur bestimmte Holzsorten, wie Kirsche, Ahorn oder Nuss. Einen breiten Raum im Ausstellungsgeschehen nahm die Elektromobilität ein. Bislang sind auf den Straßen des Landkreises zwölf Elektromobile unterwegs. Hingucker an diesen Samstag ist eindeutig der Roadster von Tesla Motors, der - obwohl in der Auflage limitiert und richtig teuer - gleich zweimal vertreten ist. "Es macht Spaß, mit dem Auto zu fahren", erklärt Martin Greil aus dem Landkreis Erlangen auf Nachfrage. Die Energie zum Fahrspaß liefert seine heimische Solaranlage auf dem Dach, die in den rund 7000 Lithium-Ionen-Akkus, wie sie auch in Notebooks zu finden sind, gespeichert wird. Der Zweisitzer ist in weniger als vier Sekunden von null auf Tempo 100. "Das allerdings kostet viel Strom", sagt Greil. Um die Reichweite von rund 300 Kilometer auszunutzen, fährt er allerdings lieber ein gemäßigteres Tempo. Liegengeblieben mangels Strom ist der Roadster-Fahrer noch nie, dafür sorgen ein ausgefeiltes Frühwarnsystem und eine Reserve.
Neben der Sonne heizte auch die Trommelgruppe "Feuer und Flamme" der Tagesstätte St. Anna des Heilpädagogischen Zentrums der Caritas den Besuchern kräftig ein.
Rund eintausend Besucher dürften es auch in diesem Jahr gewesen sein, die sich an den Sonnentagen über alternative Energiekonzepte informierten.


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