Zusammen lachen, singen, beten und beim Miteinander-Feiern die dunklen Alltagsgedanken vergessen - dies war quasi das Motto des Evangelischen Dekanatskirchentags in Bad Staffelstein am Sonntag.
Zaungast war keiner an diesem Sonntag - jeder fühlte sich einbezogen bei dem vom Evangelisch-Lutherischen Dekanat auf die Beine gestellten Rahmenprogramm. Dieses Gefühl des "Aufgehobenseins", des Ernstgenommenwerdens durften die großen und kleinen Besucher schon bei den einleitenden Messen am Sonntagvormittag genießen.

Kaum ein Platz blieb leer


Während für die Jungen und Mädchen ein altersgerecht gestalteter Kindergottesdienst in der Adam-Riese-Schule stattfand, blieben beim Festgottesdienst in der Adam-Riese-Halle ebenfalls kaum Plätze leer. Zusammen mit Pfarrer Matthias Hagen, Pfarrer Helmuth Bautz, Dekan Johannes Grünwald und weiteren Geistlichen zelebrierte ja auch kein Geringerer als Wolfgang Buck die Messe. Der "Vollblut franke" und begnadete Mundart-Musiker, der bei einem Konzert am Vorabend als Sänger der Wolfgang-Buck-Band das Publikum begeisterte, hielt die Festpredigt im besten fränkischen Dialekt.
Wohl jeder von uns, so Buck, kenne aus eigener Erfahrung das Gefühl "Jetzt is' alles aus, jetzt g'hör' ich der Katz'" - sei es aus Gründen der entstandenen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Sorge um die Kinder. In solchen Momenten seien natürlich Menschen wichtig, die zu einem halten und einem sagen: "Ich bin für dich da." Aber nicht zuletzt auch Singen, Lachen, Tanzen seien bestens geeignet, um die dunklen Gedanken zu vertreiben. Er selber schöpfe auch Kraft aus den Zeilen des im 17. Jahrhundert lebenden Kirchenlieddichters Paul Gerhardt. Ein Vers aus seiner Feder lautet so treffend: "Auf Erden Frieden jederzeit, den Menschen Wonn und Fröhlichkeit".
Zahlreiche Musiker gaben der Messe in der Adam-Riese-Halle mit ihren Klängen zusätzlich einen fröhlichen Charakter: Chöre des Dekanats Michelau, der Bezirksposaunenchor, die Gemeindeband Bad Staffelstein und die Dekanatsband. Nach dem Gottesdienst, an dessen Ende die Kinder vom mittlerweile beendeten Kindergottesdienst in die Halle einzogen und ein Lied sangen, wünschten Landrat Christian Meißner und Bürgermeister Jürgen Kohmann (beide CSU) dem Dekanatskirchentag noch einen schönen Verlauf.

Katholiken feierten mit


Dem schloss sich der katholische Pfarrer Georg Birkel an, der den wichtigen ökumenischen Gedanken hervorhob. Diesen betonten auch die Veranstalter des Evangelischen Dekanats, die die katholischen Besucher genauso herzlich willkommen hießen.
Flötenchor, sanfte Orgelklänge, Taizé-Singen, Gospelmusik und vieles mehr - nachdem sich die Besucher mittags bei Speis und Trank stärkten, bot auch der Nachmittag zahlreiche Gelegenheiten, in der Adam-Riese-Halle und in der Evangelischen Dreieinigkeitskirche entspannt der Musik zu lauschen oder selbst aktiv mitzusingen. Diese Angebote fanden ebenfalls sehr gute Resonanz.
Ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten die Kinder in der Adam-Riese-Schule beim Basteln von Instrumenten. Unter Anleitung von Mitgliedern der Dekanatsjugend und der Evangelischen Kindertagesstätte Bad Staffelstein entstanden bunte Rasseln und glitzernde Schellen.

Menschenkicker zur Erheiterung


Heiß her ging es beim "Menschenkicker-Turnier" unter der Leitung von Dekanatsjugendreferent Rainer Babucke. Bei herrlichem Sonnenschein im Freien ausgetragen trat dabei eine "Prominentenmannschaft" gegen die Kirchenjugend des Dekanats an. Die Erfahrung setzte sich durch. Dank eines torhungrigen Dekans Grünwald, der alleine mehrere Treffer beisteuerte und eines nicht minder leidenschaftlichen Torwarts in Person des Zweiten Bürgermeisters Hans Josef Stich (CSU) konnten die "Promis" ihren Sieg am Ende ausgiebig bejubeln.Aber der Ausgang dieser Partie war natürlich völlige Nebensache.
Der Evangelische Dekanatskirchentag kann in jeder Hinsicht als Volltreffer bezeichnet werden - und es stand auch niemand abseits. Zu verdanken war dies freilich einer tollen Organisation und der hervorragenden Arbeit von Kirchenvertretern und zahlreichen Helfern.