Kloster Banz
Musik

Heuer klingen die "Songs" auf Kloster Banz aus

Die "Songs an einem Sommerabend" finden im Juli zum 30. und zugleich letzten Mal statt. Am 3. Juli gibt's ein Abschlussfest.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Duo "Carolin No" gestaltete die Pressekonferenz im Staffelsteiner Rathaus musikalisch - unter anderem mit dem Song "Ehrlich gesagt". Foto: Matthias Einwag
Das Duo "Carolin No" gestaltete die Pressekonferenz im Staffelsteiner Rathaus musikalisch - unter anderem mit dem Song "Ehrlich gesagt". Foto: Matthias Einwag
+1 Bild
Alle beteiligten Akteure der Pressekonferenz im Rathaus lobten das Liedermacher-Festival: Die "Songs an einem Sommerabend" seien alljährlich eine wundervolle Veranstaltung. Sie machten stets vielen Menschen Freude - und sie nützten der Region wirtschaftlich.

Dass sie heuer zum letzten Mal in der bisherigen Form stattfinden würden, war von vornherein klar. Das finanzielle Risiko sei zu groß, um es allein zu übernehmen, sagten Ado Schlier und seine Frau Monika, deren Würzburger "Studio für Veranstaltungen" das Festival auf der Klosterwiese alljährlich organisiert hatte. Auf 200 000 Euro taxierte Ado Schlier (81), der künstlerische Leiter der "Songs", das finanzielle Risiko des Veranstalters. Dieses Risiko könne man nicht alleine tragen, deshalb suche man Sponsoren. Definitiv erklärte er: "Es geht in dieser Form nicht weiter."

Die Unwägbarkeiten seien in den vergangenen Jahren schon sehr groß gewesen, fuhr er fort. "Das ist kein Zustand für lange Zeit." Ado Schlier ließ aber durchblicken, dass er als Musikfachmann einem etwaigen neuen Veranstalter gern zur Seite stehen würde. "Ich könnte ein Programmkuratorium beraten und Verbindungen zu Künstlern herstellen", sagte er. Eine Grundvoraussetzung, dass es weitergehen könnte, wäre ein Neuverteilen des finanziellen Risikos. Eine Option wäre zum Beispiel eine Ausfallbürgschaft. Dafür ist aber derzeit niemand zu gewinnen kristallisierte sich heraus.


Klosterwiese birgt Probleme

Gleichwohl berge der Veranstaltungsort viele Probleme, fuhr Ado Schlier fort. Toiletten, Tribünen und die gesamte Übertragungstechnik müssten jedes Mal neu aufgebaut werden, was viel Geld verschlinge. "Die schräge Wiese hat keine Infrastruktur, das ist ein großer Kostenfaktor", sagte er. Es gebe viele Dinge, die zur Kostenexplosion beitragen.

Er habe zwar jemanden in petto, der in den Ring steigen würde, aber einen Namen wollte er nicht nennen. Die Verhandlungen mit der Hanns-Seidel-Stiftung, dem Hausherrn der Klosterwiese, seien bisher nicht zielführend gewesen.

"Ich habe ganz konkrete Vorstellungen, wie's weitergehen könnte - mit einem kommerziellen Träger", gab Ado Schlier bekannt. Wenn jedoch ein neuer Veranstalter einsteigen sollte, müsste der die Chance haben, auf mindestens fünf Jahre planen zu können. "Die Wiese ist eigentlich eine ungeeignete Örtlichkeit", urteilte er. Ob's weitergeht, liege an der Hanns-Seidel-Stiftung, doch die führenden Leute seien derzeit in Wildbad Kreuth sehr beschäftigt, grummelte Ado Schlier.


"Liedermacher kommen zu kurz"

Und dann gebe es noch einen ganz grundsätzlichen Aspekt, den künstlerischen. Ado Schlier: "Die Liedermacher - keiner pflegt sie; sie kommen meiner Meinung nach zu kurz, während Komödianten in Comedy-Sendungen zu Tode gehetzt werden."

Michael Möslein, der Verwaltungsleiter der Hanns-Seidel-Stiftung, erklärte pragmatisch, dass man versuchen werde, den Nachwuchspreis auch künftig zu verleihen und das Konzert des Nachwuchs-Contests weiterhin auszutragen. Es sei denkbar, das Festival für eine Übergangszeit auf einen kleineren Rahmen herunterzubrechen. Die "Songs" seien eine Sache, die auf das Konzert des Nachwuchsförderpreises draufgesetzt sei.

Ado Schlier wies darauf hin, dass es seit Oktober Sondierungen mit der Seidel-Stiftung gebe. Letztlich sei man aber nicht zusammengekommen: "Es fehlt das Schlüsselgespräch." Monika Schlier sagte, alles sei bisher im Sande verlaufen. Ado Schlier: "Im April muss ein entscheidendes Gespräch stattfinden."

Carolin No, eine jener Künstlerinnen, die bei den "Songs" auftreten, relativierte: "Für uns ist es unvorstellbar, dass es diese Veranstaltung nicht mehr geben sollte." Das Flair der Veranstaltung umriss sie aus der Sicht junger Künstler so: "Das, was hängen bleibt, ist, dass man mit Konstantin Wecker auf der Bühne stehen darf."
Die Stadt Bad Staffelstein habe keine Finanzmittel, um das Festival zu unterstützten, zitierte Ado Schlier den Staffelsteiner Bürgermeister Kohmann. Zweiter Bürgermeister Hans Josef Stich (CSU) und stellvertretender Landrat Helmut Fischer (CSU) unterstrichen, dass sie die Strahlkraft der "Songs" für die Stadt und den Kreis sehr wohl sehen. Es werde über alles nachgedacht, sagte Stich, und es gebe keine Denkverbote. Helmut Fischer sprach von Bemühungen im Hintergrund, die angelaufen, aber noch nicht spruchreif seien. Es gehe darum, "dieses Lebenswerk nicht zu begraben", sagte er an Ado Schlier gewandt.


Bedauern - aber keine Strategie

Allgemein bedauerten alle, die am Konferenztische im Rathaus Platz genommen hatten, dass es bedauerlich wäre, wenn der Marketingfaktor "Songs" wegfiele und dieser Farbtupfer von Landkarte verschwände.




Ort und Zeit und Kartenvorverkauf

Drei Termine Die beiden regulären Abende auf der Klosterwiese sind am Freitag, 1. Juli, und Samstag, 2. Juli. Einlass ist jeweils um 16 Uhr, Beginn um 19 Uhr. Das Abschlussfest beginnt am Sonntag, 3. Juli, um 16 Uhr (Einlass: 14 Uhr).

Stars Am 1./2. Juli sind dabei: Konstantin Wecker, Klaus Hoffmann, Bodo Wartke, Gaby Moreno, Solo zu Viert, Viva Voce, Claudia Koreck, Dominik Plangger und Moderator Matthias Brodowy. Außerdem treten die Nachwuchspreisträger des Contests der Hanns-Seidel-Stiftung auf. Das Abschlussfest (3. Juli) bestreiten Konstantin Wecker, Klaus Hoffmann, Solo zu Viert, Bodo Wartke, Viva Voce,Dominik Plangger, Andi Weiss und Carolin No unter der Moderation von Matthias Brodowy.

Karten Tickets sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen zu haben (sowie per E-Mail zu beziehen unter der Adresse karten1@studio-fuer-veranstaltungen.com). Weitere Infos finden Sie im Internet (studio-fu er-veranstaltungen.com).

TV Das Bayerische Fernsehen berichtet in der Frankenschau am Sonntag, 13. März (18 Uhr), über die Songs.
Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren