Lichtenfels
Auszeichnung

Lichtenfelser Komponist gewinnt Baur-Preis

Der Lichtenfelser Komponist Horst Lohse ist einer der Gewinner des Friedrich-Baur-Preises. Das Publikum bekam eine Kostprobe seiner Märchenoper "Sabelita" zu hören. Preisträger sind außerdem das Forum für Angewandte Kunst Nürnberg, Schriftsteller Benno Hurt, das Stadttheater Fürth und Uwe Brandner.
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Kostprobe seines Schaffens: Monika Teepe (rechts, Gesang) und Lorenz Trottmann (Klavier) präsentierten einen Ausschnitt  aus der Märchenoper "Sabelita" des Preisträgers Horst Lohse . Fotos: Gerda Völk
Kostprobe seines Schaffens: Monika Teepe (rechts, Gesang) und Lorenz Trottmann (Klavier) präsentierten einen Ausschnitt aus der Märchenoper "Sabelita" des Preisträgers Horst Lohse . Fotos: Gerda Völk
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Die Bayerische Akademie der Schönen Künste München und die Friedrich-Baur-Stiftung haben an fünf Künstler und Institutionen aus dem nordbayerischen Raum den Friedrich-Baur-Preis vergeben. Die Auszeichnung fand am Samstag im Lichtenfelser Stadtschloss statt. Damit wurde der seit 1990 verliehene Preis bereits zum dritten Mal in Lichtenfels verliehen. "Wenn man spürt, dass mehr als ein freundliches Grüß Gott vorhanden ist, kommt man gerne wieder", sagte Georg Freiherr von Waldenfels, Vorsitzender Kurator der Friedrich-Baur-Stiftung.

Waldenfels ging auf die Bedeutung des Baur-Versands für die Region und den Erhalt der Arbeitsplätze ein. Man werde alles dafür tun, das Baur auch weiterhin sein Gesicht behält und nicht im Otto-Konzern untergeht. Anfang nächsten Jahres fänden die entscheidenden Gespräche statt.

Bürgermeisterin Bianca Fischer sprach von einer besonderen Ehre, dass die Veranstaltung bereits zum dritten Mal in Lichtenfels stattfand. Damit reihe sich Lichtenfels in Städte wie München, Bayreuth, Würzburg, oder Ansbach ein.

Das Forum für Angewandte Kunst Nürnberg ist der diesjährige Preisträger im Bereich Bildende Kunst. Der gemeinnützige Verein vertritt freischaffende Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker der Bereiche Schmuck, Gerät und Glas. Petra Krutisch, Kuratorin am Germanischen Nationalmuseum, weist in ihrer Laudatio besonders auf die regelmäßig im November stattfindenden geöffneten Werkstätten hin. Mittlerweile nutzen viele Besucher die Möglichkeit, Kunsthandwerk und kleine Kostbarkeiten zu entdecken.

Der bei Regensburg lebende Schriftsteller Benno Hurt erhält den Preis in der Kategorie Literatur. In den sechziger Jahren veröffentlichte er Lyrik, Prosa und Essays, schlug dann jedoch die Richter-Laufbahn ein. Benno Hurt und sein Laudator Heribert Prantl von der Süddeutschen Zeitung kennen sich aus einer früheren Zeit als Richter und Staatsanwalt. "Beno Hurt war ein guter Richter, der in den Gesichtern der Menschen genauso viel lesen konnte wie in den Akten", schreibt Prantl. Da er nicht persönlich anwesend sein kann, liest der Präsident der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Dieter Borchmeyer, die Laudatio vor. Darin beschreibt Prantl den Geehrten als einen Schriftsteller, der in seinen Büchern präzis beobachtete Familien- und Gesellschaftsgeschichten zu Papier bringt. In seinen Romanen erzähle Hurt das Schicksal seiner Helden oft über einen längeren Zeitraum hinweg. Sie verkörperten "absichtslos" deutsche Geschichte.

In der Rubrik Musik wird der aus Kulmbach stammende Komponist Horst Lohse, Mitbegründer des Vereins "Neue Musik in Bamberg e.V" und der "Tage der Neuen Musik in Bamberg" ausgezeichnet. Horst Lohse, Jahrgang 1943, hat gute Erinnerungen an die Korbstadt. Gegen Ende seiner Schullaufbahn musste er als werdender Vater die Schule verlassen, erfährt das Auditorium. "In Lichtenfels habe ich Zuflucht gefunden. Hier habe ich wunderbare Lehrer gefunden." Ihnen gilt sein Dank. "Lohses musikalisches Schaffen umfasst alle Gattungen", würdigt der Dramaturg Michael Herrschel. Um neues musikalisches Terrain zu erkunden, nehme Lohse auch manche Umwege in Kauf. Das Publikum im Stadtschloss bekommt eine Kostprobe aus Lohses jüngster, sich im Entstehungsprozess befindenden Märchenoper "Sabelita" zu hören.

Im Bereich Darstellende Kunst wird das Stadttheater Fürth, ein traditionsreiches Haus mit einer über 100-jährigen Geschichte ausgezeichnet. "In Fürth verschanzt man sich nicht hinter seiner Prachtfassade, sondern geht in die Stadt hinein", würdigt der Fürther Autor Bernd Noack. Fürth sei ein sozialkritisches Theater, das auch aktuelle und sozialpolitische Themen aufgreife. Intendant ist Werner Müller.

Uwe Brandner erhält den Baur-Preis in der neu gegründeten Abteilung Film- und Medienkunst. Brandner ist Musiker, Schriftsteller, Filmemacher, Drehbuchautor, Produzent und Gründungsmitglied des Filmverlags der Autoren. Laudator Michael Krüger geht auf die Anfangsjahre des Filmschaffenden ein. Eine Zeit, in der gegenseitige Hilfe das Programm war. Eine Zeit, in der oft viel Fantasie, aber wenig Geld vorhanden war. Vielleicht war das mit ein Grund, weshalb in der Hochzeit des neuen deutschen Films so viele Laiendarsteller zum Zuge kamen.

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