Bad Staffelstein
Sommerinterview

Thermenkönigin Madeleine I.: Es bleiben mehr als Erinnerungen

In zwei Monaten ist die Amtszeit von Madeleine Zapf aus Schönbrunn als Thermenkönigin vorüber.
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Zeitungsartikel und viele Fotos aus den vergangenen zwei Jahren als Thermenkönigin hat Madeleine Zapf gesammelt.  Foto: Maximilian Glas
Zeitungsartikel und viele Fotos aus den vergangenen zwei Jahren als Thermenkönigin hat Madeleine Zapf gesammelt. Foto: Maximilian Glas
Mit einem meerblauen Kleid in Wellen-Optik und einem Dreizack in der Hand steht Madeleine Zapf mitten im Saunabereich der Obermain-Therme. Ihre Freundin drückt auf den Auslöser - das kreative Bewerbungsfoto ist im Kasten. So fing die Geschichte von Madeleine I. als fünfte Thermenkönigin vor zwei Jahren an. Verewigt hat die 25-Jährige dieses Bild und viele weitere Erinnerungen in einem Fotoalbum. Enden wird die Amtszeit von Madeleine Zapf am 28. Oktober. Dann wird sie in der Obermain-Therme ihrer Nachfolgerin bei der Inthronisierung die Krone weitergeben.

Frau Zapf, noch zwei Monate dürfen Sie die Obermain-Therme und die Stadt Bad Staffelstein als Madeleine I. repräsentieren. Wie fühlt man sich kurz vor dem Ende seiner Zeit als Thermenkönigin?
Madeleine Zapf: Es kommt schon bisschen Wehmut auf. Es ist ein komisches Gefühl. Während meiner letzten Termine wird immer öfter mein sich näherndes Ende der Amtszeit und die Wahl meiner Nachfolgerin angesprochen. Da macht man sich dann selbst Gedanken, wer denn nach einem kommen könnte. Einen Trost habe ich allerdings, ich werde weiterhin für die Therme tätig bleiben.

In welcher Form?
Ich wurde gefragt, ob ich auch nach meiner Amtszeit auf ausgewählte Messen und Veranstaltungen mitgehen würde, wenn Unterstützung benötigt wird. Ich fand dieses Angebot total klasse, ich habe keinen Moment nachgedacht und sofort zugesagt. Es ist einfach schön, dass ich noch ein Stück weit dabei bleiben kann.

Sie arbeiten in Vollzeit bei einer Versicherung in Coburg, hatten als Thermenkönigin rund 30 Termine pro Jahr - waren im ersten Jahr fast jedes Wochenende aktiv. Wie anstrengend ist so ein Programm auf Dauer?
Es ist auf jeden Fall anstrengend. Das merkt man vor allem, wenn man mehrere Tage auf einer Messe steht. Ich habe im Vorfeld bereits mit Vorgängerinnen und der Stadt über die Belastung gesprochen, also ich war mir dem auf jeden Fall bewusst. Von Dienstreisen bin ich es gewohnt, den ganzen Tag auf den Beinen zu sein, aber das ist noch mal eine ganz andere Anstrengung.
Inwiefern?
Ich habe den Anspruch an mich selbst, dass ich jedem Gast auf einer Messe, sei es früh oder abends, gleichermaßen gut von der Region erzählen und auch beraten kann. Das ist die wahre Anstrengung. Man darf nicht so schnell aus der Puste kommen, man braucht Durchhaltevermögen. Und man sollte immer ein Lächeln auf dem Gesicht haben. Wenn man Herzlichkeit ausstrahlt, kommen die Leute auch gerne selbst auf einen zu. Insgesamt macht es einfach sehr viel Spaß, man lernt auf den Messen viele neue Leute kennen und es entstehen wirklich gute Bekanntschaften.

Auf welche Termine freuen Sie sich in den nächsten Wochen noch besonders?

Den Korbmarkt werde ich definitiv sehr genießen. Die Korbstadtkönigin, Carolin I., ist eine gute Freundin von mir. Ansonsten werden auch viele andere Königinnen vor Ort sein. Riesig freue ich mich auch auf das Sauna-Event Royal am 17. September in der Obermain-Therme. Das ist eine lange Sauna-Nacht bei der es einen speziellen Aufguss "Madeleine" geben wird. Es sind ein paar Überraschungen zu erwarten, z.B. wie ich in die Saunalandschaft hereingebracht bzw. - gefahren werde. Dort werden wir alle gemeinsam auf meine Zeit anstoßen. Und für mich wird es sehr spannend sein, mal direkt in der Sauna bei den Gästen vor Ort zu sein. Viele sind auch Urlauber, die zum ersten Mal vor Ort sind.

Sie sind in Lichtenfels geboren, leben in Schönbrunn. Wie wichtig ist diese Heimatverbundenheit für das Amt der Thermenkönigin?
Man kann einfach von den Erfahrungen aus seiner Kindheit und den ganzen Jahren erzählen - von Festen, Sehenswürdigkeiten oder bestimmten Wanderwegen. Die Gäste auf den Messen und Veranstaltungen spüren das sofort, ob derjenige das wirklich alles kennt und von Herzen spricht, oder einfach nur, weil er es muss und einen Job gebraucht hat. Wenn man hier wirklich lebt, strahlt man einfach was ganz anderes aus.

Gibt es Erlebnisse, die ihnen besonders in Erinnerung bleiben werden?
Schön ist immer, wenn kleine Mädels oder auch Jungs mit strahlend großen Augen an unserem Messestand vorbeilaufen und zu ihrer Mama sagen "Guck mal, da ist die Königin" oder mich dann auch fragen, wie man denn Königin wird. Solche Fragen von Kindern sind einfach wunderbar. Nach meiner Zeit als Thermenkönigin ist aber zusammenfassend zu sagen, dass jeder Termin in sich etwas Besonderes für mich war, womit ich sehr schöne Erinnerungen verbinde. Ich bin froh, dass ich damals ausgewählt wurde und die schönen Zeiten während meiner Amtsperiode erleben durfte.

Bei Ihren öffentlichen Auftritten tragen Sie stets ihr blaues Abendkleid, das eigens für Sie ausgewählt und angepasst wurde. Wie geht es dem guten Stück nach zwei Jahren und Dutzenden Veranstaltungen?
Mittlerweile schaut es schon etwas ramponiert aus - der ein oder andere Faden ist schon gezogen (lacht). Aber so trägt es wenigstens all die Geschichten mit sich.

Das Gespräch führte Maximilian Glas

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