Bad Staffelstein
Arbeitsplätze

IBC Solar: Transfergesellschaft nimmt Arbeit auf

Bei IBC Solar in Bad Staffelstein zeichnet sich ab, wie der Personalabbau gestaltet wird. Und es gibt einen kleinen Lichtblick.
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Am Montag führte der Arbeitsweg für rund zwei Dutzend Mitarbeiter von IBC Solar nicht nach Bad Staffelstein, sondern nach Coburg. Dort hatten sie einen Termin mit der Firma Train, jenem Unternehmen, das die Transfergesellschaft für IBC gestalten wird. "Profiling" lautete das Stichwort - man schaut, wo liegen die Stärken der Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssen.

Denn IBC steckt mitten drin in einem Umbau. Am Montag, 3. Februar, gab Firmenchef Udo Möhrstedt auf einer Mitarbeiterversammlung in der Peter-J.-Moll-Halle bekannt, dass das Unternehmen 83 von rund 280 Arbeitsplätzen abbauen muss.

Krise erreicht Bad Staffelstein

Die Krise der Solarbranche hat damit auch jene Firma erreicht, die in Bad Staffelstein zuvor eine bemerkenswerte Entwicklung gezeigt hatte: Jahrelang kannte die Entwicklung nur eine Richtung, es ging aufwärts. 2011 lag der Umsatz bei 870 Millionen Euro. Doch im vergangenen Jahr verzeichnete man nur noch 300 Millionen Euro Umsatz. Eine Folge der zweimaligen, deutlich spürbaren Änderungen beim EEG im Jahr 2012. 2013 wurden die Preise für Solarmodule aus China auf Drängen der EU um etwa 20 Prozent heraufgesetzt. "Das konnten wir nicht mehr handhaben", sagte Udo Möhrstedt.

Mindestens drei Monate Betreuung

Die Transfergesellschaft, die gestern ihren Betrieb aufnahm, soll es den betroffenen Mitarbeitern erleichtern, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Mindestens drei Monate werden die Jobsuchenden dort betreut, maximal das Doppelte der Kündigungsfrist, zu 80 Prozent der bisherigen Nettobezüge. Dazu kommt eine Abfindung von einem halben Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Anfang Februar ging IBC davon aus, dass etwa 90 Prozent der Betroffenen das Angebot nutzen würden.

Offizieller Start am 1. März

Inzwischen haben sich die Gewichte etwas verschoben: Statt 83 Mitarbeiter sind nur noch 72 betroffen. Sieben hatten schon vor Februar gekündigt, vier Damen sind im Mutterschutz. Bei 59 Mitarbeitern, die in die Transfergesellschaft wechseln, und vier Aufhebungsverträgen ergibt sich eine Quote von 85 Prozent, überschlägt Stefan Golla, Leiter Recht und Personal bei IBC Solar. Neun Mitarbeiter erhalten eine Kündigung. Sie erhalten eine Abfindung von 0,3 Monatsgehältern pro Jahr Betriebszugehörigkeit. Aber auch hier könne sich die Zahl noch etwas verringern, denn es sei etwa ein Fall dabei, wo ein Mitarbeiter im Urlaub krank geworden sei. Auch dem wolle man den Wechsel in die Transfergesellschaft möglich machen. Diese Gesellschaft nimmt offiziell ihre Arbeit am 1. März auf.

Solarmarkt ist rückläufig

"Jetzt wollen wir die Mitarbeiter über die neue Struktur informieren", kündigt Golla an. Im März werde es eine weitere Mitarbeiterversammlung geben. IBC hat seinen Anteil bei kleineren und mittelgroßen Anlagen auf dem deutschen Markt von sieben auf elf Prozent steigern können. Doch ist der Markt hier rückläufig. 2013 wurden nur halb so viele Solarflächen installiert wie in den Jahren zuvor.

Mit Partnern im Ausland möchte IBC künftig stärker mit Großanlagen für den Eigenverbrauch und Speichersystemen die Umsatzverluste der vergangenen Jahre ausgleichen. Das erfordert auch intern andere Strukturen.
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