Lichtenfels
Klinikum

Ein fürsorgliches Allround-Talent

Pflegedienstleiter Reinhard Scherm wurde nach 40 Jahren im Lichtenfelser Krankenhaus verabschiedet.
Artikel drucken Artikel einbetten
Mit viel Applaus und Geschenken wurde Reinhard Scherm verwöhnt. Der 60-jährige Pflegedienstleiter am Helmut-G. Walther-Klinikum hat sich innerhalb seiner mehr als 40 Jahren Tätigkeit für das Krankenhaus viel Respekt und Sympathien erworben. Foto: Regiomed
Mit viel Applaus und Geschenken wurde Reinhard Scherm verwöhnt. Der 60-jährige Pflegedienstleiter am Helmut-G. Walther-Klinikum hat sich innerhalb seiner mehr als 40 Jahren Tätigkeit für das Krankenhaus viel Respekt und Sympathien erworben. Foto: Regiomed
Fast kein Durchkommen mehr gibt es am Freitag im fünften Stockwerk des Helmut-G.-Walther-Klinikums. Der Grund: Alle, die es irgendwie mit ihrem Dienstplan vereinbaren können, sind dorthin gekommen, um einem Urgestein des Klinikums noch einmal die Hand zu schütteln, ihn zu umarmen und ihm alles Gute zu wünschen: Reinhard Scherm, seit 2001 verantwortlicher Pflegedienstleiter und seit über 40 Jahren in unterschiedlichen Bereichen des Hauses in verantwortlicher Stellung tätig, wird in die Altersteilzeit verabschiedet.

Eigentlich war die Beendigung seiner aktiven Tätigkeit für das Klinikum erst für das kommende Jahr geplant gewesen. Nun ist es anders gekommen. Mit Scherms Start in den "dritten Lebensabschnitt" geht im Lichtenfelser Klinikum eine Ära zu Ende.

Wie groß die Sympathien sind, die dem 60-jährigen entgegengebracht werden, wird in der Feierstunde mehr als deutlich.
Worte der außerordentlichen Wertschätzung findet zunächst Krankenhausdirektorin Eva Jungkunst. "Immer ging es ihm um das Haus, nie um ihn selbst", beschreibt sie seinen Charakter. "24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche", sei er für das Klinikum da gewesen und habe sich über die Jahre weit über den Pflegedienst hinaus zum "Allround-Talent" und damit zum überaus kompetenten Ansprechpartner für alle Ratsuchenden entwickelt. Großer Respekt gelte seiner Bereitschaft, seinen Abschied zeitlich logisch mit der anstehenden Zäsur durch den Umzug des Klinikums in den Ersatzneubau zu verknüpfen.

Scherm hinterlässt ein bestelltes Feld. Wer ihm nachfolgt, wird sich also ganz auf die veränderten Gegebenheiten vorbereiten und konzentrieren können.

Ärztlicher Direktor Bernd Greger lobt Reinhard Scherm als verlässlichen Partner, mit dem er gerne auch kontrovers diskutiert habe. "Am Ende stand immer eine konstruktive Lösung."

Doris Krappmann, stellvertretende Pflegedienstleitung und Wegbegleiterin Scherms, erinnert an die Stationen in seiner beruflichen Laufbahn. Eine ist ihr dabei besonders wichtig: "Seit 1990 warst du Personalratsvorsitzender", sagt sie "und das war gut." Rhetorisch begabt, mit einem gesunden Gerechtigkeitsempfinden und Kampfgeist ausgerüstet, und schon immer voller "väterlicher Fürsorge" für die Mitarbeiter, sei er prädestiniert für diese Position gewesen. "Du hattest immer für alle ein offenes Ohr." Dass neben dem Fordern auch das Fördern stehen muss, sei für ihn selbstverständlich gewesen. Das Thema Personalweiterbildung habe in seiner Amtszeit richtig Fahrt aufgenommen. "Die Zeit ist verdammt schnell vorbei gegangen", sagt Reinhard Scherm und stemmt dabei wie gewohnt die Hände in die Hüften. Ihm ist anzumerken, dass ihn der Moment bewegt. Er erinnert sich an jene Menschen, die ihm auf seinen Weg Vorbild und stützende Begleiter waren, lässt die Veränderungen, die das Krankenhaus in den letzten vier Jahrzehnten prägten, Revue passieren. Dann betont er noch einmal, wie stark verbunden er sich mit den Mitarbeitern des Hauses fühlt. Dass das auf Gegenseitigkeit beruht, wird dann noch einmal deutlich. Ein Gedicht wird aufgesagt, ein Plakat voller Unterschriften überreicht. Das Händeschütteln will fast kein Ende nehmen. Es fließen Tränen, und die Umarmungen sind herzlich und lang. Reinhard Scherm ist gerührt, aber seine Gedanken fliegen auch in die Zukunft. "Ich brauche jetzt eine neue Beschäftigung", sagt er lachend. Möglichst eine, die die Notwendigkeit eines Tagesbeginns um 4.20 Uhr beinhalte. "Ich habe nämlich keine Lust, meinen Biorhythmus umzustellen".
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren