Wer in den Hof von Veronika Fischers Haus kommt, dem recken sich sieben feuchte Nasen entgegen. Fröhlich tänzelt die tierische Großfamilie um die Rudelführerin Fischer he rum und bereitet jedem Besucher einen großen Empfang. Mit viel Neugier und Schwanzwedeln wird jeder Gast begrüßt, vor Gebell oder gar Bissen muss er sich auf keinen Fall fürchten.

Veronika Fischer hilft seit vielen Jahren ausgesetzten und misshandelten Schäferhunden. Hat sie Platz, so gibt sie den Hunden in ihrem Haus ein liebevolles neues Heim, ansonsten versucht sie, sie in fürsorgliche Hände zu vermitteln.

Selbst wollte Veronika Fischer nie mehr als zwei Hunde behalten. Letztes Jahr spielte ihr das Schicksal jedoch einen Streich: Bei ihren täglichen Spaziergängen bekam sie Mitleid mit einer im Zwinger eingesperrten Schäferhündin. "Jeden Tag habe ich sie weinen hören", erinnert sich die Hundeliebhaberin. Das Wimmern machte ihr das Herz schwer - sie fing an, mit der Hündin zu sprechen. "Nach ein paar Tagen hatte ich schon so eine Verbindung mit dem Tier", berichtet sie.

Als Veronika Fischer den Besitzer der Hündin zufällig traf, versuchte sie den Züchter zu überreden, ihr das Tier zu geben. "Nach wochenlangem Kampf habe ich Luna dann bekommen", berichtet Fischer. Luna - auf diesen Namen taufte die Hundenärrin den Neuankömmling. "Die Überraschung kam dann mit den Jungen", erzählt sie weiter, denn Luna trug fünf Welpen in ihrem Bauch, die im November letzten Jahres zur Welt kamen. Fünf Weibchen sind es geworden.

Nachdem Veronika Fischer die Tiere geimpft, entwurmt und zur Stubenreinheit erzogen hatte, unternahm sie mehrere Versuche, die Welpen zu vermitteln. Auf das erste Inserat meldeten sich noch viele Interessenten, aber nur eine Hündin fand ein neues Zuhause. Dabei sind die Ansprüche von Veronika Fischer an die neuen Herrchen nicht überhöht: Liebevolle Besitzer sucht sie für ihre Lieben, Familienbezogenheit wünscht sie sich, und dass die Hündinnen nicht im Zwinger gehalten werden.

Fischer bittet Leser, die vorhaben, sich einen Hund anzuschaffen, sich zu überlegen, ob eine neun Monate alte Schäferhündin eine Option wäre. So gern die Rentnerin alle behalten würde, überfordern sie die Kosten für Futter und Tierarzt und die Arbeit mit den sieben Hunden. Darauf, dass die Hunde lieb, gut erzogen, kinderfreundlich und garantiert nicht gefährlich sind, können sich die Interessenten verlassen. Das versichert Veronika Fischer und erzählt lächelnd: "Wenn ich abends sage, alle in ihre Bettchen, dann müssen Sie mal sehen, wie die alle springen!"