Lichtenfels
Gericht

Ecstasy-Pillen waren für "besonders lustige Abende" gedacht

Ein Angeklagter beeindruckte in Lichtenfels auch durch seinen "kalten" Selbstentzug.
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Symbolbild: Archiv
Symbolbild: Archiv
Wenige Tage nach Weihnachten 2016 wurden spät nachts Tabletten im Haus eines Lichtenfelsers gefunden, für die er absolut keine Erlaubnis hatte. Am Donnerstag machte der 28-Jährige während seines Verfahrens um unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln staunen.
"Für besonders lustige Abende", so der Mann in Richtung Staatsanwältin Franziska Winkler und Richter Stefan Hoffmann gewandt, habe er solche Pillen besessen. Die Rede war von der Designer-Droge Ecstasy. Der frönte der derzeit geringfügig beschäftigte Angeklagte noch im vergangenen Dezember, besonders aber am 28. jenes Monats.
Schon vier Tage vorher war er in der Republik Tschechien gewesen, sich dort mit derlei Drogen einzudecken. Das brachte ihm eine Untersuchungshaft und jede Menge Fragen ein. Eine davon war eine Erkundigung danach, ob man wohl noch mehr bei ihm fände. "Geht in mein Zimmer", so die Antwort des Befragten. Das tat die Polizei auch und fand am 28. Dezember zwei eigens aufbewahrte Ecstasy-Tabletten, sowie eine Feinwaage und Druckverschlusstüten. Am Ende der Untersuchung, so eine sich im Zeugenstand erinnernde Polizeibeamtin, habe man noch den "Diensthund durch das Zimmer gehen lassen", doch ohne weiteren Fund.
Auf die richterliche Frage nach dem Woher und Weshalb dieser Pillen, antwortete der junge Mann, dass er wohl schon seit September oder Oktober 2016 im Besitz dieser Tabletten stehe und dass sie seitdem bei ihm daheim gelegen hätten.


Nicht mehr abhängig

Bis zu dieser Stelle klangen seine Ausführungen unspektakulär. Dann aber gestand er ein: "Ich war eine Zeit lang crystalabhängig." Damit habe es ein Ende und dieses hätte er sich ganz ohne fremde Hilfe verschafft. "Ich hab' mich zwei Wochen lang daheim eingesperrt und versucht, anderen Leuten nicht auf den Sack zu gehen."
Das nötigte Staatsanwältin Winkler "Respekt vor diesem eigenen kalten Entzug" ab, der womöglich wirklich ohne ärztliche Aufsicht stattgefunden habe. Zudem lobte sie die "kooperative Einstellung" und dass es sich bei dem Aufgefundenen um eine noch geringe Menge handelte. Wenngleich auch von einer "harten und gefährlichen Droge", die synthetisch ist und "schnell abhängig" macht, so Winkler mahnend. Dass sie sich bei ihrer Forderung nach einer sechsmonatigen Haftstrafe noch für eine Bewährung aussprach, hatte damit zu tun, dass die Eintragungen im Bundeszentralregister, die den Lichtenfelser als jemanden ausweisen, der sich einer Sachbeschädigung, einer Körperverletzung oder eines Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamten schuldig gemacht hatte, schon länger zurückliegen. Am Ende sprach Hoffmann einen Schuldspruch aus, der keine Haft vorsah, sondern eine empfindliche Geldstrafe: 900 Euro.

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