Lichtenfels
Infrastruktur

Herrmann in Lichtenfels preist den schnellen Zug

Der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann gab bei der Verkehrskonferenz in Lichtenfels Auskunft zu laufenden und geplanten Maßnahmen. Kreispolitiker fürchten, dass die Region durch den Wegfall des ICE-Halts abgehängt werde. Zwischen Januar und September 2016 werden die Streckenabschnitte Hallstadt-Bad Staffelstein und Breitengüßbach-Ebern für acht Monate gesperrt.
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Innenminister Joachim Herrmann (r.) besuchte den Landkreis Lichtenfels. Dabei wurde er von Landrat Christian Meißner (Mitte) und dem CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner begrüßt.  Foto: Gerda Völk
Innenminister Joachim Herrmann (r.) besuchte den Landkreis Lichtenfels. Dabei wurde er von Landrat Christian Meißner (Mitte) und dem CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner begrüßt. Foto: Gerda Völk
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Der Verlust des ICE-Halts in Lichtenfels und das Dauerthema "B 173 neu" waren die Themen, die am Donnerstag bei der Verkehrskonferenz mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Landratsamt angesprochen wurden. Dabei informierte der Minister auch über Verkehrsprojekte in Oberfranken. Zu der Konferenz waren Kreisräte, Bürgermeister und der CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Baumgärtner geladen.

Die bayerische Verkehrspolitik setze auf Vernetzung, sagte Herrmann. Es gehe nicht um einzelne Straßen- oder Schienenprojekte, sondern um Gesamtkonzepte im Güter- wie auch im Personenverkehr. Deshalb sei es eine zukunftsweisende Entscheidung gewesen, alle Fragen des Verkehrs in einem Ressort zu bündeln.

Zu den wichtigsten Baumaßnahmen im Bereich der Bundesstraßen im Landkreis Lichtenfels zählte der Minister den Ersatzneubau der Bahnbrücke im Zug der B173 bei Redwitz, die heuer planerisch vorbereitet und 2015 baulich umgesetzt werde.

Derzeit laufen die Sanierungsarbeiten an der Brücke über die Staatsstraße 2197 bei Lichtenfels. Die Arbeiten sollen noch in diesem November abgeschlossen werden. Im nächsten Jahr sollen knapp zwei Millionen Euro zum besseren Schutz der Anwohner vor dem Verkehrslärm der A73 bei Bad Staffelstein für nachträgliche Lärmschutzmaßnahmen eingesetzt werden.


24 große Baustellen

Laut Innenminister Herrmann befinden sich aktuell 24 bedeutsame Maßnahmen in Oberfranken in der Bauphase oder beginnen heuer noch. Das Gesamtvolumen dafür beträgt über 40 Millionen Euro. Darunter befindet sich auch die Erneuerung der Mainbrücke in Altenkunstadt für rund drei Millionen Euro. Eine weitere den Landkreis betreffende Maßnahme des Ausbauplans sei die Verlegung der Staatsstraße 2187 südlich von Ebensfeld. Wie Landrat Christian Meißner (CSU) erläuterte, habe die Staatsregierung pünktlich zum Besuch des Ministers die Planfeststellung für diese Maßnahme abgeschlossen.

In drei Jahren breche mit der Inbetriebnahme der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Ebensfeld nach Erfurt ein neues Bahnzeitalter an. "Von der schnelleren Anbindung werden Menschen und Wirtschaft im westlichen Oberfranken spürbar profitieren", so der Minister. Im Vorfeld werde es wegen der Bauarbeiten noch zur starken Einschränkungen für die Bevölkerung kommen.

Zwischen Januar und September 2016 werden die Streckenabschnitte Hallstadt-Bad Staffelstein und Breitengüßbach-Ebern für acht Monate gesperrt. Eine Totalsperrung, die laut Herrmann notwendig sei, da ein Bau bei laufendem Zugverkehr eine mehrjährige Verzögerung mit sich bringe. Während der Vollsperrung werde ein Busersatzverkehr inklusive Expressbusse über die Autobahn A73 eingerichtet.


VGN-Beitritt wichtig

Da für Lichtenfels der ICE-Halt wegfallen wird, sei es umso wichtiger, dass der Landkreis optimal an Bamberg und Coburg angebunden werde, machte Landrat Christian Meißner deutlich. Schon deshalb sei der Beitritt des Landkreises zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) wichtig.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) aus Ebensfeld sprach die laufende Neugestaltung des Bahnhofs an. Seiner Meinung nach würde es jetzt Sinn machen, die Bahnsteige barrierefrei zu gestalten, und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Bürgermeister Thomas Kneipp (CSU) machte noch einmal die Position der Gemeinde Hochstadt zur "B 173 neu" deutlich. "Zwei Drittel der Bevölkerung lehnt die Trasse ab." Deshalb werde die Gemeinde klagen. Unterstützung bekam Kneipp von Kreisrat Heinz Petterich: "Die Leute haben vor Jahren in Hochstadt ein Haus gebaut mit dem Wissen, dass dort keine Straße gebaut wird." Jetzt werde ihnen eine Bundesstraße vor die Nase gesetzt.

Nach Ansicht des CSU-Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner biete sich jetzt die letzte Chance die "B 173 neu" zu realisieren. Ansonsten befürchte er, werde die Region oberer Frankenwald tausende Arbeitsplätze verlieren.

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