Lichtenfels
Stadtratsbeschluss

Hundesteueranhebung trifft wenige empfindlich

Betroffen von den Bemühungen, mehr Einnahmen für die Lichtenfelser Stadtkasse zu generieren, ist auch die Hundesteuer. Ab dem kommenden Jahr wird sie von bisher 25 auf 40 Euro im Jahr angehoben. Richtig teuer wird es für die Halter von sogenannten Kampfhunden.
Artikel drucken Artikel einbetten
Hundekot ist in vielen Orten ein Ärgernis.  Foto: Peter Förster/dpa
Hundekot ist in vielen Orten ein Ärgernis. Foto: Peter Förster/dpa
Auch wenn diese Hundehalter per Gutachten nachweisen, dass von ihrem Tier keine besondere Gefahr ausgeht, weil es keine gesteigerte Aggressivität aufweist, müssen sie 600 Euro pro Jahr zahlen. Das ist exakt das 24-fache des bisherigen Betrages, und dies war im Stadtrat auch der Streitpunkt in der ansonsten einvernehmlich geführten Diskussion um die Gebührenerhöhungen.

Emmi Zeulner (CSU) machte deutlich, dass acht Familien im Stadtgebiet betroffen seien, die einen Hund dieser Kategorie hätten und zusammen dann 4800 Euro zahlen müssten. Sie gab zu bedenken, dass diese Hundehalter bereits die Kosten für den erforderlichen Wesenstest zu tragen haben und beantragte eine Halbierung des neuen Satzes für jene Hunde.

Arnt-Uwe Schille (SPD) blies ins selbe Horn. Er sei nicht generell gegen die Erhöhung der Hundesteuer, sondern gegen diese Ungleichbehandlung. Hunde der betreffenden Kategorie seien ohnehin nur mit dem besagten Negativzeugnis erlaubt. "Was bei einem Hund rauskommt, liegt am Besitzer", sagte er und äußerte die Sorge, dass entsprechende Hunde sonst womöglich ins Tierheim gebracht würden. Helmar Zipp (SPD) ergänzte, dass die erhebliche Verteuerung diejenigen, die so ein Tier schon haben, jetzt unvorbereitet treffe.

Andere Stadträte hingegen äußerten sich kritisch zu Kampfhunden, merkten an, dass Lichtenfels im Vergleich zu anderen Kommunen immer noch günstig bei der Hundesteuer sei und seit 1993 diese nicht erhöht habe, oder hoben das Problem der von Hunden verursachten Verunreinigungen hervor. Allein die 38 aufgestellten Hundekotbeutelspender bringen laut Kämmerer Johann Pantel Folgekosten von 17 000 Euro im Jahr mit sich. Die Reinigung von Straßen und Gehsteigen sei nicht berechnet. Diese würde aber ebenso einen erheblichen Betrag ausmachen. Es gibt etwa 1000 Hunde im Stadtgebiet.
Die Anhebung wurde mit großer Mehrheit (24:4) beschlossen.

Die Ermäßigung für Hunde in Weilern (Stadtteilen von bis zu 300 Einwohnern) entfällt künftig. Nur für Einöden/Aussiedlerhöfe bleibt es bei einer 50-prozentigen Ermäßigung. Für einen zweiten Hund werden 50, ab dem dritten Hund 60 Euro fällig.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren