Bad Staffelstein
Kurpark

Kuren wie Gott am Obermain

Am Europäischen Tag der Parke spazieren wir durch diesen Staffelsteiner Landschaftsgarten, der seit 1999 besteht.
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2011 wurde der Ring der Skulpturen im Kurpark geschaffen, den sieben Bronzeplastiken des Nürnberger Bildhauers Wilhelm Uhlig bilden. Foto: Matthias Einwag
2011 wurde der Ring der Skulpturen im Kurpark geschaffen, den sieben Bronzeplastiken des Nürnberger Bildhauers Wilhelm Uhlig bilden. Foto: Matthias Einwag
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Für eine Stadt mit 10.000 Einwohnern ist ein Park dieser Größe etwas Außergewöhnliches. Am 23. September 1999 wurde der 69.000 Quadratmeter große Landschaftsgarten mit den beiden jeweils elf Meter hohen Gradierwerken neben der Obermain-Therme offiziell seiner Bestimmung übergeben. Anlässlich des Europäischen Tages der Parke machen wir einen kleinen Spaziergang durch diesen Park.

Der Eingangspavillon bildet die Pforte zum Kurpark. Hier beginnt unser Rundgang, und er endet auch wieder hier, denn der Kiosk bietet Kaffee und Kuchen, Getränke und kleine Spiesen; an den Tischen lässt sich an heißen Sommertagen - und auch sonst - wunderbar Siesta halten.

Wir laufen am See entlang, an dem mehrere Gestaltungselemente aufffallen: Die Seebühne, die sich als Insel mitten im See befindet, ist der zentrale Ort für ein breitgefächertes Angebot kultureller Veranstaltungen. Konzerte finden hier ebenso statt wie Freilicht-Kino. Die Zuschauertribüne bietet annähernd 1000 Sitzplätze.

Ein malerisches Gestaltungselement ist das fränkische Wasserschöpfrad am Lauterbach hinter der Seebühne. Dieses Wasserrad versorgt den See mit Frischwasser. Leider reicht die Wasserkraft der Lauter allein nicht aus, das Schöpfrad anzutreiben, ein kleiner Elektromotor hilft nach.

Die beiden Gradierwerke sind das Herzstück des Kurparks. Jede der Salinen ist elf Meter hoch, 57 Meter lang und besitzt zwei Laubengänge, in denen Spaziergänger intensiv Salzluft einatmen und somit ihren Bronchien einen großen Gefallen tun können. Über die Verdunstungsflächen aus Schwarzdornbündeln läuft hier permanent bis zu 23-prozentige Sole aus sieben Metern Höhe, zerteilt sich in kleinste Tröpfchen und sättigt die Luft mit diesen Aerosolen.

Eine Allee aus Linden und Buchen zieht sich von den Gradierwerken aus durch den Kurpark und führt zu einem kleinen Aussichtshügel. Rot- und grünlaubige Buchenhecken struktuieren die Rasenflächen; gestalterisch ahmen die Hecken die langgestreckte Form der Gradierwerke nach. Zudem haben sie einen ganz praktischen Zweck - sie brechen den Wind.

Kopfweiden sind typisch für die Kulturlandschaft in der Region; sie stehen am Bachlauf der Lauter. Doch auch seltene Arten wie eine Bergkirsche oder Schnurbäume und eine Säuleneiche sind im Kurpark zu finden. Überhaupt wechseln sich immer wieder gepflegte Rasenflächen mit Prachtstauden und Sommerblumen ab und beleben die Anlage mit unterschiedlichen Formen und Farben.

Am Ende der Allee, auf dem kleinen Aussichtshügel, befindet sich der Monopteros. Von diesem runden Säulentempelchen aus bietet sich ein wundervoller Rundblick auf Kloster Banz, die Türme der Basilika Vierzehnheiligen, die Felskrone des Staffelbergs und natürlich auf den gesamten Kurpark.

Von hier aus laufen wir hinunter zu der Laubenganganlage neben einem Rest des Auwaldes, der einst weite Flächen des Maintales bedeckte. Über einen kleinen Rundplatz führt eine lange Wegachse geradewegs zu den Lauben.

Auf dem Rückweg besuchen wir zunächst einen relativ neuen Teil des Kurparks, den Ring der Skulpturen mit acht lebensgroßen Bronzefiguren des Nürnberger Bildhauers Wilhelm Uhlig. Wilhelm Uhlig wurde 1930 im oberfränkischen Guttenberg geboren. An der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg studierte er und übernahm dort 1972 eine Professur. 1983 wurde er als Mitglied in die Bayerische Akademie der Schönen Künste in München gewählt.

Gleich nebenan sehen wir ein seltsames kleines Gebäude, das den Lauterbach überspannt - das Brückentheater. In der warmen Jahreszeit ist hier regelmäßig etwas geboten - vom klassischen Theaterstück übers Kabarett bis zum sommerlichen Liederabend. Die überdachte Holzbrücke wurde, nachdem sie für ihren eigentlichen Zweck nicht benötigt wurde, zu einem kleinen, aber feinen Freilichttheater umgestaltet und bietet für 60 Zuschauer Platz. Von Mai bis September wird diese Mini-Bühne vom Fränkischen Theatersommer bespielt. Informationen und Karten gibt es beim Staffelsteiner Kur- und Tourismus-Service.
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