Michelau
Laientheater

"Freiheit birgt manches Risiko"

In der Johanneskirche ließ die Spielgruppe der evangelischen Kirchengemeinde die Anfänge des Christentums aufleben.
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In historischen Gewändern entführte die Laienspielgruppe der evangelischen Kirchengemeinde nach Ephesus. Dort lebten die ersten Christen angefeindet und in großer Abhängigkeit.  Foto: Klaus Gagel
In historischen Gewändern entführte die Laienspielgruppe der evangelischen Kirchengemeinde nach Ephesus. Dort lebten die ersten Christen angefeindet und in großer Abhängigkeit. Foto: Klaus Gagel
Nach Ephesus in Kleinasien entführte am Sonntag die Laienspielgruppe der evangelischen Kirchengemeinde Michelau die zahlreichen Gottesdienstbesucher in der Johanneskirche. Dort lebten die Christen im ersten Jahrhundert nach Christus als Angefeindete in einer überwiegend heidnischen Umgebung. In dem Stück ging es um die Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen damals wie heute.

Im Theaterstück, das von Christiane Betz-Grünwald ver-fasst und inszeniert wurde, wurde das Alltagsleben der Menschen aus Ephesus deutlich. Kinderarbeit und Abhängigkeiten wohin man blickte. Den meisten Menschen damals ging es nicht gut und umso größer war ihr Wunsch nach Freiheit.

"Wir sind frei, wir leben in einem freien Land, doch diese Freiheit birgt manches Risiko", führte es Pfarrer Höhr in seinen Erläuterungen zum Stück aus.
Doch während die Christen in Ephesus in einer mehr oder weniger ausgeprägten körperlichen Versklavung lebten, sind die Menschen, so der Geistliche, heute in vielen Bereichen innerlich versklavt: "Wir sind Sklaven unserer eigenen Begierden. Wir wollen reich sein, gesund sein, ein hohes Alter ohne Anstrengungen und Mühe erreichen. Wir wollen klug und schön sein. Wir brauchen das neuste Handy, ein schönes Haus, wir sehnen uns nach vielen Freunden."


Die Sehnsucht, geliebt zu werden

"Ich denke, dass alles, hinter dem wir herjagen, nur ein Ersatz ist für unsere eigentliche Sehnsucht, geliebt zu werden", interpretierte Pfarrer Höhr die genannten Wunschvorstellungen. Er griff damit die Erkenntnis von Xenia (Petra Engelmann) aus dem vorausgegangenen Theaterstück auf. Auch darin ging es Panagiotis (Paul Neumeister) und Käpois (Uwe Nemmert) nur um materiellen Besitz. Darunter hatten nicht nur die Kinder Valandis (Emilian Rosenbauer), Eulogios (Benedikt May), Chariklia (Sophie Rosenbauer) und Daphne (Tanja Rosenbauer) zu leiden. Auch die Erwachsenen, Xenia (Petra Engelmann), Aglaia (Ute Schedel) und ihr Sohn Leandros (Luca Rosenbauer) und Asklipia (Judith May) lebten in diese Abhängigkeit.

Doch in der Diskussion über das eigene Schicksal schälte sich die zentrale Erkenntnis heraus, die auch zur Botschaft der Predigt wurde: Gott hat uns freigekauft. Er liebt uns Menschen bedingungslos. Leandros: "Eins ist jedenfalls sicher: Gott will unser Heil."

Im Anschluss an den Gottesdienst, an dem auch die Gemeindeglieder aus den Nachbargemeinden Neuensorg und Schwürbitz teilnahmen, lud das Veranstaltungsteam der Michelauer Gemeinde noch zum gemeinsamen Brunch in der Ver-waltungsstelle ein.
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