Altenkunstadt

Einkaufszentrum Altenkunstadt: 100 neue Arbeitsplätze möglich

Die Tage des leer stehenden Kaufwelt-Baur-Gebäudes in Altenkunstadt sind gezählt. An seine Stelle tritt ein 6000 Quadratmeter großes eingeschossiges Fachmarktzentrum mit einem Rewe-Supermarkt und sieben weiteren Geschäften. Investiert werden zehn bis zwölf Millionen Euro.
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Die Tage des ehemaligen Kaufwelt-Baur-Gebäudes in der Weismainer Straße sind gezählt. Es wird abgerissen und durch ein Fachmarktzentrum im kleineren Stil ersetzt. Die Verkaufsfläche wird 6000 Quadratmeter betragen.  Foto: Stephan Stöckel
Die Tage des ehemaligen Kaufwelt-Baur-Gebäudes in der Weismainer Straße sind gezählt. Es wird abgerissen und durch ein Fachmarktzentrum im kleineren Stil ersetzt. Die Verkaufsfläche wird 6000 Quadratmeter betragen. Foto: Stephan Stöckel
Als Investoren treten bei diesem Projekt die niederländische Ten-Brink-Gruppe und die Konzeptbau Bauträger und Int. Immobilien GmbH aus Kaufbeuren auf, an die das Versandhaus Baur ihre Immobilie verkauft hat. Geschäftsführer Hans Schneider von der Firma Konzeptbau bezifferte die Investitionssumme bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Mit rund 80 bis 100 neuen Arbeitsplätzen wird gerechnet.

Mit dem Abriss soll im nächsten Frühjahr begonnen werden. Die Eröffnung ist für den März oder April des darauf folgenden Jahres geplant. Einen Karton voller Bauanträge überreichten die Geschäftsführer der beiden Investoren, Hans Schneider (Konzeptbau) und Anton Fenk (Ten Brink), an Bürgermeister Georg Vonbrunn (JWU).

Geschäftsführer Albert Klein von der Firma Baur verhehlte nicht, dass es Überlegungen gegeben habe, auf der ursprünglichen Fläche von 23.000 Quadratmetern größere Ankermieter anzusiedeln. Der Redner nannte auch Ross und Reiter: "Das Bekleidungshaus C&A ist leider nach Kulmbach gegangen. Der Drogeriemarkt Müller und der Elektronik-Markt Expert wollten nicht von Lichtenfels nach Altenkunstadt umsiedeln."

Bei einer großen Lösung mit einer Investitionssumme von 30 bis 40 Millionen Euro sei das wirtschaftliche Risiko einfach zu groß gewesen, fuhr Klein fort. Deshalb habe man sich für eine abgespeckte Version mit einer Verkaufsfläche von 6000 Quadratmetern entschieden. Der Geschäftsführer wörtlich: "Es soll eine für die Region sinnvolle Investition sein, die langfristig tragfähig ist und die zu Altenkunstadt passt." Baur werde keine Flächen anmieten, sondern sich weiterhin auf das Versandhandelsgeschäft und diverse Dienstleistungen konzentrieren, stellte Klein fest.

Der bestehende Rewe-Markt in Altenkunstadt wird in das neue Fachmarktzentrum einziehen, wo er doppelt so viel Platz vorfindet wie bisher. "Er will gegenüber Edeka und Aldi in Burgkunstadt langfristig konkurrenzfähig bleiben", begründete Projektleiter Michael Bußkamp von der Firma Ten Brink die Umsiedlung.

Bedeckt hielten sich die Redner noch mit Aussagen zu den anderen Firmen, die in das Fachmarktzentrum einziehen werden. Sobald die Mietverträge unterschrieben sind, würden die Namen bekannt gegeben. Dies werde innerhalb der nächsten vier Wochen geschehen, erläuterte Bußkamp.

Konkurrenz oder Partnerschaft?

In Altenkunstadt baut derzeit bekanntlich am Röhriger Kreisel die Weismainer Baufirma Dechant ein Nahversorgungszentrum. Jan Riedel von den Freien Bürgern der Ortsteile wollte wissen, ob sich die beiden Einkaufskomplexe nicht stören. "Dort sind ganz andere Fachgeschäfte geplant als bei diesem Vorhaben. Ich gehe davon aus, dass beide Zentren in guter Partnerschaft miteinander leben werden", stellte der für Bauvorhaben zuständige Bereichsleiter der Firma Baur, Erhard Ströhl, fest. Zudem kann er sich vorstellen, dass Kaufkraft, die von Altenkunstadt in das Lichtenfelser Fachmarktzentrum abgeflossen ist, wieder zurück nach Altenkunstadt fließt.

Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain sind mit Apotheken reichlich gesegnet. Braucht es da noch eine weitere Apotheke? Diese Frage geisterte durch das Gremium. "Die Situation bei den Apotheken wird sich verschärfen", prognostizierte Otto Schuhmann (SPD), der das Fachmarktzentrum grundsätzlich begrüßte. Zudem stellte er fest, dass nach dem Umzug von Rewe zum zweiten Mal in Altenkunstadt ein Gebäude der Supermarktkette leer stehen werde. Zudem wurde die Frage aufgeworfen, was mit den anderen Fachgeschäften am jetzigen Rewe-Standort passiert. In dem Gebäude befinden sich unter anderem der Textildiscounter NKD und eine Wäscherei. Ströhl versicherte, diese Anregungen mitgenommen zu haben. Konkreter wurde er nicht.

Das Vorhaben wurde einhellig begrüßt: Bürgermeister Georg Vonbrunn von der Junge-Wähler-Union sprach von einem "gefälligen und modernen Konzept, von dem die ganze Region profitieren werde" und Ludwig Winkler wünschte dem Zentrum viele Kunden.

Das Fachmarktzentrum in Zahlen

Mieter (in Klammern Größe in Quadratmetern): Rewe (2050), ein Discounter (1350), eine Apotheke (200), ein Drogeriemarkt (550), ein Schuhmarkt (450) und drei Textilfachmärkte (1400)

Standort Die Märkte sollen in U-Form im hinteren und seitlichen Bereich des Grundstücks angeordnet werden. Auf dem jetzigen Standort der Kaufwelt zur Weismainer Straße hin werden 243 Parkplätze geschaffen. Lieferanten können über die Dr.-Friedrich-Baur-Straße und Theodor-Heuß-Straße zufahren.

Bebauung Vorgesehen ist eine eingeschossige mit großzügigen Glas-Aluminiumfassaden. Entlang der Weismainer Straße sollen Bäume gepflanzt werden. Direkt auf den Parkplätzen wird es keine Bepflanzung geben.

Flächen Das Grundstück umfasst 22.500 Quadratmeter, die Gebäudefläche 8400 Quadratmeter, die Verkaufsfläche 6000 Quadratmeter, die Grünflächen beanspruchen 2400 Quadratmeter.

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