Lichtenfels
Konzert

Lichtenfels: Whiskey Hell rockte im Stadtschloss

Die Gruppe aus Hamburg begeisterte ihre Fans mit kernigem Südstaatenrock und Spielfreude
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Drummer Bubi Blacksmith dürfte besonders das weibliche Publikum erfreut haben. Foto: Gerda Völk
Drummer Bubi Blacksmith dürfte besonders das weibliche Publikum erfreut haben. Foto: Gerda Völk
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Nach mehr als zwei Stunden auf der Bühne scheinen die Jungs noch immer kein Ende zu finden. Was dem Publikum im Lichtenfelser Stadtschloss ganz und gar nichts auszumachen scheint. Immer wieder werden Rufe nach weiteren Zugaben laut. Mit Whiskey Hell spielte am Donnerstagabend eine Gruppe aus Hamburg in den ehrwürdigen Mauern des Stadtschlosses, die mit kernigem Südstaatenrock und einer unglaublichen Spielfreude überzeugte. Die übliche Bestückung des Raums mit Tischen und Stühlen wurde diesmal gegen Stehtische ausgetauscht, was ausreichend Raum zum Tanzen bot. Eine Möglichkeit, die sich einige Gäste nicht entgehen ließen. Auch sonst war beste Stimmung unter den gut 90 anwesenden Fans des stampfenden Southern-Rock, der gelegentlich auch blues- und country-angehaucht daher kam.


Keine Neulinge

Wallenberg's Whiskey Hell erblickte Anfang 2012 das Licht der Welt.
Dabei sind die drei Jungs mitnichten Neulinge im Metier. Namensgeber Oliver Wallenberg war Sänger und Gitarrist bei Doc Eisenhauer. Seine Mitstreiter, Drummer Bubi Blacksmith und Bassist Carsten Meyer sind ebenfalls in der Szene bekannt. Das die drei in Lichtenfels zu hören waren, ist Erhard Schlottermüller von den Sankt-Georgs-Pfadfindern zu verdanken. Man hatte ihm Whiskey Hell wärmstens empfohlen. Eine gute Empfehlung, wie sich im Laufe des Abends herausstellen sollte. Die Band macht auch optisch etwas her, was nicht allein an den beiden Aufstellern mit den fast nackten Frauen liegt. Auch von Drummer Bubi Blacksmith ist viel Haut zu sehen und bemerkenswerte Tattoos. Das dürfte besonders das weibliche Publikum erfreut haben. Zwar lässt sich Whiskey Hell etwas Zeit mit dem Beginn ihres Konzerts, dann aber geht es mehr als zwei Stunden zur Sache. Ohne Pause und ohne Unterbrechung. Nicht einmal als Drummer Bubi Blacksmith das Malheur mit der kleinsten Trommel seines Schlagzeugs, dem Snare Drum passiert. Während er relativ ungerührt und gelassen das Fell der Trommel wechselt, spielen seine beiden Mitstreiter ein schön wimmerndes und knackiges Gitarrensolo. Am Ende bekommt der Pausenfüller den passenden Namen "Snare-Lied".


Titel der neuen CD

Whiskey Hell muss man live erlebt haben. Im Programm haben die Hanseaten einige Titel ihrer letzten CD. Darunter auch das Titellied, das den mexikanischen Drogenkrieg mit seinen zigtausend Toten thematisiert. Im Vordergrund stehen die beiden virtuosen Gitarren von Oliver Wallenberg und Carsten Meyer. Die ebenso fett, groovig und knackig spielen können und die sich mitunter zu übertreffen versuchen. Ein absolut hörenswerten Gitarren-Duo, dem Drummer Bubi Blacksmith im Hintergrund in nichts nachsteht. Gemeinsam bringen sie das Stadtschloss zum Beben. Auch nach knapp zwei Stunden ist den dreien keinerlei Erschöpfung anzumerken. Im Gegenteil: Auf der Gitarre spielend dreht Oliver Wallenberg noch eine Runde durch den Saal, sehr zur Freude des Publikums. Schließlich gibt es noch den namensgebenden Song "Whiskey Hell" zu hören. Unter den Zugaben ist die Ballade von dem kleinen Vogel zu hören, der gegen die harten Wellen im Leben ankämpft. Insgesamt haben die drei Hanseaten das Lichtenfelser Publikum mehr als überzeugt. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht ihr letztes Konzert in der Korbstadt war. Erhard Schlottermüller von den Sankt Georgs-Pfadfindern hat wieder einmal einen guten Riecher bewiesen.
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