Burgkunstadt
Entlassfeier

In Burgkunstadt hat ein Drittel der Abiturienten eine 1 vor dem Komma

Ein sehr guter Abiturjahrgang wurde am Gymnasium Burgkunstadt verabschiedet. Johannes Wickles (18) aus Burgkunstadt und Ronja Leikeim (17) aus Zettlitz reüssierten gar mit der Traumnote 1,0.
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Vor lauter Freude über den bestandenen Abschluss warfen die Abiturienten beim Lied "Acht lange Jahre" ihre Hände in die Höhe, mit dem sie den gelungenen Schlusspunkt der Abiturfeier setzten.  Fotos: Stephan Stöckel
Vor lauter Freude über den bestandenen Abschluss warfen die Abiturienten beim Lied "Acht lange Jahre" ihre Hände in die Höhe, mit dem sie den gelungenen Schlusspunkt der Abiturfeier setzten. Fotos: Stephan Stöckel
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In Reih und Glied saßen die Abiturienten auf der Bühne der Burgkunstadter Stadthalle. "Sie können sich wie auf dem Präsentierteller fühlen", scherzte Landrat Christian Meißner (CSU), um dann lobend festzustellen: "Unsere Abi turienten sind der Stolz des Landkreises Lichtenfels", schloss er das Meranier-Gymnasium in Lichtenfels mit ein.
Der Redner hatte nicht untertrieben - schließlich handelt es sich um einen guten Abiturjahrgang in Burgkunstadt: Von den 80 Abiturienten, die am Freitagnachmittag verabschiedet wurden, haben 27 mit einer Eins vor dem Komma die Reifeprüfung bestanden. Das entspricht rund einem Drittel der Absolventen. "Bei 15 Schülern steht sogar das Prädikat ,sehr gut' auf dem Zeugnis", sagte Oberstufenkoordinatorin Ingelore Dück. Die Traumnote 1,0 erzielten zwei Schüler: Johannes Wickles (18) aus Burgkunstadt und Ronja Leikeim (17) aus Zettlitz.

Zum ersten Mal eine Externe

Zudem gab es eine Premiere am Gymnasium: Mit der 20-jährigen Katja Müller aus Lichtenfels hatte sich auch eine externe Bewerberin erfolgreich den Abiturprüfungen gestellt. Während die anderen Schüler fünf Prüfungsfächer hatten, musste sich Müller, die an keinem Schulunterricht teilgenommen hatte, acht Prüfungen unterziehen. "Als Externe die Reifeprüfung zu bestehen, ist nicht einfach. Es gibt bayernweit nur wenige, die das schaffen", zollte Oberstudiendirektor Thomas Meier seinen Respekt.
2013 hatte sich Müller, die bis dahin ein anderes Gymnasium besucht hatte, aufgrund einer Lebenskrise entschieden, sich eine Auszeit zu nehmen. "In dieser Zeit reifte in mir der Gedanke, als Externe am Gymnasium Burgkunstadt das Abitur zu machen, da ich später einmal Design studieren möchte", erzählte die junge Frau. Das war für sie kein Zuckerschlecken: "Ich ließ mir von Schülern Mitschriften geben und bestimmte Dinge von Studenten aus meinem Bekanntenkreis erläutern, googelte zudem im Internet nach dem Stoff. Angesichts der Tatsache, dass ich mir alles selbst erarbeitet habe, bin ich mit meinem Notendurchschnitt von 2,8 sehr zufrieden."
Welche Bedeutung steckt eigentlich hinter den Ausdrücken "Abitur" oder "Matura", wie der Österreicher sagen würde? Licht ins Dunkel brachte Schulleiter Thomas Meier, der die beiden Wörter aus dem Lateinischen ins Deutsche übersetzte: "Abitur bedeutet so viel wie ,man geht weg', während Matura für Reifezeugnis steht." Ausgehend vom Reifen und vom Weggehen, also vom Entlassen in die Freiheit, entwickelte der Pädagoge folgende Gedanken: "Ihr habe eine geistige Freiheit erreicht - ihr könnt denken und aufgrund Eures Wissens könnt ihr auch beurteilen. Ihr, liebe Abiturienten, seid zu kritikfähigen Menschen herangereift, die Zusammenhänge verstehen, über ihren Horizont zu blicken vermögen und sich für das große Ganze in unserer Welt interessieren."

Wie im Hochseilgarten

Die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) ermunterte die frischgebackenen Abiturienten, ihr Leben lang neugierig zu bleiben und die Heimat nicht zu vergessen, während CSU-Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner die jungen Leute dazu aufrief, sich für den Frieden in der Welt zu engagieren.
Mit einem Hochseilgarten verglich Elternbeiratsvorsitzender Mathias Heppner das Leben der jungen Leute, der diesen viel Erfolg beim weiteren Gang durch selbigen wünschte.
Flexibilität, Fleiß, die richtige Portion Ehrgeiz und die Bereitschaft, auch einmal alle Fünfe gerade sein zu lassen - all das wünschte Elternbeiratsvorsitzender Konrad Herold.
Und die Abiturienten? Katja Krause und Lena Schnapp ließen in ihrer Rede noch einmal acht erlebnisreiche Schuljahre Revue passieren, die, so Krause, wie im Fluge vergangen seien. "Es ist ein Abschied mit Wehmut. An unsere Schulzeit werden wir immer mit Freude zurückblicken", sagte sie.

"Acht lange Jahre"

Den musikalischen Schlussakkord setzte dann der Chor der Abiturienten mit dem Lied "Acht lange Jahre" von Paul Falk. Das Gefühl der Freiheit nach Jahren des Büffelns und Paukens wurde darin leidenschaftlich besungen: "Acht lange Jahren haben wir hier gesessen, vieles gelernt und auch vieles vergessen. Nie wieder Schule, aus und vorbei."
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