Lichtenfels
Aktion

IHK will zusammen mit Lichtenfels den Einzelhandel ankurbeln

Die IHK gehört zu den Mitorganisatoren einer Veranstaltung im Februar in Lichtenfels, bei der es um eines der ganz wichtigen Themen im Landkreis geht: Wie kann man den Einzelhandel in der Innenstadt ankurbeln?
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Bei Veranstaltungen wie etwa dem Herbstmarkt herrscht Leben in der Lichtenfelser Innenstadt, doch sonst sind die Folgen des hohen Leerstands von Geschäften zu spüren und es sind nicht viele Menschen unterwegs. Archivbild: Klaus Gagel
Bei Veranstaltungen wie etwa dem Herbstmarkt herrscht Leben in der Lichtenfelser Innenstadt, doch sonst sind die Folgen des hohen Leerstands von Geschäften zu spüren und es sind nicht viele Menschen unterwegs. Archivbild: Klaus Gagel
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Das Thema bewegt Lichtenfels immer noch wie kein zweites: Wie kann man die Innenstadt beleben? Denn unabhängig von der momentan laufenden Neugestaltung der Coburger Straße und der Unterführung bleibt ein wichtiges Problem bestehen: Der Leerstand von Geschäften in der Innenstadt ist hoch.
"Mit diesem Problem steht Lichtenfels nicht alleine da", sagt Peter Belina, Leiter der Kommunikation in der IHK Oberfranken. Die Stadt braucht den Handel, doch der Handel nicht mehr unbedingt die Stadt. "Oft sind die Flächen für zeitgemäßen Handel einfach zu klein geworden."

In anderen Städten gibt es bereits Ansätze für Lösungen: Dort wird versucht, dass sich Eigentümer zusammenschließen, um größere zusammenhängende Flächen anbieten zu können. "Wir müssen also das Rad in Lichtenfels nicht neu erfinden", betont Belina.
In anderen Städten Oberfrankens wie etwa in Forchheim gebe es positive Beispiele dafür.

Gute Anbindung und Entwicklung angestrebt

Ein zweites Thema, das das Industrie- und Handelsgremium Lichtenfels wieder stärker in den Blickpunkt rücken möchte: "Es geht um die Anbindung von Weismain an die A 70", sagt IHK-Vizepräsident Wilhelm Wasikowski. Das sei für die nachhaltige Entwicklung der Firma Baur ein ganz großes Thema - und schließlich sei das ja auch der größte Arbeitgeber im Landkreis.

Momentan ist die Stimmung in der Industrie im Kreis Lichtenfels eher gedämpft. Die aktuelle Situation werde zwar allgemein als gut eingestuft, aber man blicke etwas pessimistisch in die Zukunft. Drei Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung der Lage, aber 23 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Drei Prozent - das ist der mit Abstand schlechteste Wert seit Januar 2010. Zwar gab es immer wieder hohe Werte bei den Pessimisten, doch in der Regel viele Firmeninhaber, die mit Verbesserungen rechneten. Besonders drastisch fällt der Unterschied zur Befragung im Mai dieses Jahres aus: Hier waren noch 24 Prozent der befragten Betriebe optimistisch und nur elf Prozent pessimistisch. Dieses Verhältnis hat sich mehr als umgedreht. Das führt unter dem Strich dazu, dass der Wert auf dem Konjunkturklimaindikator der IHK erstmals seit fünf Jahren unter 100 fällt, nämlich auf 98.

Weiter sind Investitionen geplant

Die Auftragsbücher sind nicht mehr so gut gefüllt - und die Auslastung sinkt, unterstreicht Wasikowski. Das hat aber momentan keinen Einfluss auf die Investitionsfreude der Betriebe. Die Bereitschaft sei weiter hoch. Wasikowski nennt auch die niedrigen Zinssätze als Ursache dafür: "Wer jetzt nicht investiert, wann will er es dann tun?"
Dabei geht es zu 80 Prozent um Ersatzbeschaffungen. "17 Prozent der Firmen investieren aber auch in neue Technologie - und das ist ein guter Wert", ergänzt Belina.

Stimmung sinkt zum Jahresende

Eine Besonderheit, für die man bei der IHK noch keine Erklärung gefunden hat: Bisher gab es bei der Beurteilung der aktuellen Situation zum Jahresanfang in den Betrieben immer deutlich höhere Werte als jetzt zum Jahresende hin: "Das ist eine Lichtenfelser Eigenart, die wir uns noch nicht erklären können", sagte Belina.
Entwicklungen wie die Krise in den Handelsbeziehungen zu Russland treffen die Lichtenfelser Wirtschaft insgesamt weniger als andere Regionen. Das liegt an der hiesigen Struktur. Neben dem großen Online-Händler Baur hat man vor allem einen hohen Anteil an Polstermöbelherstellern. Beide Branchen sind eher von der Binnenkonjunktur abhängig.

Eine weitere Säule im Landkreis stellen Automobilzulieferer dar, zu denen man neben Scherer und Trier, wo man im Rahmen der Insolvenz nach einem neuen Investor sucht, auch Firmen wie Moll in Bad Staffelstein oder indirekt auch die Hofmann-Gruppe in Schney oder Fischer in Burgkunstadt zählen kann. In der Autoindustrie liefen die Geschäfte einigermaßen stabil, von der Seite her drohten auch den Zulieferern keine zusätzlichen Gefahren, sagt Belina.
Sorgen macht sich Wilhelm Wasikowski um die Lage in der Polstermöbelindustrie. Hier liegt der Lohnkostenanteil bei etwa 30 Prozent. "Vor allem aus Polen droht uns immer mehr Konkurrenz. Das Lohnniveau ist dort regional sehr unterschiedlich. Im Grenzgebiet zu Deutschland ist es teilweise recht hoch. Aber es gibt in Krakau Arbeitnehmer, die 300 Euro im Monat verdienen."

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