Burgkunstadt
Schule

Gymnasium Burgkunstadt will die Mittelstufe plus

Das Gymnasium Burgkunstadt ist einer der zahlreichen Bewerber für das Pilotprojekt Mittelstufe plus. Durch den Wegfall von Nachmittagsunterricht möchte das Gymnasium den Schülern mehr Zeit für andere Aktivitäten geben.
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Bei erfolgreicher Bewerbung könnte das Gymnasium Burgkunstadt bereits zum neuen Schuljahr die "Mittelstufe Plus" anbieten. Fotos: Maximilian Glas
Bei erfolgreicher Bewerbung könnte das Gymnasium Burgkunstadt bereits zum neuen Schuljahr die "Mittelstufe Plus" anbieten. Fotos: Maximilian Glas
Für Thomas Meier, dem Schulleiter des Gymnasiums Burgkunstadt, steht fest:"Wenn ein Kind begabt ist, sollte es auch ans Gymnasium und Abitur machen." Im Landkreis Lichtenfels treffe dies laut Meier aber nicht immer zu. In bayerischen Großstädten liege die Übertrittsquote an Gymnasien in der Spitze bei bis zu 80 Prozent - im Kreis Lichtenfels bei lediglich 30 bis 35 Prozent.

"Der Landkreis Lichtenfels hat mit die geringste Akademikerquote in ganz Bayern", sagt Thomas Meier. Oft haben die Eltern Angst ihre Kinder zu überfordern und nicht ausreichend unterstützen zu können und gehen so mit der Realschule lieber den sicheren Weg, erklärt der Schulleiter. Um diese Ängste einzudämmen und die Belastung in Form von Nachmittagsunterrichten zu mindern, hat sich das Gymnasium Burgkunstadt für das Pilotprojekt "Mittelstufe Plus" beworben.

Im Modellversuch des Bayerischen Kultusministerium wird die Mittelstufe an 40 ausgewählten Schulen von drei auf vier Jahre verlängert. Die Schüler sollen durch weniger Nachmittagsunterricht entlastet und durch mehr Stunden in den Kernfächern zusätzlich gefördert werden.

Als Grund für die Burgkunstadter Bewerbung nennt Meier die Ausnahmesituation des ländlichen Raums in der gymnasialen Bildungslandschaft.Die Anfahrtswege seien für die meisten Kinder sehr lange und gerade bei schlechter Witterung äußerst zeitintensiv. Durch den potenziellen Wegfall des Nachmittagunterrichts, hätten die Kinder in der Mittelstufe wieder mehr Zeit für Sportvereine oder andere Aktivitäten. Derzeit gibt es am Gymnasium Burgkunstadt in der achten und neunten Klasse jeweils einen und in der zehnten Klasse zwei Tage mit Nachmittagsunterricht. Im Pilotversuch würde es lediglich noch einen Nachmittagsunterricht in der zehnten Klasse geben.

Schüler und Lehrer überzeugt

Das Projekt stößt bei allen Beteiligten des Gymnasiums Burgkunstadt auf breites Interesse. Keine einzige Lehrkraft sprach sich im Vorfeld gegen eine Bewerbung aus. Und auch die potenziell betroffenen Schüler reagieren positiv auf das Pilotprojekt. In einer Vorab-Umfrage unter den 88 Siebtklässlern, würden aktuell 66 von ihnen die Variante Mittelstufe Plus auswählen. Bei erfolgreicher Bewerbung könnten also schon im nächsten Schuljahr zwei "Plus-Klassen" starten, die das Abitur wieder in neun Jahren erlangen. "Da die Abiturienten heute teilweise erst 17 sind, schadet der Persönlichkeitsentwicklung ein zusätzliches Jahr nicht", sagt Thomas Meier.

Gleichzeitig betont der Schulleiter aber auch, dass er mit der aktuellen Entwicklung des achtjährigen Gymnasiums zufrieden ist. "G8 ist mittlerweile ein funktionierendes System, wofür auch die Ergebnisse sprechen", sagt er. In den letzten Jahren seien die Abitur-Noten immer besser und die "Durchfallquote" niedriger geworden. Dennoch höre Meier von besorgten Eltern immer wieder G8-Verschwörungstheorien, die jeglicher Grundlage entbehren.

Mitte März werden die Ministerialbeauftragten der zuständigen Regierungsbezirke über die Auswahl der teilnehmenden Schulen entscheiden. Aus Oberfranken werden vermutlich vier oder fünf Gymnasien ausgesucht. Trotz der vielen Mitbewerber hofft Meier auf eine Berücksichtigung. "Wir rechnen uns schon Chancen aus, als Landschule ist das Gymnasium Burgkunstadt ja geradezu prädestiniert für dieses Projekt."
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