Bad Staffelstein
Altstadtfest

Isländer waren nochmal präsent: Hu! Hu! Hu!

Heitere Stimmung und viel Musik prägten das Leben im Staffelsteiner Stadtkern am Wochenende.
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Ausgelassene Stimmung herrschte beim Auftritt von "Radspitz" am Freitagabend auf dem Marktplatz. Besonders gut kam bei den Feiernden an, dass die Musiker die EM aufleben ließen und mit dem Publikum "den Isländer" machten: "Hu-hu-hu...!" Foto: Matthias EinwagStimmung
Ausgelassene Stimmung herrschte beim Auftritt von "Radspitz" am Freitagabend auf dem Marktplatz. Besonders gut kam bei den Feiernden an, dass die Musiker die EM aufleben ließen und mit dem Publikum "den Isländer" machten: "Hu-hu-hu...!" Foto: Matthias EinwagStimmung
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Überall im Stadtkern wurde am Wochenende gefeiert. Ausgelassene Stimmung und geschichtliche Reminiszenzen bildeten eine bunte Mischung, die bei den Besuchern gut ankam. Besonders beliebt: Der neu gestaltete Platz in der Bahnhofstraße; neben dem Marktplatz bildete dieser Ort das zweite Zentrum des Altstadtfests.

Ein Höhepunkt des vielseitigen Programms war sicher der Auftritt der Formation "Radspitz" am Freitagabend auf dem Marktplatz. Die Musiker verstanden es, ihr Publikum zu unterhalten und zum Tanzen zu animieren. Besonders gut kam "der Isländer" - die Feiernden hoben die Arme und klatschten rhythmisch wie die Fans der isländischen Mannschaft bei der EM: "Hu-hu-hu...!"

Und dann gab es auch diesesmal wieder einen Rundgang durch die historische Altstadt mit Bezirksheimatpfleger Günter Dippold.
Am Samstag folgten ihm wohl um die 200 Personen auf einen Streifzug durch Ereignisse aus 500 Jahren.

Während die Honorigen der Stadt, die Bürgermeister, Stadträte und weitere Personen, gerne historisch gewandet zu den geschichtsträchtigen Orten schreiten, scheint gerade der Historiker Dippold daran erkennbar, dass er lieber im legeren, schicken Outfit der jüngsten Neuzeit bleibt.


Wo einst Schuhmacher werkelten

Nach dem Ruf "Aufstellung, Männer!", ausgesprochen von einem Mitglied der Uetzinger Blaskapelle, ging diese dem Rundgang musizierend voran. Über den Kreuzberg und die Alte Schießstätte bog der Zug in die Horsdorfer Straße ein. Bis 1933 hieß diese Straße Schuhgasse, da Schuster dort ihre Waren anboten. Ab 1933 sollte die Straße einige Zeit nach Hans Schemm, dem NS-Kultusminister, benannt sein. Was mit dieser Straße noch zusammenhängt, erklärte Dippold durch eine Anekdote: 1807 sollte das hier ansässige Kommunbrauhaus auf staatlich-bayerischen Druck privatisiert werden. Die Staffelsteiner "steigerten mit", erwarben den Bau sogar und beließen für Jahre alles beim Alten. "So wurde aus dem Kommunbrauhaus ein Kommunbrauhaus."

Amüsant auch die Geschichte eines Konditors namens Gunzelmann, der in dieser Straße seit 1894 einen Laden - auch für Liköre - betrieb, sich ein repräsentatives Backsteinhaus baute und eine "Verkaufsbude" am Staffelsteiner Bahnhof betrieb. Dass derselbe Mann auch noch eine Verkaufsbude auf dem Staffelberg plante, ließ Dippold ihn als umtriebigen Menschen schildern.

In der Horsdorfer Straße angelangt, waren die Teilnehmer schon auf der Zielgeraden. Auf dem Marktplatz kommentierte Günter Dippold allerlei Wissenswertes zu Bauzeiten und Nutzung des Rathauses. Bäcker und Metzger verkauften dort im Erdgeschoss Waren, von einer Verwaltung im heutigen Sinne konnte einst nicht die Rede sein. Auch ein Stockwerk darüber sei von Verwaltung nur bedingt etwas zu erwarten gewesen. Zwei Säle mit großem Vorraum standen für Hochzeitsfeiern zur Verfügung. Gegen Entgelt. Bei Märkten hätten Leinenweber und Kürschner hier ausgestellt.

Zwei Rückschläge und drei Anläufe für den Bau des Rathauses habe es gegeben, der letzte wurde mit einem Richtfest 1687 beendet. Dabei ließ Dippold nicht unerwähnt, dass der Magistrat im 18. Jahrhundert "nur 50 Jahre" benötigte, eine aus Brandschutt geborgene Rathausuhr in Stand setzen zu lassen.

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