Lichtenfels
Pläne

Großprojekt soll den Main im Kreis Lichtenfels zum Leben erwecken

Vier Landkreise träumen von einem Maininformationszentrum. Der Obermain könnte Touristen hinzugewinnen. Gestern fiel die erste wichtige Entscheidung.
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So könnte das Knetzgauer Mainufer mit einem Maininformationszentrum aussehen.  Grafik: Planungsbüro arc-grün, Quelle: Gemeinde Knetzgau
So könnte das Knetzgauer Mainufer mit einem Maininformationszentrum aussehen. Grafik: Planungsbüro arc-grün, Quelle: Gemeinde Knetzgau
Es ist eine Vision, die die Main-Regionen mit einander verbinden soll. In Knetzgau (Kreis Haßberge) soll ein großes Maininformations- und Erlebniszentrum (MIZ) entstehen. Der Landkreis Lichtenfels und besonders der Obermain sollen davon ebenfalls profitieren, wenn es nach der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Obermain geht. Gestern stellte Regionalkoordinatorin Andrea Musiol das Projekt dem Entscheidungsgremium der LAG vor. Dieses sollte dann entscheiden, ob sich die Gruppe finanziell an einer Machbarkeitsstudie beteiligt, die der erste Schritt zur Realisierung sein soll.


Alles unter einem Dach

In Anlehnung an das Steigerwaldzentrum im Kreis Schweinfurt solle das MIZ ein großes Besucherzentrum für den gesamten Main werden, erklärt Musiol. "Das gibt es in dieser Form noch gar nicht." 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche und 3000 Quadratmeter Außenfläche sind derzeit angedacht. "Das ist aber alles noch nicht spruchreif", betont Musiol.

Marco Depner, Leiter der Finanzverwaltung der Gemeinde Knetzgau, spricht von einer "lebendigen Dauerausstellung". Viele Themen rund um den Main sollen im MIZ behandelt werden. Und damit meint er "den Main in seiner Gesamtheit", betont Depner. Dort dürften sich sowohl das Fachpublikum treffen, als auch Schulgruppen oder Touristen vorbeischauen.


Hilfe vom Staat benötigt

Im Moment steht aber erst eine Machbarkeitsstudie im Vordergrund. Das Fachbüro, das den Auftrag später erhält, soll Vorschläge machen, wie sich das MIZ gestalten und umsetzen lassen könnte. "Der Sinn ist, dass wir etwas in der Hand haben, um damit politische Akquise zu betreiben", erklärt Depner. Das ist auch dringend nötig, denn die Kosten für das MIZ, sollte es tatsächlich entstehen, gingen in die Millionen. "Die Gemeinde Knetzgau kann das nicht alleine stemmen", sagt der Leiter der Finanzverwaltung.

Alleine steht die Gemeinde als Projektträger schon jetzt nicht da. Beteiligt sind auch die Landkreise Haßberge, Schweinfurt, Bamberg und Lichtenfels, beziehungsweise die jeweiligen LAGs. Erst wenn diese der Mitfinanzierung zustimmen und das Amt für Ernährung und Landwirtschaft den Bewilligungsbescheid herausgibt, kann die Studie in Auftrag gegeben werden.

Die Lichtenfelser stimmten als letzte LAG dem Vorhaben gestern zu, berichtet Andrea Musiol. Insgesamt soll es, je nach Büro, 80 bis 90 000 Euro kosten und Ende des Jahres fertig sein. Die LAG Obermain beteiligt sich zunächst mit 1500 am Kooperationsprojekt.

Musiol könne sich vorstellen, dass das MIZ den Main in seinen vielen Facetten darstellt. Etwa die wirtschaftliche Seite, aber auch den Main als Freizeitziel. Von letzterem könnte die Region Obermain am meisten profitieren. "Wir haben ein Stück Main, das in dieser Form nirgends mehr auftaucht", sagt Musiol.


Obermain rückt mehr in den Fokus

Der Fluß verlaufe im Landkreis noch relativ natürlich und sei für die Schifffahrt nicht geeignet. Als Gegenbeispiel nennt Musiol die Region Bamberg, in der das Gewässer oft verbaut ist und eher als Kanal dient: "Offene Landschaft und offene Uferbereiche gibt es ab Bamberg nicht mehr", sagt sie.

Die Touristen, die in die Obermain-Region kommen, könnten einen Abstecher nach Knetzgau zum MIZ machen. "Ein Tourist nimmt gerne mal 45 Minuten Fahrt in Kauf, wenn er etwas über seine Urlaubsregion erfahren kann", meint Musiol. Sie könnte sich aber auch vorstellen, dass es umgekehrt funktioniert: Dem Besucher des MIZ wird die Obermain-Region erst dadurch bekannt und schmackhaft gemacht. "Vielleicht wird durch das Zentrum der Fokus auch erst auf uns gerichtet. Oft braucht es einen Impuls von draußen", sagt Musiol .

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