Weismain
Thomasmarkt

Jugendband war ein Glücksgriff

Die Gruppe Voices for Soul sorgte vor dem Rathaus in Weismain für die seit langem gewünschte Weihnachtsstimmung.
Artikel drucken Artikel einbetten
Willkommene Aufwertung: Mit ihren beiden Konzerten vor dem Rathaus zog die Band Voices for Soul viele Marktbesucher an.  Fotos: Stefan Lutter
Willkommene Aufwertung: Mit ihren beiden Konzerten vor dem Rathaus zog die Band Voices for Soul viele Marktbesucher an. Fotos: Stefan Lutter
+4 Bilder
Besser besucht als in den vergangenen Jahren war der Thomasmarkt am Samstag. Das lag aber weniger am Warenangebot in der Altstadt, als vielmehr daran, dass die Gelegenheit zum weihnachtlichen Einkaufsbummel diesmal nicht auf einen Werktag fiel. Außerdem trugen zwei Aktionen für einen guten Zweck zum Gelingen bei.
"Die Musik fehlt." Unterhielt man sich in der Vergangenheit beim Ausklang der Marktsaison in der Jurastadt mit Händlern oder Besuchern, war dieser Kritikpunkt immer wieder ein Thema. Eine Anregung, die sich die Stadt als Veranstalter offenbar zu Herzen genommen hat, konnte sie doch in diesem Jahr erstmals die Weismainer Jugendband Voices for Soul für Konzerte am Marktplatz gewinnen.
Ein Glücksgriff, wie sich am Samstag herausstellte: Die Band, die in wechselnder Besetzung bereits seit beinahe zehn Jahren existiert, bislang aber ausschließlich Gottesdienste der Pfarrei Sankt Martin verschönert hatte, lieferte am Christbaum vor dem
Rathaus die Weihnachtsstimmung, die das eher herbstliche Wetter nicht zu verbreiten im Stande war. Während der zwei einstündigen Auftritte gab es viel Applaus für das Quintett. Moderne Weihnachtsstücke wie "Last Christmas", "Do they know" und "Christmas Time" sowie zum Fest passende Pop-Titel ("Heal the world", "We are the world") erklangen darüber hinaus für die gute Sache.
Der Inhalt des am Ende gut gefüllten Spendenkörbchens geht an den früher in Weismain als Kaplan tätigen Pfarrer Martin Ninaparampil, der damit das Behindertenheim "Asha Niketan" ("Haus der Hoffnung") in Nordindien unterstützt.
Zwei zusätzliche Anreize für einen Marktbummel bot auch die Gemeinschaft unabhängiger Bürger (GUB). Mit ihrem Glühwein-Ausschank gegen freiwillige Spende belebte sie mit Erfolg eine Aktion vergangener Tage. Der Erlös des Aufwärmens für den guten Zweck kommt der Jugend der Feuerwehr zugute.

Geteilte Meinungen zum Umsatz

Ausschließlich lobende Worte hatten die Händler für die Bereicherung des Markttreibens übrig. In puncto Umsatz waren die Einschätzungen allerdings gemischt. Von "für einen Samstag hatte ich mir mehr erhofft" bis "definitiv einer der besseren Weismainer Weihnachtsmärkte" reichten die Reaktionen.
Bemerkenswert war, dass diesmal drei Tage vor Heiligabend Adventsartikel und Geschenkideen rar gesät waren. Stattdessen dominierte Kleidung das Angebot, und dabei vor allem Kopfbedeckungen: An gut einem Drittel der knapp 40 Stände lagen Mützen und Hüte aus.
Über ein gutes Geschäft freute sich auf jeden Fall die Gastronomie. Zahlreiche Marktgänger verknüpften den Einkaufsbummel mit einem Besuch in den Marktplatz-Gaststätten, um sich mit deftigen Speisen wie Haxen oder Sauerbraten zu stärken.
Bleibt zu hoffen, dass Aktionen wie Konzerte und Glüh weinausschank keine Eintagsfliegen waren, stellen sie doch die Aufwertung dar, die der Traditionsmarkt zum Thomastag, der in den vergangenen Jahren (zumeist wetterbedingt, vielleicht aber auch der Weihnachtshektik geschuldet) nicht unbedingt ein Publikumsmagnet war, gut gebrauchen kann.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren