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Bad Staffelstein
Gesundheit

Kongress: Wundheilung funktioniert nur gemeinsam

Der dritte Bad Staffelsteiner Wundkongress in der Adam-Riese-Halle bot auch am vergangenen Samstag wieder viele Fortbildungsmöglichkeiten für medizinisches Fachpersonal in Form von Vorträgen und Workshops.
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Auf der Industrieaustellung zeigten 17 Aussteller Neuheiten. Foto: Teresa Hirschberg
Auf der Industrieaustellung zeigten 17 Aussteller Neuheiten. Foto: Teresa Hirschberg
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Ärzte, Kranken- und Altenpfleger, Arzthelfer, Apotheker und Auszubildende konnten sich hierbei mit Kollegen austauschen und eine Industrieausstellung besuchen, auf der insgesamt 17 Aussteller Neuheiten rund um Verbände, Infusionen oder Kompressen vorstellten.


Poststationäre Behandlung

Veranstaltet wurde der Kongress wieder von der MediCare Patientenberatung, die sich auf die poststationäre Behandlung chronischer Wunden, Stomatherapie sowie enterale (künstliche) Ernährung und Nahrungsergänzungen spezialisiert hat. Die Schirmherrschaft übernahmen die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), Staatsministerin Melanie Huml (CSU) und Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU). Mit 330 Anmeldungen habe sich die Teilnehmerzahl im Vergleich zum Kongress im vergangenen Jahr fast verdoppelt, zeigte sich Mitorganisator Marco Feulner von MediCare erfreut.


"Wundnetz Franken"

Wichtiges Thema einer Podiumsdiskussion beim Kongress 2014 war der Aufbau des "Wundnetzes Franken", das einen Zusammenschluss aller regionalen Wundtherapeuten anstrebt. "Seitdem hat sich viel getan. Als nächstes wird eine Homepage zum Wundnetz aufgebaut", erzählte Marco Feulner. Als Teil des diesjährigen Wundquartetts referierten Gefäßchirurg Dr. Gunnar Riepe aus Boppard und die Hamburger Pflegeexpertin für chronische Wunden, Anke Bültemann, zum Thema "Infektionen erkennen und behandeln".

Vor mittlerweile 16 Jahren arbeiteten die beiden beim Aufbau des Hamburger Wundzentrums zusammen, gemeinsam entwickelten sie auch das im vergangenen Jahr vorgestellte Konzept der Wunduhr. "Wundbehandlung funktioniert nie alleine, sondern braucht ein ganzes Netz von Behandelnden", betonte Anke Bültemann. Mithilfe der Wunduhr müssen beim Anblick einer Wunde nur drei Fragen beantwortet werden: Liegt eine Infektion vor? Welche Farbe der Wunde dominiert? Und ist die Wunde feucht oder trocken? Je nach Schweregrad der Infektion muss dann gereinigt, operiert und Antibiotika eingesetzt werden, denn: "Der Dreck muss runter!", so Riepe. "Egal, wie schlimm eine Wunde aussieht, der Mediziner muss sich überwinden und genau hinsehen. Wer das nicht kann, ist für die Wundtherapie nicht geeignet." Viele Patienten suchen erst einen Arzt auf, wenn ihre Infektion bereits schlimme Ausmaße angenommen hat. Grund dafür sind laut Riepe Verdrängung und Scham. "Krankheiten sind in der Gesellschaft leider immer noch Tabuthemen."
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