Lichtenfels
Jahresschluss im Kreistag

Kreis Lichtenfels vor neuen Herausforderungen

Beim Rückblick auf ein arbeitsreiches Jahr passte es gut, einen Kreistagskollegen zu ehren, der über Jahrzehnte viele Weichenstellungen in der Kommunalpolitik mit vorgenommen hat. Neben Anerkennung für Peter Schmauser (CSU) gab es einen Ausblick auf künftige Herausforderungen.
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Dank und Anerkennung für 30 Jahre Kreistagsarbeit erfuhr CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Schmauser (links) durch Landrat Christian Meißner. Foto: Ramona Popp
Dank und Anerkennung für 30 Jahre Kreistagsarbeit erfuhr CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Schmauser (links) durch Landrat Christian Meißner. Foto: Ramona Popp
Landrat Christian Meißner würdigte den CSU-Fraktionsvorsitzenden Peter Schmauser als einen, der sich seit 30 Jahren unermüdlich und sachorientiert eingebracht habe. "Meist ruhig und besonnen, kurz und prägnant mit der Präzision eines Juristen, aber - wenn es darauf ankommt - auch mit viel Emotion und Leidenschaft", bemerkte Meißner. Er begann dann eine "beeindruckende Aufzählung" der Tätigkeiten Schmausers in diversen Kreis-Gremien. Als Fraktionsvorsitzendem werde dem Rechtsanwalt neben einem breiten Wissen um kommunalpolitische Zusammenhänge auch sehr viel Verhandlungsgeschick und Durchsetzungsvermögen abverlangt. Worte des Dankes galten aber nicht nur Peter Schmauser. Auch dem Landrat selbst bescheinigten Vertreter aller Fraktionen eine faire Zusammenarbeit und richteten ihren Dank ebenso an die Mitarbeiter der Verwaltung. Stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) würdigte Meißners Wirken in "keiner ruhigen Zeit". Die Aufgaben, die im neuen Jahr anstehen, geben Zeugnis hierfür.

Herausforderung Asylbewerber

Der Zustrom an Asylbewerbern wird eine Herausforderung bleiben. Aktuell leben 282 Menschen in zwei Gemeinschafts- und sechs dezentralen Unterkünften. Im Hotel am Bahnhof in Lichtenfels werden bald 50 Plätze entstehen, in dem Neubau in Weismain weitere 80. Es wird geprüft, im ehemaligen Altenheim der Maiacher Stiftung in Lichtenfels ein weiteres Stockwerk vorübergehend für die Unterbringung zur Verfügung zu stellen. Sechs bis neun Menschen kommen jede Woche neu in den Landkreis.

Zu den Reaktionen auf den Ebola-Verdachtsfall, der einen Großeinsatz ausgelöst hatte, merkte Christian Meißner an, die Erfahrungen hieraus seien lehrreich gewesen.

Touristisch ist der Landkreis dabei, sich neu aufzustellen. Vor diesem Hintergrund sieht Landrat Meißner den Besuch einer Delegation aus Südtirol mit Landräten und Bürgermeistern und den für April vorgesehenen Gegenbesuch als hilfreich an: "Wenn man eines von Südtirol lernen kann, ist es Tourismus."

Dauerthemen werden die ICE-Neubaustrecke sowie der Ausbau der B 173 bleiben. Infrastrukturmaßnahmen von Straßen bis Schulen bleiben ein Schwerpunkt. Auf die kritische Anmerkung von Kreisrat Win fred Bogdahn (SPD) hin versicherte der Landrat, der auf den Rollstuhl angewiesene Schüler am Gymnasium Burgkunstadt werde im neuen Jahr dort den neuen Aufzug nutzen können.

Energiewende

Noch keine Entwarnung kann im Hinblick auf die Befürchtung gegeben werden, dass eine mögliche Stromtrasse zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern durch den Landkreis Lichtenfels verlaufen könnte. Ministerin Ilse Aigner habe zwar den Eingang der Kreis-Resolution hierzu bestätigt, aber keine Zusage gemacht, berichtete der Landrat. Man müsse wachsam bleiben.

Bernhard Christoph (Grüne) gab seinen Kollegen im Kreistag nachdenkliche Worte in Sachen Energiewende und Klimaschutz mit auf den Weg ins neue Jahr. "Wir tun nicht genug."
Er sprach die Sorge aus, dass in der Zukunft auch noch Klimaflüchtlinge kommen würden. Das Damoklesschwert Stromtrasse sah er darin begründet, dass die Möglichkeiten dezentraler Stromerzeugung nicht ausgeschöpft werden. Die Stadtwerke Lichtenfels seien da auf einem richtigen Weg.
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