Pferdsfeld
Franken helfen Franken

Gnadenhof ist weiter auf Hilfe angewiesen

Bereits Ende September haben wir Waltraud Albert auf ihrem Gnadenhof in Pferdsfeld besucht. Ihre Situation hat sich seitdem nicht viel verbessert. Mit dem momentanen Heu-Vorrat kommt sie kaum über den Winter.
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Waltraud Albert und Esel Ramses: Ein Herz und eine Seele.  Foto: Lisa Kieslinger
Waltraud Albert und Esel Ramses: Ein Herz und eine Seele. Foto: Lisa Kieslinger
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Hunde tollen über die Wiesen, Katzen schmiegen sich an einen an, Gänse begrüßen die Gäste auf dem Hof und Esel Ramses rückt keinen Zentimeter mehr von der Seite des Besuchers weg - ein paar Streicheleinheiten könnten schließlich drin sein. Wenn man sich vorstellt, dass diese Tiere ohne Waltraud Albert wahrscheinlich schon längst nicht mehr am Leben wären, macht das einen wirklich traurig.

Waltraud Albert führt seit 19 Jahren in Pferdsfeld den Gnadenhof "Traudl's Lucky Horse Ranch". Sie gibt alten und schwachen Tieren ein Zuhause, aber auch solchen, die auf einmal niemand mehr wollte - einfach so, weil sie nicht mehr ins Leben der Menschen passten oder nicht mehr die erhoffte Leistung gebracht haben.

Im Jahr 1996 hat Waltraud Albert gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten den Hof am Ortsrand von Pferdsfeld gekauft. Mit ihrem großen Herz für Tiere retteten die Beiden mit der Zeit immer mehr Vierbeiner aus schlechter Haltung und gaben ihnen auf ihrem Hof in Pferdsfeld ein liebevolles Zuhause.


"Es reicht bei weitem nicht aus"

Zusammen haben die beiden die schwachen Tiere mit durchgezogen - auch damals war es schon schwierig. Doch seit dem Tod ihres Lebensgefährten vor ein paar Monaten steht Waltraud Albert alleine da und muss um die Existenz ihres Hofes bangen.

Durch den Artikel vor ein paar Monaten hat Waltraud Albert viele liebe und nette Leute kennengelernt, die ihr helfen wollten: Spenden von Katzenfutter, Äpfeln und Brot kamen bei ihr an. "Das freut mich auch sehr. Aber das reicht bei weitem nicht aus", sagt Waltraud Albert mit Tränen in den Augen. Das Heu, um über den Winter zu kommen, hat die Tierliebhaberin immer noch nicht zusammen. Die Hälfte fehlt noch. Durch den trockenen Sommer gibt es nicht viel Heu und das, was es gibt, ist unendlich teuer. Ein Bauer aus Bad Staffelstein hat ihr bei einem Teil der Heuernte geholfen. "Ich bin wirklich sehr froh, dass ich ihn habe. Das ist wirklich sehr selten."

Langsam weiß Waltraud Albert nicht mehr weiter. Auch an Unterstützung auf dem Hof fehlt es ihr immer noch. Alleine kann sie die Arbeit bald nicht mehr stemmen. Doch auch ein Besuch beim Arbeitsamt brachte nicht den gewünschten Erfolg: "Selbst mit Bezahlung findet sich niemand, der die Arbeit machen möchte", beklagt sie.
Noch dazu kommt, dass ihr dieses Jahr alle Maschinen kaputt gegangen sind. "Ich musste sie alle reparieren lassen, was sehr teuer war. So ein schlimmes Jahr hatte ich glaube ich noch nie."

Ihre Tiere geben ihr Kraft. Egal wo sich Waltraud Albert gerade bewegt, entweder folgen ihr die Hunde oder die Gänse, und Esel Ramses melden sich zu Wort und klagt ein paar Streicheleinheiten ein.


Anzeigen beim Veterinäramt

Manche ihrer Mitmenschen machen ihr das Leben noch schwerer. Erst in den letzten Wochen kam es wieder vor, dass Waltraud Albert beim Veterinäramt des Landratsamtes angezeigt wurde. Sie würde ihre Tiere vernachlässigen und ihre Pferde zu tief im Matsch stehen lassen. Bei dem Regen der vergangenen Tage sei es normal, dass die Tiere etwas im Matsch stünden, entgegnet Albert. Und auch das Veterinäramt hätte bei seinem Kontrollbesuch nichts zu beanstanden gehabt. "Mir tut es einfach weh, ständig angefeindet zu werden", sagt sie.

Viel Kraft hat Waltraud Albert nach diesem Jahr nicht mehr: der Tod ihres Lebensgefährten, die Existenzängste und die Anfeindungen. Das alles zehrt an ihren Nerven. Doch noch will sie die Hoffnung für ihre Tiere nicht aufgeben. "Der Gedanke, dass ich die Tiere zum Metzger bringen muss, belastet mich sehr", sagt sie. Denn der Gnadenhof von Waltraud Albert ist für die meisten Tiere die letzte Chance auf Leben.


Franken helfen Franken - Das ist die Idee dahinter

Idee Die Mediengruppe Oberfranken, zu der der Fränkische Tag gehört, erreicht über ihre Zeitungen sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Das will sie nutzen, um mit Hilfe des Spendenvereins "Franken helfen Franken" hilfsbedürftige Franken zu unterstützen.

Spendenkonto Wer Waltraud Albert und ihren Tieren helfen möchte, kann spenden. IBAN-Nummer: IBAN DE 62 7705 0000 0302 1945 01, BIC: BYLADEM1SKB (Sparkasse Bamberg). Bitte geben Sie bei der Überweisung "Gnadenhof" als Verwendungszweck an.

Fragen? Seit der Gründung im Jahr 2009 kamen 231 410 Euro zusammen.
Unter www.franken-helfen-franken.de gibt es mehr Informationen.


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