Der Clou dieser neuen Sporthalle ist die Kletterwand, die sich der Landkreis rund 50 000 Euro hat Kosten lassen. Für die Teilnehmer an der Einweihung gab es eine beeindruckende Vorführung unter Trommel-Klängen. Anschließend war ein gemeinsames Essen geplant. "Bevor es zur Roulade geht, muss jeder mal an die Kletterwand", scherzte Landrat Leutner und zeigte sich gut aufgelegt. Die zeitlichen Verzögerungen und Verteuerungen der Baumaßnahme sollten an diesem Tag die Freude nicht trüben. "Wenn etwas gelungen ist, wird das schnell vergessen, was sich während des Weges als Problem darstellte", sagte Leutner. Die Abwesenheit des Architekten bei dieser Feierstunde wurde zur Kenntnis genommen . Jener habe sich mit dem Hinweis auf eine Fortbildung im Raum Köln-Düsseldorf entschuldigt. "Unterm Strich haben wir uns nicht weh getan", sagte der Landrat. Er hätte ihm gerne bescheinigt, "dass hier eine schöne Halle entstanden ist".

Der Erweiterungsbau, der im Westen an die bestehende Obermainhalle gesetzt wurde, war mit rund 1,52 Millionen Euro veranschlagt und kostete schließlich 1,68 Millionen. Vom Freistaat gibt es eine Förderung in Höhe von 525 000 Euro. Die Verbindung zur neuen Einfeldsporthalle erfolgte durch einen Zwischenbau, in dem Umkleiden und Sanitäranlagen untergebracht sind. Baubeginn war Ende Mai 2008, Richtfest wurde im Dezember 2008 gefeiert. Im September 2009 hätte der Sportunterricht in der neuen Halleneinheit aufgenommen werden sollen, was aber nicht eingehalten werden konnte.

Realschulleiter Rudolf Kordalle ging in humorigen Worten auf diese Verzögerung ein. Er bediente sich dabei eines imaginären Dialogs zwischen dem "Landkreisvater" Leutner und seiner Gattin. Das angedachte Geschenk für die beiden "Adoptivkinder" Realschule und Gymnasium Burgkunstadt habe man diesen zuerst in die Schultüte, dann in die Nikolaustüte und schließlich unter den Christbaum legen wollen. Dann wurde das Osternest vorgeschlagen. Der "Landkreisvater" war sich sicher, dass die Halle bis Ostern fertig würde – nur halt in welchem Jahr?…

Der Direktor des Gymnasiums, Werner Fischer, tröstete mit dem Beispiel der Hamburger Elbphilharmonie: Die Kosten hätten sich mehr als verdreifacht, die Eröffnung müsste um zwei Jahre verschoben werden. Im Vergleich dazu sei man in Burgkunstadt ja noch gut dran.

Der Schulleiter freute sich, auch Schüler- und Elternvertreter zur Einweihung begrüßen zu können. Die Kletterwand als attraktive Besonderheit der neuen Sportstätte stellte er in seiner Ansprache heraus: "Ab und zu ist es einem danach, an die Decke zu gehen. Jetzt haben wir hier die professionellen Voraussetzungen dafür!"

Eine unfallfreie Nutzung wünschte Burgkunstadts Bürgermeister Heinz Petterich.

Dafür wurde auch gemeinsam bei der kirchlichen Weihe gebetet.

Die zusätzliche Halleneinheit wird als Ersatz für die in die Jahre gekommene Kathi-Baur-Halle benötigt, an der sich so gravierende Mängel zeigten, dass der finanzielle Aufwand für eine Generalsanierung als unverhältnismäßig hoch beurteilt wurde. Die Kathi-Baur-Halle wird nach einer Übergangszeit während der Realschulsanierung, in der Ersatzräume benötigt werden, abgerissen.