Auch der Zulauf scheint nach einem Jahr Pause nicht abzureißen. Längst ist das kleine Festival weit über die Region hinaus bekannt. Die Besucher und Teilnehmer nehmen oft eine lange Anreise in Kauf. Bei den Highland Games messen sich Männer wettkampfmäßig in Putting the Stone (Steinstoßen), Sheaf Toss (Heusackwerfen), Weight for Distance (Gewicht tragen), Tug o War (Tauziehen) und Tossing the Caber (Baumstammwerfen).
Einige der Teilnehmer, wie der Michelauer Clan Loch Ness, sind regelmäßig vertreten. Dann wieder finden sich Wettkämpfer spontan zu einem Team zusammen. Zur Teilnahme braucht man, neben einem Kilt, auch einen Clan-Namen. Manch einem rutscht dann bei der Anmeldung ein ebenso spontanes "Äh" heraus, so geschehen am Samstagvormittag. Acht wackere Männer, man könnte auch sagen: ein bunter Haufen, die sich aus Studentenzeiten her kennen, haben aus der Ratlosigkeit einen unkonventionellen Ausweg gefunden: Sie gaben sich den Clan-Namen "Mac (klingt schön schottisch) Ääh". Die Idee zur Teilnahme kam Clan-Chef Ulli, einem waschechten Lichtenfelser, bei einer Silvesterfeier.
"Dafür, dass ,Mac Ääh‘ zum ersten Mal dabei war, haben sie sich gut geschlagen", lobt Veranstaltungsleiter Sebastian Jung. Vielleicht lagen die guten Ergebnisse der Clans auch an der Dudelsackmusik von Piper Detlef Purucker, der nicht nur die Teilnehmer anfeuerte, sondern auch das Publikum einstimmte.
Immer wieder gerne gesehen ist die Königsdisziplin des Wettkampfes, das Baumstammwerfen. Beim Werfen eines 4,30 Meter langen und rund 40 Kilogramm schweren Stammes kommt es weniger auf die Weite an, sondern auf eine volle Umdrehung des Stammes und eine zielsichere Landung, Jede Abweichung von der 12 Uhr Position bringt einen Punktabzug.
Ihren Ursprung haben die Highland Games in keltischen Traditionen. Die ersten Spiele fanden bereits im 10. Jahrhundert statt. Heute tritt bei den Highland Games auch der Nachwuchs in die Fußstapfen der Großen. Keine Chance allerdings hatten die sechs Clan-Chefs, als sie beim Tauziehen gegen eine jugendliche Übermacht antreten mussten - ein Ruck, und die Sache war zugunsten des Nachwuchses entscheiden.
Die einzelnen Ergebnisse:
Gewicht tragen: Den ersten Platz erkämpfte sich Bastian Schober mit 26,56 Sekunden, dicht gefolgt von Lars Wedemayer mit 27,32 Sekunden auf Platz 2. Über den dritten Platz konnte sich Florian Kostelnik mit 28,06 Sekunden freuen. Heusackwerfen: Mit 34,15 Metern setzte sich Stefan Trapper gegen Lars Wedemayer mit 34,10 und den drittplatzierten Kai Aumüller mit 28,20 Metern durch.
Steinwerfen: Kai Aumüller sicherte sich mit 17,50 Metern den ersten Platz, gefolgt von Bastian Schober mit 16,80 und Rico Freyer (16,45 Meter).
Baumstammwerfen: 1. Oliver Keidel, 2. Kai Aumüller, 3. Lars Wedemayer
Tauziehen: 1. Platz Loch Ness II, 2. Platz Kill Kenny, 3. Platz Loch Ness I
In der Mannschaftswertung belegten die beiden Mannschaften von Loch Ness die ersten beiden Plätze, gefolgt vom Gastgeber, dem Schottland Club Obermain, auf Platz 3.