Lichtenfels
Feuer

Großbrand in Lichtenfels: Das Feuer im Elefantengras

Als am Montagnachmittag in Lichtenfels ein Feld mit Elefantengras abbrannte, entwickelte sich giftiger Rauch. Die B 173 musste kurz gesperrt werden, Anwohner wurden gewarnt. Gesundheitsschädlich war der Qualm jedoch nicht.
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Rund zwei Stunden dauerten die Löscharbeiten in Lichtenfels, als am Nachmittag ein Feld von 15000 Quadratmetern Elefantengras niederbrannte. Foto: News5
Rund zwei Stunden dauerten die Löscharbeiten in Lichtenfels, als am Nachmittag ein Feld von 15000 Quadratmetern Elefantengras niederbrannte. Foto: News5
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Ein kleines bisschen Rauch steigt noch auf, über den verkohlten Paletten, die am Ende des Elefantengras-Feldes in einem Meer aus Löschschaum liegen. Ein Bagger beginnt die verkohlten Holzreste aufzuräumen, auf dem Dach eines Feuerwehrautos steht noch ein Feuerwehrmann neben der Löschspritze und behält die abgebrannten 15 000 Quadratmeter im Blick.

Es ist Montag, kurz nach 18 Uhr. Zwei Stunden ist es her, dass das Feld neben der Lichtenfelser Gärtnerei Mahler in Flammen stand.

80 Helfer waren im Einsatz

Der Alarm ging kurz nach 16 Uhr ein - "Waldbrand groß" lautetet der Funkspruch, sagt Kreisbrandrat Timm Vogler. Insgesamt 80 Einsatzkräfte von sieben Feuerwehren plus THW und Rettungsdienst waren vor Ort. Die Aufräumarbeiten dauerten noch bis nach 21 Uhr.


Jürgen Hagel von der Polizei Lichtenfels bestätigte einen Tag nach dem Brand, dass momentan von fahrlässiger Brandstiftung ausgegangen werde. Im vorderen Bereich des Feldes wurde eine Feuerstelle gefunden, eine Art Lagerfeuer. Ob die Feuerstelle auch wirklich an dem Tag gebrannt hat, das lasse sich nicht zweifelsfrei sagen. Momentan jedenfalls sei das Elefantengras so trocken, dass vermutlich eine Zigarette gereicht hätte, um es abzubrennen, sagt Hagel.

Als Kreisbrandrat Vogler am Montag am Einsatzort eintraf, war die Rauchwolke schon von Weitem zu sehen. Und als der Rauch plötzlich tief schwarz wurde, gab Vogler eine Warnung an die Anwohner heraus, die Fenster geschlossen zu halten. Die B 173 musste kurzzeitig gesperrt werden.

Hinter dem Feld mit Elefantengras befand sich noch eine kleine Deponie der Gärtnerei mit Abfall, Kartonagen und Kunststoff. Gerade wenn Kunststoff brennt, sagt Vogler, befinden sich Schadstoffe im Rauch. Durch den Nordost-Wind sei der Rauch zudem nicht nach oben abgezogen, sondern in Bodennähe geblieben.

Gesundheitsschädlich sei der Rauch jedoch nicht, auch nicht, wenn Kunststoff verbrenne. Durch Wirbelungen und die Verdünnung mit der Luft, sei der Qualm nicht in dem Sinne gefährlich, sagt Vogler.

Gerade bei älteren Menschen könnten Rauchschwaden, die durch offene Fenster in Häuser gelangen, zu Angstreaktionen führen, dem wolle man mit solchen Warnungen vorbeugen, erklärt Vogler.


Elefantengras

Elefantengras (auch Miscanthus oder Chinaschilf) ist ein sehr schnellwüchsiges, winterhartes, laubwerfende s Gras. Als nachwachsender Rohstoff kann es beispielsweise in der Automobil- oder Bauindustrie genutzt werden. Wegen seiner enormen Flächenleistung ist es außerdem ein praktischer Holz- oder Heizöl-Ersatz.
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