Lichtenfels
Natur

Kastration verringert Katzenleid

Tierschützerin Marion Damm kämpft bereits seit vielen Jahren, dass mehr Freigänger kastriert werden. Eine Aufgabe, für die sich kaum jemand verantwortlich fühlt. Doch das kann schnell zum Problem werden.
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Birgit Hartmann, Janick Klinke, Pauline Behnke und Marion Damm (von links) mit Katzendame Mausi. Das Tier ist schon 15 Jahre alt und wurde, nachdem es im Tierheim abgegeben wurde, sofort kastriert. Foto: Lisa Kieslinger
Birgit Hartmann, Janick Klinke, Pauline Behnke und Marion Damm (von links) mit Katzendame Mausi. Das Tier ist schon 15 Jahre alt und wurde, nachdem es im Tierheim abgegeben wurde, sofort kastriert. Foto: Lisa Kieslinger
Marion Damm hat vor ein paar Wochen einen Kater bei sich aufgenommen - Ronny hat sie ihn genannt. "Ich zieh solche Tiere irgendwie an", sagt Marion Damm und lacht. Schon drei Mal war sie mit ihm beim Tierarzt und bald steht der nächste Gang an. "Er ist jetzt circa ein dreiviertel Jahr alt und muss dringend kastriert werden", sagt sie. Für die Tierschützerin aus Neudorf ist das selbstverständlich - besonders weil Ronny ein Freigänger ist. "Ich sehe nur Vorteile. Sie vermehren sich nicht, streunen nicht mehr durch den Ort, sind gesünder und sie zanken sich nicht mehr", sagt Damm.


Vermehrung endlich stoppen

Andere Katzenbesitzer legen darauf keinen Wert. "Man muss etwas tun, um die unkontrollierbare Vermehrung einzudämmen, weil die meisten der Jungtiere wieder auf der Straße leben und bei Krankheit und Hunger keine Hilfe bekommen", sagt Damm. Viele überlassen die Katzen sich selbst. "Oft werden auf den Bauernhöfen viele Katzen gehalten, die Mäuse fangen sollen. Kastrieren tun die wenigsten, auch in den Privathaushalten", sagt Birgit Hartmann, Leiterin der Jugendgruppe "Monsterpfoten" des Lichtenfelser Tierheims. Sie will bereits die Kinder dafür sensibilisieren. Die zwölfjährige Pauline Behnke weiß schon genau Bescheid. "Wenn die Katzen sich so sehr vermehren und niemand die Babys haben will, dann werden sie ausgesetzt oder sogar getötet." Birgit Hartmann hat im Internet Zahlen gefunden, die für sich sprechen: Eine unkastrierte Katze und ihre Nachkommen erzeugen in sieben Jahren bis zu 420.000 Nachkommen.

Vor zwei Jahren gab es vom Tierschutzbund Bonn eine Aktion, um mehr Freigänger-Katzen zu kastrieren. Das einzige, was die Leute dafür tun mussten war, die Streuner zum Tierarzt zu bringen. Die Kosten für die Kastration hat der Tierschutzbund übernommen. Im Raum Oberfranken wurden 28 Tiere kastriert. Allein zwölf davon hat Marion Damm eingefangen. "Das ist reine Bequemlichkeit", sagt Damm wütend.

Im Gespräch mit ihr gestehen viele Katzenbesitzer, dass ihnen die Kosten für eine Kastration zu hoch sind. Momentan seien es für einen Kater um die 80 Euro und für eine Katze um die 120 Euro. Doch man könne mit jedem Tierarzt verhandeln und eventuell sogar auf Raten zahlen. "Für alles andere, und wenn es noch so schwachsinnig ist, wird Geld ausgegeben. Die Kastration ist eine einmalige Ausgabe", erklärt die Tierschützerin.

Doch das Hauptproblem ist, dass sich für viele Freigänger-Katzen niemand verantwortlich fühlt. Marion Damm kämpft schon seit vielen Jahre darum, die Leute auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Sie hat mehrere Jahre in Eigeninitiative die Streuner zum Tierarzt gebracht, hat in den Ortschaften Katzenbesitzer aufgeklärt und angeboten, sich um die Operation zu kümmern. Durch diese Aktionen konnte einiges abgedeckt werden, doch es reicht bei weitem nicht. "Beim Kastrieren der Katzen fängt der Tierschutz an", sagt Marion Damm. Katzenbesitzer, die ihre Freigänger nicht kastrieren lassen, seien mit verantwortlich für das Leid vieler kranker Katzen.


Günstigste Zeit zum Handeln

"Es wäre wünschenswert, wenn sich mehr Privatpersonen und auch Landwirte beim Kastrieren der Katzen anschließen würden." Und das müsste jetzt bald passieren: Denn im Frühjahr ist die Hauptdeckungszeit der Katzen. Auch Marion Damm hat in den nächsten Wochen noch einiges vor. "Bei mir im Garten streunen momentan ein Kater und zwei Katzen herum, die ich jetzt dringend zum Kastrieren bringen muss, sonst geht das alles wieder von vorne los."


Hilfe beim Einfangen der Freigänger-Katzen

Um Freigänger-Katzen einzufangen, hilft am besten eine Lebendfalle, die mit Futter und einem weichen Untergrund geschützt aufgestellt werden sollte.
Wer keine Lebendfalle zur Hand hat, kann diese bei Marion Damm (0151/55620999), beim Tierheim Lichtenfels (09571/3875) oder beim Tierarzt Peter Neu (09573/ 9688466) ausleihen. Einfach melden.

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