Lichtenfels
Bürgerversammlung

Lichtenfelser Breitband kommt in Bälde

Friede, Freude und und ein kleiner Ärger prägten die Zusammenkunft im Lichtenfelser Stadtschloss.
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Peter Dauth wollte in der Bürgerversammlung wissen, ob das neue Bahnhofsklo kameraüberwacht sein wird.  Foto: Markus Häggberg
Peter Dauth wollte in der Bürgerversammlung wissen, ob das neue Bahnhofsklo kameraüberwacht sein wird. Foto: Markus Häggberg
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Eine Bürgerversammlung ist eigentlich der Gipfel der Demokratie; ein Ort, an der die Basis zu Wort kommt. Am Donnerstagabend fand eine im Stadtschloss statt. Oder auch nicht. Denn zieht man den Bürgermeister, seine Vertreter, die Stadträte und auskunftspflichtigen Mitarbeiter des Rathauses ab, wer blieb dann noch? Wohl höchstens 15 Lichtenfelser, von denen nur vier eine Frage oder Anregung von zumeist geringer Relevanz hatten. Glückliches Lichtenfels.
"Mein Lichtenfels" heißt eine Facebook-Seite, die verspricht, dass man sich auf ihr zu Unliebsamem auskotzen könne. Es gibt Menschen, die das auch tun. Aber die waren auch nicht anwesend. So wurde es ein Abend, an dem Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) den allgemeinen Bericht vortrug und die Telekom zum Breitbandausbau im gesamten Stadtgebiet warb.

Von der Vollsperrung der Köstener Straße über die Hochwasserfreilegung in Klosterlangheim bis hin zum Ausblick auf ein geglücktes Schranken-Kassen-System der innerstädtischen Parkhäuser, gab Hügerich in 24 Punkten Auskunft über das Geschehen 2015 aus städtischer Verwaltungssicht. Vielleicht liegt es an dem oft beschworenen Miteinander, vielleicht auch an der Plausibilität, mit der Hügerich argumentierte, dass allgemeines Verständnis herrschte. Und Erfolge sind ja auch da, wie die Änderung zweier Bebauungspläne in Oberwallenstadt zeigt, durch die mit einer Erweiterung eines Bebauungsplans in Roth 26 neue Bauparzellen geschaffen werden konnten. Auch ein Gewerbegebiet erfuhr Erweiterung. Verständnis suchte Hügerich für die Verlängerung der Vollsperrung der Köstener Straße, die ursprünglich am 27. November dieses Jahres geöffnet werden sollte. Aber es gebe Mehrleistungen, welche die Baufirma zu erbringen habe, die im ursprünglichen Bauablauf nicht vorgesehen waren, wie z. B. Kabelarbeiten von Telekom und Bayernwerk. "Da wurden alte Kabel gefunden und weil das Loch schon offen war, macht man das halt gleich mit", so Hügerich salopp und verständlich zu dem, wozu er sich habe überzeugen lassen müssen.


Schranken-Kassen-System

Zu den Dingen, die der Stadt sonst noch bevorstehen, gehört auch die Arbeit am Kanalnetz in Lahm im Trennsystem mit Pumpwerk und Kläranlage, Gesamtkosten rund 1,45 Millionen Euro. Baubeginn Ende November, Ende wohl September 2016. Das Jahr, in dem auch auf Wunsch von Handel und Gewerbe in beiden Parkhäusern ein Schranken-Kassen-System für 130 000 Euro eingeführt wird, damit die Parkzeit vom Kunden nicht im Voraus bezahlt werden muss. Doch Hügerich wies auch darauf hin, dass nicht alle Maßnahmen des durch Steuermehreinnahmen auf 16,8 Millionen Euro gestiegenen Vermögenshaushalts vollständig umgesetzt werden können. Keine finanzielle Auswirkung auf die Stadt habe derzeit der Flüchtlingszustrom. Der aber, so der junge Bürgermeister, würde bei Städten und Gemeinden in den kommenden Jahren zu nicht vorhersehbaren Belastungen führen.
Dann, nach einer kurzen Fragerunde ins Publikum, gehörte das Podium Marion Thüngen und Klaus Markert von der Deutschen Telekom Technik GmbH. Sie rüsteten die Anwesenden mit Einblicken in die mediale Zukunft und in das, was Breitband in Bälde verstärkt zu leisten haben wird. Elektronische Endgeräte wie Fernseher werden Apps beinhalten und der Datenhunger steigen. Somit liegt auch dem Vorwahlgebiet 09571 u. a. ein Einziehen von über 25 Kabelkilometern in Rohrsysteme bevor. Markert erklärte zudem, dass Menschen, die abseits vom Schuss in Aussiedlerhöfen oder Weilern wohnen, aus Sicht der Telekom mit weniger Breitbandleistung zu rechnen haben, aber doch auch auf Leistungsfähigkeit vertrauen dürften. Als Ansprechpartner hierzu verwies er auf Günther Lorenz vom Sachgebiet Bauverwaltung im Rathaus.
Am Ende wollte die Stadt wissen, wie man die Veranstaltung fand, auf welche Medien der Bürger zur Informationsgewinnung seitens der Stadt setze und welche Anregungen es gebe. Plakate dazu hingen an den Wänden. Ein paar Striche fanden sich, aber sie standen nun mal in Relation zur Anzahl der Besucher. Und eines blieb komplett leer.
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