Nein, wie der Turmbau zu Babel soll der Anbau einer Kindertagesstätte an den Kindergarten St. Michael für die Gemeindekasse von Ebensfeld nicht enden. Die geplanten Kosten liegen bei rund 950 000 Euro. Aus einem staatlichen Förderprogramm erhält Ebensfeld einen Zuschuss in Höhe von rund 600 000 Euro für den Bau. Die Katholische Kirchenstiftung Ebensfeld gibt 50 000 Euro dazu, und das Erzbischöfliche Ordinariat wird rund 87 500 Euro beitragen. Der Markt Ebensfeld muss 212 500 Euro übernehmen.

"Beim Bau des Kindergartens in Kleukheim haben wir auch mit 900 000 Euro geplant", sagte Heinrich Kunzelmann (FW). Zum Schluss sei die Gemeinde aber bei 1,3 Millionen Euro gelandet. Genau das wolle er, dass nicht noch einmal passiert. Daher plädierte Kunzelmann für eine Kostendeckelung des Gemeindebeitrags, "damit wir mehr Planungssicherheit haben".

"Wer soll das denn bezahlen"


Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) entgegnete ihm, dass der Markt Ebensfeld letztlich lediglich 50 000 Euro der Mehrkosten habe übernehmen müssen. Außerdem sehe er keine Chance für eine Kostendeckelung: "Wer soll das denn dann bezahlen?", fragte Storath in die Runde. "Wir können keine Kostendeckelung machen, da pfeift uns die Kirchenstiftung was." Jeder im Marktgemeinderat müsse sich der Tatsache bewusst sein, "dass wir ab 2013 verklagt werden können, wenn wir nicht genügend Krippenplätze haben". Hauke Petersen (CSU), Zweiter Bürgermeister, sprang Storath zur Seite: "Wir haben die Verantwortung für die Plätze zu sorgen und müssen froh sein, dass sich die Kirche überhaupt finanziell engagiert."

Die Kostendeckelung lehnte der Gemeinderat mit 12 zu 7 Stimmen ab. Dennoch versicherte Storath den Gemeinderäten, dass sich alle, inklusive der Architektin, bemühen, dass die Gemeinde nicht mehr als die veranschlagten 212 500 Euro bezahlen muss. "Die Architektin weiß, dass wir mit einer Kostenmehrung nicht einverstanden sind", sagte Storath. Damit sprach er Dietmar Mayer (FW) aus der Seele. Er ist der Meinung, dass die Kita ein Zweckbau wird. "Schließlich wollen wir keinen Schönheitspreis gewinnen."

Einstimmig beschloss der Rat, darauf hinzuwirken, im Vertrag der Architektin eine Regelung festzuschreiben, die ihr Honorar sinken lässt, sollten die Baukosten höher als geplant ausfallen. Ebenfalls einstimmig wurde beschlossen, einen Bedarf von 27 zusätzlichen Krippenplätzen anzumelden und die Kosten für den laufenden Betrieb der Kita zu tragen. Eveline Zeis (SPD) monierte, dass der Außenbereich durch den Neubau sehr klein werde. Bernhard Storath leugnete das nicht, versicherte aber, dass die verbleibende Fläche ausreichend groß sei.

Probleme mit Draisdorf-Süd


Neben der Finanzierung der Kita haben die Marktgemeinderäte darüber abgestimmt, wie Ebensfeld zu den im Regionalplan Oberfranken-West vorgeschlagenen Vorrangflächen für Windräder steht. "Es geht heute aber nicht darum, ob wir im Markt Ebensfeld Windkraftanlagen zulassen oder nicht", sagte Bürgermeister Bernhard Storath. Das habe letztlich die Regierung Oberfranken zu entscheiden.

Dennoch war die Meinung der Gemeinde Ebensfeld gefragt. Vier Vorranggebiete sieht der Plan vor. Mit Kaltenbrunn-Süd, Messenfeld-West und Oberoberndorf-Nord hatte der Gemeinderat mehrheitlich keine Probleme. Die sieht Bernhard Storath aber bei der Vorrangfläche Draisdorf Süd. Storath bemängelte vor allem die "Sichtbeziehung zwischen Veitsberg, Staffelberg und Kloster Banz". Der Gemeinderat stimmte mit 13:6 Stimmen darüber ab, Draisdorf-Süd in dieser Form zu akzeptieren. Storath stellte aber fest, dass er die Fläche nicht komplett ablehne.

Die Regelung, dass Windräder laut dem Regionalplan Oberfranken-West nicht näher als 1000 Meter an Städten, dafür aber in 700 Metern Entfernung bei Dörfern gebaut werden dürfen, konnte Storath nicht nachvollziehen. "Das ist Quatsch, hier muss eine Gleichbehandlung her."