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Lichtenfels
Maikundgebung

Kampf für die Gerechtigkeit

Deutliche Worte fand Jürgen Wagner, Sekretär des IG Metall-Bezirks Bayern, bei der Maikundgebung des DGB-Kreisverbandes Lichtenfels.
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Mit einem Sketch brachten die DGB-Frauen die Besucher der DGB-Maikundgebung zum Schmunzeln. Ruth Gärtner (links) und Andrea Hacker (rechts) trafen sich zum heiteren Gedankenaustausch mit stellvertretendem DGB-Kreisvorsitzenden Helmuth Hoffmann. Foto: Stephan Stöckel.
Mit einem Sketch brachten die DGB-Frauen die Besucher der DGB-Maikundgebung zum Schmunzeln. Ruth Gärtner (links) und Andrea Hacker (rechts) trafen sich zum heiteren Gedankenaustausch mit stellvertretendem DGB-Kreisvorsitzenden Helmuth Hoffmann. Foto: Stephan Stöckel.
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Auch Landrat Christian Meißner nicht. Er machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, was die Verlagerung von zwei Abteilungen des Bezirksklinikums Obermain in andere oberfränkische Krankenhäuser anbetrifft.
Vor allem die Art und Weise, wie man mit den Mitarbeitern umgegangen sei, brachte ihn auf die Barrikaden: "In nichtöffentlicher Sitzung wird etwas beschlossen und dann in einer Bertriebsversammlung verkündet. Ein vertrauensvoller Umgang sieht anders aus. In dieser Form habe ich das von einem öffentlichen Arbeitgeber noch nicht erlebt."
Wie man es hätte richtig machen müssen, schob der Redner, der für seine Aussagen spontanen Beifall erntete, hinterher: "Wenn man Probleme hat, dann redet man miteinander und sucht gemeinsam nach Lösungen."
"Ob wir über eine Stadt oder über einen Betrieb reden - wir sind viele, wir sind eins", griff der Lichtenfelser Bürgermeister Andreas Hügerich das Motto der diesjährigen Maikundgebung auf, der seine Solidarität mit den Arbeitnehmern bekundete. Er münzte es um, auf die Erschließung des neuen Lichtenfelser Gewerbegebietes entlang der A73. "Das ist kein Verdienst eines Bürgermeisters und eines Gemeinderates allein, sondern auch der von Verwaltungsmitarbeitern, die drei Jahre an einem Strang gezogen haben."
Die evangelische Pfarrerin Tanja Vincent aus Schney fühlte sich beim Motto der Veranstaltung an den Apostel Paulus erinnert. "Was wären wir ohne ein gutes Miteinander in einem Betrieb?", erntete sie viel Zustimmung für ihre rhetorische Frage.


Kurswechsel

Für einen Kurswechsel bei der gesetzlichen Rentenversicherung machte sich DGB-Kreisvorsitzender Heinz Gärtner stark. Das gesetzliche Rentenniveau müsse in einem ersten Schritt stabilisiert und dann erhöht werden. Für Reformbedürftig hält der Gewerkschafter auch die Europäische Union. "Viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind heute schlechter dran als vor Ausbruch der Finanzkrise 2009", begründete er seine Ansicht.
Scharfe Attacken gegen rechte Rattenfänger ("Sie sind die Feinde unserer Demokratie!") ritt Jürgen Wagner, Sekretär des IG Metall-Bezirks Bayern. "Wir werden nicht zulassen, dass sie mit ihrer Deutschtümelei und ihren Hasstiraden auf Flüchtlinge unsere Gesellschaft spalten!", sagte er. Auch die AFD nahm der Gast aus München in diesem Zusammen näher unter die Lupe. Seine Charakterisierung glich der einer neoliberalen Partei: "Sie steht für Privatisierung, den Abbau der sozialen Sicherung und dem Rückzug des Staates."
Auch für die auseinanderklaffende Einkommensschere in unsere Gesellschaft fand der Redner deutliche Worte. Es könne nicht angehen, sagte er, dass einige Wenige über das Hundertfache eines Normalverdieners bekämen, während gleichzeitig jede und jeder Siebte hierzulande in Armut lebe.
Als "skandalöse soziale Ungerechtigkeit" geißelte Wagner die fehlende Parität in der gesetzlichen Krankenversicherung. Während sich die Arbeitgeber über eingefrorene Beiträge freuten, hätten die Beschäftigten seit Jahren mit unablässig steigenden zu kämpfen.
Mit einem Sketch sorgten die DGB-Frauen für Lacher und der Schneyer Spielmannszug mit seinen flotten Tönen für gute Laune im Saal des Stadtschlosses. Zum Abschluss fassten sich alle an die Hände und sangen inbrünstig die Arbeiterhymne "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit".

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