Lichtenfels
Ausstellung

Internationale Kunst im Lichtenfelser Möbelhaus Schmolke

Der Musiker Tony Bulluck spielte am Donnerstagabend zur Untermalung der Kunstausstellung "Art and living". Noch bis zum 16. Januar sind die Bilder international bekannter Künstler in dem Möbelhaus zu sehen.
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Wieland Pracht vor seinem Werk  Foto: Manuel Stark
Wieland Pracht vor seinem Werk Foto: Manuel Stark
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Ruhige Gitarrenklänge verweben sich mit einer tiefen Stimme, schallen durch die Hallen des Möbelcenters Schmolke. Es sind beruhigende, rhythmische Klänge, die sich sanft über die ausgestellten Bilder zu streicheln scheinen.
Die Ukrainernerin Lora Monz ist in ganz Europa als freischaffende Künstlerin unterwegs. Sie begeistert deutschlandweit mit ihren farblich vielfältigen Acrylzeichnungen von Menschen. Der Grieche Kostas Aggelakis zeichnet in seinen Gemälden vor allem schlichte Alltagssituationen. Ein umgefallener Korb mit Äpfeln, ein karg eingerichtetes Zimmer mit einer Lampe. Konturen und farbliche Kontraste sind sein Fokus.
Zwei weitere Künstler kommen aus Oberfranken und waren persönlich anwesend. Gerhard Popp ist gebürtiger Kulmbacher und studierte Innenarchitektur in Rosenheim und Coburg.
Er zeichnet "Seelenlandschaften", abstrakte und farbenfrohe Konstrukte auf denen Silhouetten von Menschen scheinbar schwerelos umher schweben. Der letzte der vier Künstler ist Wieland Prechtl. Der 1955 in Bayreuth geborene Bibliothekar ist Mitglied im Berufsverband der bildenden Künstler und unzähliger weiterer Berufsvereine. Seine Gemälde werden in Österreich, Polen, Italien, Deutschland und den USA ausgestellt und finden sich sogar in der Bayerischen Staatsgemäldesammlung in München. Auf seinen Bildern brechen Eisberge auf, brechen Vulkane aus, verwischt die Gischt des Meeres einen schwarzen Sandstrand. "Schon in der Grundschule war ich der Einzige, der mit bunten Kreiden über die gesamte Tafelbreite Bilder malen durfte. Normalerweise waren Kreiden für uns Schüler absolut tabu. Ich scheine also wohl schon damals Talent gezeigt zu haben."


Natur abbilden

Neben unterschiedlichsten Farben benutzt der Künstler auch Sand, Metalle, kleine Steine und allerlei andere Materialien. "Aus heutiger Sicht hätte ich damals wohl Geologe als Berufswunsch wählen sollen", scherzt Prechtl. Die Natur, das sei es, was er abbilden wolle. Fremde Welten, ferne Welten, wahrhaftige Welten. "Wirklich unberührte Natur gibt es auf unserer Erde ja nur noch wenig. Wenn man den Schadstoffausstoß berücksichtigt, vielleicht gar nicht mehr. Dabei ist es doch der Respekt vor der Natur, den wir uns bewahren sollten. Genau wie die Natur selbst."
Manch einer nennt Wieland Prechtls Bilder düster, er nennt sie durchweg hell und positiv: "Neben den sogenannten Schwarzen Rauchern sind im tiefen Meer die ersten Lebensformen auf unserem Planeten entstanden. Das sind Vulkane, eine der zerstörerischsten Naturmächte unserer Erde. Und doch schaffen sie Leben. Sind Grundlage für unsere Erde", erklärt Prechtl.
Was ist es also, das in seinen Bildern eben diese Urkraft darstellt? "Die Strukturen und verwendeten Materialien. Sie sind wichtig, in ihrer eigenen Farbe aber auch in ihrer gesamten Ausdruckskraft. Manche Strukturen kann nur die Natur schaffen und kein Mensch zeichnen." Vor wenigen Wochen war der Künstler deshalb in München auf der größten Edelstein- und Mineralienmesse der Welt. "Das war ein wahres El Dorado für mich", sagt Prechtl und lacht. Auch viele Zuschauer bestätigen Prechtl in seinem Wirken. Als "ursprünglich" und "kraftvoll" bezeichnen sie seine Bilder. Was genau sie dazu bringt, so zu empfinden? Hier fehlen den Betrachtern die Worte. Prechtl hat sie für sich entdeckt: "Es ist Natur. Kunst. Absolute Freiheit."

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