Kloster Banz
Konzert

Fulminantes Finale mit Flöten

Selten zu hörende historische Instrumente kamen zum Abschluss der Kammerkonzertreihe der Bamberger Symphoniker in Kloster Banz zum Einsatz.
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Bei Claude Bollings "Versatile" kamen Bassflöte (Marcos Fregnani-Martins) und Kontrabassflöte (Carmen Fuentas) zum Einsatz. Am Cello Achim Melzer, am Schlagzeug Claudio Pütz sowie am Klavier Natalia Solotych.  Foto: Andreas Welz
Bei Claude Bollings "Versatile" kamen Bassflöte (Marcos Fregnani-Martins) und Kontrabassflöte (Carmen Fuentas) zum Einsatz. Am Cello Achim Melzer, am Schlagzeug Claudio Pütz sowie am Klavier Natalia Solotych. Foto: Andreas Welz
Mit einem außergewöhnlichen Konzert beendeten die Bamberger Symphoniker die Saison der Kammermusik auf Banz. "Besondere Instrumente - Les Flutes" war das beherrschende Thema der Matinee am vergangenen Sonntag.

Nicht nur der Wohlklang historischer Instrumente beindruckte die Zuhörer im Kaisersaal, sondern auch die Entwicklung der Konzertflöten, die Meisterflötist Marcos Fregnani-Martins anschaulich erläuterte. "Moderne Flöten haben ein breiteres Spektrum und sind leichter zu spielen", erklärte der Dozent an der Musikhochschule Nürnberg. Aber nur mit alten Instrumenten könne man Stimmung und Gefühl erzeugen, die in den Konzertsälen vor hunderten von Jahren herrschten.

Der Einstieg in das Konzert ließ sogleich aufhorchen. Jacques-Martin Hotteterras (1674-1763) "Echo" spielten Fregnani-Martins im Gang und Carmen Fuentis auf der Bühne im Saal. Die Wiederholung der musikalischen Phrasen mit verminderter Tonstärke spielten sie auf selten zu hörenden Renaissance-Traversflöten, historisch authentisch und zugleich zeitlos bezaubernd. Johann-Sebastian Bachs Triosonate in G-Dur (BWV 1038) mit zwei Holzflöten, Cembalo (Natalya Solotych) und Cello (Achim Melzer) entzückte die Kenner und Liebhaber barocker Kammermusik. Der warme Ton der Traversflöten und der zarte Klang des Cembalo trafen ins Herz und verführten zum Träumen und Genießen.

Franz Dopplers (1821-1833) "Duettino americains" op. 37 setzte einen glanzvollen Höhepunkte vor der Pause. Cembalo und beide Querflöten steckten voll heiter-karnevaleskem Temperament, das übermütig mit der Nationalhymne und dem berühmten "Yankee Doodle" spielte.

Der zweite Teil des Konzerts war zeitgenössischen Komponisten gewidmet. Auch bei den modernen Sätzen blieben die alten Flöten nicht auf der Fensterbank neben der Bühne liegen. Dazu kamen noch mächtige Instrumente wie die Bassflöte und die zwei Meter hohe Kontrabassflöte. Carmen Fuentas spielte das silbrige Ungetüm bei Claude Bollings "Versatile for Flute & Jazz". Claudio Pütz am Schlagzeug, Cello und Flöten präsentierten Jazz in barockem Gewand, eine meisterhafte Verschmelzung von Klassik- und Jazz-Elementen.

Einen besonderen Hörgenuss bereitete Marcos Fregnani-Martins mit der Piccoloflöte. Das Kinderlied Till Dehnhards "Wake up", in den höchsten kaum hörbaren Tönen, begeisterte.


Ein musikalisches Gefecht

Einen fulminanten Schlusspunkt setzte die Musiker mit Gary Schockers "Three Dances". Bei den drei Tänzen dominierten die Böhmflöten, die sich gleichermaßen ein musikalisches Gefecht lieferten. Mit Melodien aus dem Musical "New York-New York", in der Bearbeitung von Claude Bolling, erfüllten die spielfreudigen Musiker den Wunsch nach einer Zugabe.
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