Wolfsdorf
Technisches Hilfswerk  

Jungehelfer: Knoten üben für den Ernstfall

Zwei 14-jährige Jungen aus Bad Staffelstein haben ihr Abzeichen in Bronze als Junghelfer gemacht - zusammen mit 30 weiteren Jugendlichen aus ganz Bayern und aus Frankfurt, die sich allesamt ehrenamtlich engagieren.
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Im Vorfeld des Leistungsabzeichen Bronze haben Lorenz Hertel (links) und Erik Trebes fleißig geübt. Foto: Gerda Völk
Im Vorfeld des Leistungsabzeichen Bronze haben Lorenz Hertel (links) und Erik Trebes fleißig geübt. Foto: Gerda Völk
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Lorenz Hertel und Erik Trebes überprüfen noch einmal den Sitz der Knoten. Schließlich soll ihr Verletzter sicher auf der Trage liegen bleiben. Ihr Verletzter ist aus Holz, hat den Namen Walter erhalten und ist ein Dummy, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn der Nachwuchs des Technischen Hilfswerks die Bergung eines Verletzten übt.

In den letzten Wochen haben die beiden 14-jährigen Jungen viel gelernt. Am vergangenen Samstag haben sie ihr Leistungsabzeichen in Bronze abgelegt. Eine Prüfung, die erstmals in der Unterkunft des Technischen Hilfswerks in Bad Staffelstein stattfand. Daran teilgenommen haben 32 Junghelfer aus THW-Ortsverbänden in ganz Bayern gemeinsam mit einer Gruppe aus Frankfurt am Main.

Seit Januar 2012 existieren bundesweit einheitliche Richtlinien zum Leistungsabzeichen der THW-Jugend. Die von den Jugendhelfern zu lösenden Aufgaben orientieren sich an der Grundausbildung des Technischen Hilfswerks und der Fachausbildung der Bergungsgruppen.

Schwerpunkte sind der richtige und sichere Umgang mit verschiedenen Werkzeugen, Personenrettung und der Bau behelfsmäßiger Übergänge. Lorenz Hertel und Erik Trebes mussten nach einer theoretischen Prüfung sieben Aufgaben an vier Stationen lösen.

"In der Theorie sieht alles ganz leicht aus, in Praxis können sich dann doch Fehler einschleichen", geben die beiden Buben zu bedenken. Am vergangenen Freitag fand eine Art Generalprobe vor der Prüfung statt. Ein letztes Mal wurden Knoten geübt, "Verletzte" geborgen und der Umgang mit Werkzeug geübt.


THW macht viel Spaß


Lorenz Hertel ist seit eineinhalb Jahren beim THW. "Hier kann ich mich sozial engagieren und lerne auch etwas für's Leben", berichtet der Junge über seine Motivation. So hat er beispielsweise gelernt, wie ein Stück Holz gerade abgeschnitten wird. Künftig wird er auch lernen wie man sicher mit der Motorflex und der Kettensäge umgeht. Allerdings erst nach seinen 16. Geburtstag. Bis dahin ist alles noch gute alte Handarbeit.

"Meine Mutter hat gesagt, ich soll etwas Praktisches machen", erinnert sich Erik Trebes. Mittlerweile ist er seit zwei Jahren in der THW-Jugend engagiert, und es macht ihn immer noch viel Spaß. Die beiden Buben haben inzwischen ihren "Verletzten" ordnungsgemäß für den Abtransport fertig gemacht. "Aus Rücksicht müssen wir ihn jetzt mit dem Gesicht vom Schadensereignis wegtragen", berichtet Lorenz Hertel.

Daniel Schell, der sich an diesem Nachmittag um den Feinschliff der Ausbildung zum Bronze Abzeichen kümmert, ist sichtlich zufrieden. Am Samstag haben die beiden Junghelfer nicht nur einen theoretischen Teil, sondern auch eine Gruppenaufgabe zu lösen. Hier ist es nicht mehr der Holz-Dummy, sondern Vanessa Joas vom Ortsverband Lauf die sich als verletzte Person zur Verfügung gestellt. Lorenz Hertel und Erik Trebes haben ihr Leistungsabzeichen in Bronze mit Bravur bestanden. Als nächstes Ziel haben beide Jungs Silber und Gold ins Auge gefasst.

Mit der Einführung der neuen Richtlinie könnte sie auch eine sogenannte Kombiprüfung ablegen, bei der das Leistungsabzeichnen in Gold gemeinsam mit der Grundausbildung des THWs geprüft wird. Den THW-Ortsverband Bad Staffelstein möchten Lorenz Hertel und Erik Trebesauch in Zukunft treu bleiben.
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