Lichtenfels
Hallenbad

Hallenbad: Die Kaffeemaschine bleibt kalt

Die Cafeteria im Merania-Bad ist seit Oktober nicht mehr bewirtschaftet. Besucher können nicht einmal ein Getränk bekommen. Das missfällt auch Stadträten.
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Die Cafeteria im Merania-Hallenbad besitzt einen direkten Zugang zur Schwimmhalle und einen abgetrennten Bereich für Gäste von außen. Man könnte dort gemütlich sitzen und aufs Wasser oder den Liegewiesenbereich blicken - wenn geöffnet wäre. Foto: Popp
Die Cafeteria im Merania-Hallenbad besitzt einen direkten Zugang zur Schwimmhalle und einen abgetrennten Bereich für Gäste von außen. Man könnte dort gemütlich sitzen und aufs Wasser oder den Liegewiesenbereich blicken - wenn geöffnet wäre. Foto: Popp
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Optisch ist die Cafeteria im Merania-Hallenbad gut in Schuss: Freundlicher Farbanstrich, passende Möblierung, ordentliche Gastro-Küche. Doch der Zapfhahn ist stillgelegt, die Kaffeemaschine abgeschaltet. Ende September 2015 hat der letzte Pächter das Feld geräumt. Leute, die einen gewissen Einblick in die Materie haben, meinen, dort oben könne man ein solches Lokal wohl nicht rentabel führen. Zumindest wäre es schwierig, auch wenn nur geringe Grundkosten seitens der Stadt verlangt würden. Denn mit nur einer Person können die Öffnungszeiten nicht abgedeckt werden. Also braucht man zwei, egal, wie groß oder klein der Umsatz ist.

Vor Jahren wurden in dieser Küche auch die Speisen für ein Catering-Unternehmen zubereitet, da war die Auslastung noch eine andere. Dafür aber war die Küche dann bald zu beengt - und die Cafeteria stand ohne Betreiber da.


Bewerber sind abgesprungen

"Die Stadt Lichtenfels hat direkt nach Ende des Pachtverhältnisses die Bewirtschaftung der Cafeteria erneut ausgeschrieben", sagt Andreas Eberlein vom Liegenschaftsamt. Es habe auch einige Bewerber gegeben, erst vor wenigen Wochen längere Verhandlungen, die aber leider nicht positiv abgeschlossen werden konnten.
Viele Besucher, die sich nach dem Baden im Café-Bereich aufhalten oder dort auf ihre Kinder warten, um diese abzuholen, sind offenbar noch nicht gleichzusetzen mit guten Umsätzen, wie auch Eberlein zu hören bekam. Wer nun an die Handballspiele oder anderen Sportveranstaltungen als potenzielle Frequenzbringer denkt, sei daran erinnert, dass Vereine dabei oftmals Essen und Trinken anbieten, um Einnahmen zu haben. Das ist dann zu günstigeren Preisen möglich, weil die Helfer ehrenamtlich im Einsatz sind. Da macht ein Bistro kein Geschäft. In der Schule nebenan gibt es Ganztagsbetreuung mit Mittagessen, darüber hinaus bleibt für Kinder nicht mehr viel freie Zeit. Also wer soll hier außerhalb der Ferienzeiten zum Kaffeetrinken herkommen? Und in den Ferien fahren viele Familien in Urlaub. Andererseits wünschen sich auch Touristen zumindest eine Art Kiosk, wenn sie Zeit auf der Liegewiese verbringen.

Das letzte Pachtverhältnis endete nach 23 Monaten. Jetzt ist wieder alles abgesperrt. Es gibt nicht einmal die Möglichkeit, nach dem Schwimmen ein Getränk zu kaufen. Die Stadtverwaltung weiß aus einigen Rückmeldungen, dass das Besuchern missfällt und drückt ihr Bedauern aus. Das Personal im Bad wird hin und wieder angesprochen - kann aber nichts daran ändern und hätte sicher selbst gern wieder eine Cafeteria, die es in den Pausen nutzen kann.

Jüngst wurde das Problem in einer Sitzung der SPD-Stadträte aufgegriffen. Fraktionsmitglied Elke Werner geht oft zum Schwimmen und ist im Merania ebenfalls schon auf den nicht glücklichen Zustand angesprochen worden. "Es ist wichtig, dass etwas geschieht", betont sie. Und wenn wenigstens eine Versorgung mit Getränken durch Automaten sichergestellt werde. Ideal wäre freilich auch diese Lösung nicht.

Wenn kein Pächter gefunden wird, kann denn die Stadt nicht selbst in die Bresche springen? Es seien Überlegungen in alle Richtungen angestellt worden, wie man die Cafeteria wieder öffnen könnte, sagt dazu Andreas Eberlein. "Letztlich konnte aber keine tragbare Lösung gefunden werden."
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