Ebensfeld
Bauwerk

Eine Kastanie prägt den Hof

Zwei Weltkriege hat der Hofbaum der Familie Storath miterlebt. Dafür verlieh der Landkreis Lichtenfels den Baupreis Goldener Ammonit.
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Der Kastanienbaum, der im Hof der Familie Storath steht, hat zwei Weltkriege miterlebt.  Fotos: Sarah Zubel
Der Kastanienbaum, der im Hof der Familie Storath steht, hat zwei Weltkriege miterlebt. Fotos: Sarah Zubel
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Bernhard Storath tut sein Herz weh. Als Bürgermeister von Ebensfeld ist er Kritik und Beschwerden gewöhnt. Dass viele Einwohner gesunde Bäume entfernen lassen, ist für ihn unverständlich. "Viele Menschen wollen keine Bäume neben ihrem Haus haben, weil das angeblich Dreck macht. Für mich ist das kein Dreck", urteilt er.

Nun könnte man meinen, dass Politiker nicht immer das einhalten, was sie selbst fordern. Ganz anders ist das bei Bernhard Storath. In seinem Hof steht ein über 100 Jahre alter Kastanienbaum. Egal ob Blätter, Kastanien oder Blüten - zu tun hat die Familie mit dem alten Baum genug. Das stört aber keinen. Im Gegenteil: "Mit viel Geld und Arbeitszeit kann man jedes Haus herrichten. Einen über 100 Jahre alten Baum kann man nicht mit Geld kaufen", schwärmt der Hofbesitzer.
Vermutlich hat er es auch ihm zu verdanken, dass sein Anwesen im März mit dem Goldenen Ammoniten, einem Baupreis des Landkreises Lichtenfels, ausgezeichnet wurde. Ein Hingucker ist das alte Anwesen mit seinem Brunnen, der Scheune, dem Ziehbrunnen und dem alten Holzbackofen auf jeden Fall.


Der Baum macht das Haus besonders


Was das Bauwerk in den Augen des Biolandwirts aber besonders macht, ist der Baum. Bernhard Storath: "Es gibt viele schöne Häuser in der Gemeinde, die mit Herzblut renoviert wurden. Aber auf einen solchen Baum wartet man mehrere Generationen lang."

So alt der Biolandhof erscheint, ökologisch und modern ist er allemal. "Wir haben ein Blockheizkraftwerk, mit dem die Nachbarn wie in einem Nahwärmeverbund heizen. Alles wurde mit ökologischem Gedanken gemacht." So beispielsweise die Wärmedämmung, für die der Ebensfelder Schafswolle benutzte.

Außerdem wurde Kalkputz auf Naturbasis verwendet und Lehm im Haus verarbeitet. Mehrere 100 000 Euro hat Bernhard Storath bereits in sein Anwesen investiert, das er in den 1990ern von seinem Vater geerbt hat.
Das Preisgeld vom Baupreis in Höhe von 350 Euro wird der Bürgermeister vermutlich in einen Baum investieren. "Da wird irgendetwas angeschafft. Vielleicht ein Baum für den Garten", sagt er.

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