Nachdem in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung Fragen zum Neubau einer 380 kV-Leitung im Abschnitt Landesgrenze Thüringen-Umspannwerk Redwitz aufgetaucht waren, habe man sich mit der Firma Tennet in Verbindung gesetzt, sagte Bürgermeister Christian Mrosek (CSU). Auf die Frage, warum ein ergänzendes Raumordnungsverfahren durchgeführt werde, habe man als Antwort erhalten, dass das Raumordnungsverfahren aus den Jahren 2007/2008 stamme und dass 2009 das Energieleitungausbaubeschleunigungsgesetz verabschiedet worden sei, in dem die Notwendigkeit für 24 Leitungsprojekte, unter anderem auch das von Altenfeld nach Redwitz, nachgewiesen werde.


"Abstände werden eingehalten"



Das "Schutzgut Mensch" solle in den Vordergrund gestellt werden, indem die Abstände von 200 Metern im Außenbereich und von 400 Metern im Innenbereich und in Bereichen, die vorwiegend dem Wohnen dienen, einzuhalten sind. Dieser Vorgabe wolle die Firma Tennet beim Bau der Trasse Altenfeld-Redwitz nachkommen.
Auf die Frage, ob die bestehende 110 kV-Leitung abgebaut werde, habe die Firma Tenne geantwortet, dass die bestehende 110 kV-Leitung Coburg-Redwitz ab Dörfles-Esbach bis zum Umspannwerk Redwitz auf den neuen 380 kV-Masten mitgeführt werde, was vor allem in den Bereichen Ebersdorf, Neuensorg, Weidhausen, Lettenreuth und Marktzeuln zur Entlastung der Wohngebiete führe. Von dem letzten Mast vor dem Umspannwerk werde die 110 kV-Leitung dann an das bestehende Portal angebunden. So werde es keine doppelte Leitungsführung geben.


Baugebiet wird umgangen



Bezüglich des Abstands von 400 Metern zum Baugebiet antwortete die Firma Tennet, dass man dem Wunsch der Gemeinde entsprechen und den 400-Meter-Radius einhalten werde. Die 110 kV-Leitung werde, so lange sie auf dem Gestänge der 380 kV-Leitung mitgeführt werde, 400 Meter Abstand einhalten. Allerdings müsse die 110 kV-Leitung vor dem Umspannwerk wieder in das bestehende Portal vor dem Umspannwerk eingebunden werden.

Vom Gemeinderat wurde beschlossen, dass der Mindestabstand von 400 Metern auch zur zukünftigen, im Bebauungsplan bereits festgelegten Bebauung eingehalten werden muss. Die Trasse dürfe wegen der Fernwirkung auf Redwitz nicht am höchsten Punkt über die Bergleite auf Marktgraitzer Gebiet geführt werden, sondern müsse nach Westen verschoben werden, damit sie am wenigsten auffalle. Zum Schutz der Landschaft sollte eine Erdverkabelung überprüft werden.


Pattsituation wegen des Beitritts



Unterschiedliche Meinungen gab es beim Tagesordnungspunkt "Eventueller Beitritt der Gemeinde zur Energiegenossenschaft Neue Energien Oberfranken". Nachdem Thomas Schaller die Genossenschaft im Februar vorgestellt hatte, wurde nun über einen Beitritt beraten. Bürgermeister Christian Mrosek erläuterte, dass bisher weder der Kreis noch eine Gemeinde beigetreten sei. Er sprach sich dafür aus weitere Informationen einzuholen.
Vertreter der SPD und der Freien Wähler sahen das anders und plädierten für einen sofortigen Beitritt. Bei der anschließenden Abstimmung kam es mit 7:7 zu einem Patt, mit dem Ergebnis, dass die Gemeinde Redwitz nicht sofort beitritt. Seitens der CSU-Fraktion wurde betont, dass das keine Ablehnung zum Beitritt gewesen sei, sondern nur ein zeitlicher Aufschub sein sollte.

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde hat einen Antrag auf Zuschuss für die Renovierungsarbeiten in der Kirche gestellt. Seitens der Gemeinde wurde ein Zuschuss von 400 Euro genehmigt. Der Bürgermeister erläuterte dann, dass die Regierung von Oberfranken das Planfeststellungsverfahren und die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Ausbau der Bundesstraße 173 im Abschnitt Michelau-Zettlitz eingeleitet habe. Die Gemeinde habe bis 27. August für eine Stellungnahme Zeit. Nun soll überprüft werden, inwieweit die verschiedenen Punkte und Einwendungen berücksichtigt wurden. Eine Stellungnahme der Gemeinde ist für die nächste Sitzung vorgesehen. Die Unterlagen können in der VG-Verwaltung eingesehen werden.

Einige Bauanträge standen an. Grünes Lichte gaben die Räte für den Bauantrag von Daniel und Jeannine Keller, Unterlangenstadt, Redwitzer Weg 8, für den Anbau einer Doppelgarage und die Aufstockung des bestehenden Wohnhauses. Mit dem Bauantrag der Regens-Wagner-Stiftung auf Umbau und Erweiterung des ehemaligen Redwitzer Schulhauses in ein Wohnheim für 13 Menschen mit Behinderung zieht neues Leben in die alte Schule ein. Einer Genehmigung stand nichts im Wege.

Der Bauantrag von Karl-Heinz Potzi auf Nutzungsänderung und Umbau eines bestehenden Gebäudes zu einem Büro- und Produktionsgebäude in der Steinachstraße 5 in Trainau wurde genehmigt. Hier handelt es sich um das brandgeschädigte ehemalige Diskogebäude. Die Firma Potzi Konstruktions- und Maschinenbau will ihren Sitz von Beikheim nach Trainau verlegen.