Zersplitterte Fenster und ein kaputtes Dach mitten im Herzen des 34-Seelen-Dorfes Tauschendorf: Wo noch vor zwei Tagen das Zuhause der Familie Metzner war, riecht es nach verbranntem Holz. Aus dem Haus hört man es tropfen und plätschern. Wer einen Blick hinter die noch recht gut erhaltene Fassade wagt, sieht das komplette Ausmaß der Zerstörung. Kreuz und quer liegen Stühle, Tische und das Spielzeug der beiden Kinder nun im Haus verstreut - schwarz vom Feuer. "Ich habe immer gedacht: Wenn es mal brennt, dann packst du noch ein, zwei Sachen zusammen - das Wichtigste eben. Aber das ging alles so schnell, das war schier der Wahnsinn", sagt Markus Metzner leise. Er steht am Tag eins nach dem Feuer in seinem Haus noch völlig unter Schock.

Rettung in letzter Sekunde


Alle Familienmitglieder konnten sich im letzten Moment retten oder gerettet werden. Nur die Frau von Markus Metzner musste mit einer Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden; sie wurde aber noch in der Nacht wieder entlassen.

Als Markus Metzner das Feuer in der rechten Haushälfte bemerkte, hielt sich seine Frau oben im Bad auf. "Als ich ihr zurief, sie soll bloß raus da, war schon überall Rauch und Feuer." Also gelangte Metzner über die Rückseite des Hauses, mit einer drei Meter langen Leiter zu ihr in den ersten Stock. Als die Eheleute sich dann retten wollten, rutschte die Leiter ab. "Wären die Nachbarn nicht gekommen - ich will gar nicht dran denken", erzählt er. Von den Nachbarn wurden auch die beiden drei und elf Jahre alten Kinder in Sicherheit gebracht, die im Wohnzimmer waren, in der linken Haushälfte. Der Vater von Markus Metzner konnte sich selbst aus dem Haus retten, bevor ihm die Flammen den Weg versperrten.

Alles nochmal gut gegangen?


"Wir waren sehr erleichtert, dass alle Personen in Sicherheit waren, als wir am Unglücksort eintrafen", berichtet Thilo Kraus, Kommandant und Kreisbrandmeister der Feuerwehr in Altenkunstadt. Er und seine Kollegen hätten sich dann gleich darauf konzentriert, das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Gegen 22 Uhr war dies gelungen, gelöscht war der Brand um Mitternacht. Rund 130 Einsatzkräfte aus acht der umliegenden Wehren waren in der Nacht im Einsatz. Weitere 40 kamen vom Technischen Hilfswerk, dem Rettungsdienst und der Polizei hinzu. Trotzdem hat der Brand einen Totalschaden am Haus verursacht, erklärt Tim Vogler, Kreisbrandrat im Landkreis Lichtenfels, der den gesamten Einsatz leitete und die Rettungskräfte koordinierte. Er weiß, dass die Geschädigten oft einige Tage brauchen, bis sie realisiert haben, was passiert ist. "Das Schlimmste für die Menschen ist, dass sie nichts mehr haben, außer das, was sie am Körper getragen haben", sagt er.

Bürgermeister Georg Vonbrunn erklärt, dass alles getan werde, um der Familie Metzner zu helfen. "Die Familie braucht jetzt erstmal Betten und ein Dach über dem Kopf", sagt er. Beides soll die Familie bekommen. Es wurde eine Ferienwohnung in Spiesberg gefunden, die der Bürgermeister der Familie anbieten konnte. Das ist ein Anfang. Auch die Kripo in Coburg steht noch am Anfang. Sie hat die Ermittlungen zur Brandursache übernommen. Bislang noch ohne Ergebnis.