Weismain

Dreiseitel kandidiert erneut

Die SPD schickt zur Bürgermeisterwahl in Weismain zum dritten Mal den Stadt- und Kreisrat Dreiseitel ins Rennen.
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Mit einem Hufeisen als Glücksbringer gratulierte Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (links) Michael Dreiseitel zur erneuten Bürgermeisterkandidatur. Mit auf dem Bild ist Kerstin Dreiseitel. Foto: Stefan Lutter
Mit einem Hufeisen als Glücksbringer gratulierte Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld (links) Michael Dreiseitel zur erneuten Bürgermeisterkandidatur. Mit auf dem Bild ist Kerstin Dreiseitel. Foto: Stefan Lutter
Zum dritten Mal nach 2002 und 2008 heißt der SPD-Bürgermeisterkandidat Michael Dreiseitel. Während der Aufstellungskonferenz am Samstag im Hotel "Alte Post" nominierte der Ortsverein den 43-Jährigen einstimmig als Bewerber für das Amt des Rathauschefs. In seiner Vorstellung unterstrich der Stadt- und Kreisrat seine politische Erfahrung, empfahl sich als ehrliche Alternative und kündigte eine Abkehr vom "Kuschelwahlkampf" an.
"Seitdem ich in der Politik bin, stehe ich für Geradlinigkeit", erklärte Dreiseitel, der nur kurz auf einen Teil seiner Wahlziele - darunter Schuldenabbau, Einsatz für Kindergärten und Lehrschwimmbecken sowie ein Konzept für die Kastenhofzufahrt - einging. Stattdessen betonte er, die größte politische Erfahrung alle Weismainer Bürgermeisterbewerber einbringen zu können, da er seit 18 Jahren Stadt- und sein zwölf Jahren Kreisrat sei.


Ehrliche Politik

"Ehrliche und geradlinige Politik, bei der stets und ausschließlich das Wohl der Bürger im Mittelpunkt steht", wolle er auch in Zukunft anbieten, auch wenn diese Devise in der Vergangenheit nicht immer aufging: Als Beispiel nannte Dreiseitel das Thema Dorferneuerung, wo der Eindruck entstanden sei, dass er diese insgesamt ablehne. Dabei habe er sich lediglich geweigert, Maßnahmen zuzustimmen, bei denen den Bürger hinsichtlich der Kostenbelastung kein "reiner Wein eingeschenkt" worden sei.
Seine Lehren habe er aus der Wahl vor sechs Jahren gezogen, als er gemeinsam mit den Kandidaten Janine Brunecker und Udo Dauer vereinbart hatte, auf Anfeindungen im Wahlkampf zu verzichten, um im Anschluss Weismain als Bürgermeister beziehungsweise Stellvertreter als Trio nach vorne zu bringen. "Nach der Wahl wollte Dauer davon nichts mehr wissen, er verhalf Gabi Huber zum Amt der Zweiten Bürgermeisterin und schaffte den Dritten Bürgermeister ganz ab", monierte Dreiseitel.

Kein "Kuschelwahlkampf"

Deutlich wurden die Abkehr vom "Kuschelwahlkampf" bereits am Samstag, indem der SPD-Bewerber nicht mit Angriffen auf den Amtsinhaber sparte: "Udo Dauer verkauft positive Entscheidungen so, als ob sie das alleine Verdienst des Bürgermeisters wären. Und bei schmerzlichen Beschlüssen soll der Stadtrat entschieden haben." Dabei habe sich das gesamte Gremium für Grundschul- oder Straßensanierungen ausgesprochen. Im Übrigen seien die "Helfer vor Ort" eine SPD-Initiative gewesen, die Einrichtung eines Rund-um-die-Uhr-Notarztes in Burgkunstadt sei gar ihm, Dreiseitel, zu verdanken. In Bezug auf die Rettungswache sollte der Bürgermeister ehrlich sagen, welche Auswirkungen die Umsetzung des Gutachtens auf Weismain hat, forderte er. Dieses sehe auch die Streichung von Krankentransporten in Coburg und Kronach auf zwölf Stunden pro Woche vor, weshalb ein Zettlitzer Rettungswagen einspringen müsste und der in Weismain vornehmlich im gesamten Rettungsdienstbereich unterwegs sei, was kaum Verbesserungen für die Jurastadt bringe.
Daneben bedauerte Dreiseitel, dass seine wiederholte Kritik am Kanalbau von CSU und Bürgermeister als "alte Kamellen" abgetan würden. Die SPD habe bereits damals Kleinkläranlagen zur Prüfung vorgelegt, heute herrsche Gewissheit, dass die mit christsozialer Mehrheit durchgesetzte zentrale Lösung mit kilometerlangen Leitungen in die Stadtteile immense Folgekosten nach sich ziehe.
Dass er mit der ablehnenden Haltung hinsichtlich des Gebarens von Bürgermeister Udo Dauer nicht alleine da stehe, belegte er mit dem sich seiner Auffassung nach verschlechternden Klima im Stadtrat. Es sei bedenklich, wenn innerhalb weniger Monate gleich zwei CSU-Fraktionsvorsitzende ihr Amt niederlegen.

Stadtratsliste ohne Gegenstimme

Unter der Wahlleitung von Kreisvorstandsmitglied Otto Schuhmann kürten die Mitglieder Michael Dreiseitel einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten. Ebenso ohne Gegenstimmen erfolgte die Aufstellung der 16-köpfigen Stadtratsliste für die Kommunalwahl am 16. März. Als Ziel wurde ausgegeben, im künftigen Stadtrat mit fünf Mandatsträgern vertreten zu sein.
Mit einem Hufeisen als Glücksbringer gratulierte SPD-Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld Dreiseitel zur erneuten Nominierung. Biedefeld, früher selbst in Weismain wohnhaft, bescheinigte der Liste ihres "alten Ortsvereins" einen "guten Mix" aus Neulingen und Altgedienten. Vielfalt herrsche auch bei Kompetenzen und Sachverstand der Bewerber, freute sich die Abgeordnete, die auch einen kurzen Einblick in die Landespolitik gab. Sie kündigte an, mit der SPD im Landtag weiterhin für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen zu kämpfen: "Derzeit fließen lediglich 12,75 Prozent der Steuereinnahmen des Freistaats in die Kommunen. Damit ist Bayern Schlusslicht aller Bundesländer", bemängelte Biedefeld, dass sich die Staatsregierung "auf Kosten der Bürger gesund spart".





Für die SPD bewerben sich um einen Sitz im Weismainer Stadtrat: 1. Michael Dreiseitel (Weismain), 2. Georg Schütz (Weismain), 3. Matthias Hatzold (Weismain), 4. Jakob Rehe (Weismain), 5. Ronny Reichenbach (Weismain), 6. Johannes Bravo (Weismain), 7. Mike Jakobi (Weismain), 8. Cornelia Spörlein (Kleinziegenfeld), 9. Rico Prohl (Weismain), 10. Gabriele Filusch (Weismain), 11. Christian Rinderlin (Weismain), 12. Waltraud Domeyer (Weismain), 13. Dieter Teuber (Weismain), 14. Pankraz Kunzelmann (Kleinziegenfeld), 15. Georg Dietz (Weismain), 16. Kurt Schober (Neudorf).

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