Lichtenfels
Theater

Lichtenfels soll eine neue Laien-Theatergruppe bekommen

Eine Frau und ein Mann wollen eine Laienschauspielgruppe in der Stadt gründen. Dafür suchen sie viele, die mitmachen - nicht nur als Akteure auf der Bühne, sondern auch dahinter oder darunter.
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Neckisch: Frank Ziegler und Daniela Günther werfen sich gekonnt in Positur. Sie wollen Spaß und diesen in der LiLa auch teilen.  Fotos: Markus Häggberg
Neckisch: Frank Ziegler und Daniela Günther werfen sich gekonnt in Positur. Sie wollen Spaß und diesen in der LiLa auch teilen. Fotos: Markus Häggberg
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Frank Ziegler und Daniela Günther meinen es ernst: Lichtenfels braucht mehr Theater. Eine Lichtenfelser Laienschauspielgruppe, LiLa abgekürzt, soll das ermöglichen. Das haben die beiden Lichtenfelser vor, darum haben sie sich für den kommenden 11. Oktober ab 15 Uhr Zeit genommen. Sie erwarten Interessenten. Möglichst viele. Ein Gedanke und seine Vorgeschichte.

Kommunalwahlkampf 2014 in Lichtenfels, Vorfeld der Bürgermeisterwahl: Die Fronten sind geklärt. Aber nicht verhärtet. Darum entspinnt sich zwischen der sich für die Freien Wähler engagierenden Daniela Günther und dem die SPD unterstützenden Frank Ziegler ein Plausch über Parteigrenzen hinweg. Auf dem Säumarkt stehen ihre Info-Stände beinahe in Nachbarschaft zueinander, das ermöglicht das Gespräch.


Ein gemeinsames Hobby

Bald stellen die beiden Lichtenfelser ein gemeinsames Hobby fest. Und dass sie beide etwas vermissen: "Eine Laienschauspielgruppe", sagt Daniela Günther. Beruflich hat die 32-Jährige bei der Förderung von Online-Lehrveranstaltungen mit Zahlen zu tun, privat möchte sie mit dem Darstellen von Gefühlen und Geschichten zu tun bekommen. Mal wieder, denn schon einmal war die seit sieben Jahren in der Kreisstadt lebende Frau Ensemble-Mitglied einer Laien-Schauspieltruppe.

Bei Frank Ziegler verhält es sich anders, denn der Mann hat für Schauspiel schon Geld bekommen, dafür gelebt und auch davon. 15 Jahre an einem Staatstheater, neun Jahre Bayerische Staatsoper. Und doch, so sagt er, ziehe es ihn ins Ehrenamt, ins Laienspiel. Und er weiß, was für eine LiLa vonnöten wäre. "Wir brauchen auch Techniker, Beleuchter, Kostümbildner." Seine Mitstreiterin ergänzt: "Souffleure, Maske, Fundus..."

Wer mindestens 16 Jahre alt ist, kann mit ins Ensemble

16 Lenze sollte ein Ensemblemitglied mindestens erlebt haben, damit es mitspielen darf. Dann aber gibt es keine Altersbeschränkungen mehr. Wer will und fit ist, kann auch "bis 100 mitmachen", sagt Daniela Günther.
Bevor sie mit der Idee eines Laienspiels an die Öffentlichkeit zu gehen gedachte, habe sie erst im Bekanntenkreis vorgefühlt und sich umgehört. "Das Interesse war groß, aber nicht in die Richtung, ja, das bräuchte Lichtenfels mal, sondern eher in die Richtung, da mache ich mit!" Kein Vielleicht, sondern ein Bestimmt.
Ein erstes Ziel ist schon ausgegeben: Nächstes Jahr im Herbst. Dann soll das erste Werk auf die Bühne kommen. Ein Boulevardstück jedenfalls. Aber auf welche Bühne? Wo wird die stehen? Fragen wie diese wolle man am 11. Oktober um 15 Uhr im Myconiushaus klären. "Noch sind wir in der Findungsphase", gibt die Frau zu bedenken. Es könne ja langsam wachsen, pflichtet ihr Ziegler bei. Wo man Auftrittsorte haben wird und woher ein Fundus an Kleidung kommen soll, darüber macht sich Ziegler "jetzt noch keine Sorgen".

Eher von Bedeutung sei die Frage, ob aus dem Laienspiel mal ein Verein, Klub oder eine sonstige Rechtsform erwachsen sollte. Günther und Ziegler denken an eine Eingliederung in die KuKI, die Lichtenfelser Kunst- und Kulturinitiative. Seitens des dortigen Vorstands wurde schon Bereitschaft signalisiert.

Mit professionellem Ansatz

Laientum zwar, aber mit professionellem Ansatz. So sieht Ziegler, was es zu schaffen gilt. Und er hält Laienbühnen viel zugute. Profi-Regisseure kochten auch nur mit Wasser, sagt er. Manchmal nicht einmal damit, wie er findet. "In den letzten Jahren habe ich auch bemerkt, dass viele Regisseure Rollenbilder nicht mehr ausarbeiten. Das würde ich gerne einbringen. Es macht mir Spaß, mit Leuten zu arbeiten, die kulturelle Interessen haben."
Am kommenden Samstag um 15 Uhr wird im Lichtenfelser Myconiushaus an der Martin-Luther-Kirche die Tür offen stehen. Für mögliche Schauspieler, Beleuchter, Techniker, Maskenbildner oder Souffleusen. Sie mögen sich einfinden, um den Gedanken an eine LiLa mitzutragen. "Dass vielleicht keiner kommt, daran wollen wir gar nicht denken", sagt Daniela Günther und zeigt schon mal ihr schauspielerisches Talent: Der Gedanke lässt ihr die Gesichtszüge entgleiten.



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