Lydia Trütschel ist zufrieden: "Niemand darf wegen seiner Behinderung vom öffentlichen Leben ausgeschlossen werden", weiß die Behindertenbeauftragte der Gemeinde. Bisher war es für gehbehinderte Menschen oder auch für Personen, die auf einen Rollator oder Krücken als Gehhilfen angewiesen waren, äußerst schwierig, bei Festen und Veranstaltungen einen offiziellen Toilettenwagen mit Stufen zu benutzen.

Jetzt hat die Marktgemeinde Ebensfeld reagiert und - als erste im Landkreis übrigens - einen behindertengerechten Toilettenanhänger angeschafft. In dem großen Raum, der ebenerdig über eine minimale Rampe zu erreichen ist, befinden sich ausreichend Haltegriffe, eine behindertengerechte Toilette, Waschbecken, Licht, Spiegel und sogar eine klappbare Wickelauflage für Babys.
Bei den Kosten in Höhe von 6900 Euro beteiligte sich das Landratsamt mit einem Zuschuss von über 1000 Euro, so Bürgermeister Bernhard Storath bei der Vorstellung. Der Toilettenwagen wird auch landkreisweit günstig vermietet: "Anruf bei der Gemeinde genügt, den dazu passenden Anhänger gibt es gleich mit dazu", so Storath. Das erste Mal wird dieser Anhänger beim Ebensfelder Lindenfest am 4. August zum Einsatz kommen.

Auch das ist neu: im Rahmen des Bayernnetzes für Radler gibt es bekanntlich einen "Main- Rad-Fern-Wanderweg" von der Quelle bis zu Mündung des Mains. Auf der Strecke von Ebensfeld nach Niederau ist jetzt im Schatten von Robinien (auch als Scheinakazien bekannt) ein neues Häuschen errichtet worden.

Toni Reinhardt, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutzes, hob nicht nur die Bedeutung dieser Unterstellmöglichkeit für Radfahrer während eines Regenschauers hervor. "Die Attraktivität einer Gemeinde steigt, wenn der sanfte Tourismus mit solchen Aktionen verbessert wird."

Nach einer Skizze des Arbeitskreises "Mobilität und Verkehr" wurde die Betonbodenplatte - das Gebiet ist gelegentlich von Überschwemmung betroffen - im Mai 2012 vom Bauhof erstellt, danach folgte das Aufsetzen des Häuschens von der Zimmerei Keller aus Dörnwasserlos von Mai bis Juni. "Die Materialkosten in Höhe von 6000 Euro hat unsere Gemeinde übernommen", so Storath, "die gesamte Arbeitsleitung war eine Spende der Zimmerei Keller".

Gemeinsam mit Toni Reinhardt brachte der Bürgermeister noch ein "Eingangs-Schild" an: "Rastplatz Veitsbergblick" heißt es da - und wer sich umsieht, kann nicht nur den Veitsberg entdecken, sondern auch die wunderbare Umgebung am Main genießen. Auf Tische ist bewusst verzichtet worden, die Radler sollen ja samt ihrem Rad Unterschlupf finden - eine gemütliche Holzrundbank steht indessen. Jetzt werden in Kürze noch ausreichend Kartenmaterial und Wegweiser in der Hütte angebracht.