Bad Staffelstein
Umgestaltung

Jahresrückblick: Die prägenden Bauten einer Kurstadt

In der Stadt wurde 2016 viel gebaut: Der neugestalteten Bahnhofstraße, die Obermain-Therme wird modernisiert, die Lärmschutzwall an der A73 entsteht.
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Die Platzaufweitung vor dem Hofmann-Stift (Bildmitte) und dem Friseur-Salon Boese stand 2017 im Mittelpunkt bei der Umgestaltung der Staffelsteiner Bahnhofstraße. Ende September wurde der fertiggestellte dritte Bauabschnitt mit einem Straßenfest eingeweiht. Foto: Matthias Einwag
Die Platzaufweitung vor dem Hofmann-Stift (Bildmitte) und dem Friseur-Salon Boese stand 2017 im Mittelpunkt bei der Umgestaltung der Staffelsteiner Bahnhofstraße. Ende September wurde der fertiggestellte dritte Bauabschnitt mit einem Straßenfest eingeweiht. Foto: Matthias Einwag
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"Von der Blechwanne zum zehnmillionsten Badegast" titelte diese Zeitung zum Jahreswechsel vor 17 Jahren. 2016 konnte in der Obermain-Therme der 23-millionste Gast begrüßt werden. 1999 war die Enttäuschung über die immer noch hinausgezögerte "Bad"-Anerkennung groß. Damals herrschte Aufbruchstimmung und die Hoffnung, den Titel im neuen Millennium zu erhalten. So kam es auch: am 15. November 2001 bekam die Kurstadt den Bad-Titel verliehen - ein Ereignis, das nun bereits 15 Jahre zurückliegt und kürzlich mit einem Festakt in der Adam-Riese-Halle gefeiert wurde.

Doch was hat sich in der Kurstadt geändert? Die Obermain-Therme besteht nun seit 30 Jahren. Ihr Vorläufer, die erwähnte Blechwanne, war das Provisorium der 1970er-Jahre und ist buchstäblich aus einem anderen Jahrhundert. Ein Selbstläufer ist die Therme gleichwohl nicht. Die Verantwortlichen des Zweckverbands Thermalsolbad, dem Staffelsteiner Stadt- und Lichtenfelser Kreisräte angehören, haben stets investiert, um der Zeit gerecht zu werden. Die Therme und ihr Saunaland wurden zum Wellness-Paradies entwickelt. Jüngste Modernisierungen waren die Umgestaltung der Badehalle II, das Vergrößern des Umkleidebereichs, der Bau weiterer 77 Parkplätze und die Anbindung der Therme ans benachbarte Kurhotel mit dem 84 Meter langen Bademantelgang.

"Stillstand bedeutet Rückschritt", pflegte Altlandrat Reinhard Leutner (CSU) gern zu sagen. Getreu diesem Leitgedanken investiert der Zweckverband weiter. Im November begannen Sanierungsarbeiten im Außenbereich und an den technischen Anlagen, die knapp fünf Millionen Euro kosten werden.

Doch kann die Altstadt der Therme das Wasser reichen? Hält sie bei dieser Entwicklung mit? Bezirksheimatpfleger Günter Dippold deckte in seiner Rede anlässlich der Feier zum 15. Jahrestag der Bad-Anerkennung einige Missstände auf - etwa die "seelenlosen Supermarktkisten", die den Ankommenden in der äußeren Lichtenfelser Straße begrüßen. "Was gebaut wird, prägt das Stadtbild auf Jahrhunderte", mahnte Günter Dippold. Deshalb sollten sich die Verantwortlichen genau überlegen, was sie zulassen.

Prägend im positiven Sinn ist auf jeden Fall die Umgestaltung der Bahnhofstraße, die nun seit zehn Jahren läuft. Großes Lob dafür zollte der Bezirksheimatpfleger. In diesem Jahr konnte der dritte Bauabschnitt - zwischen der Einmündung der Ringstraße und dem Abzweig der Goethestraße - vollendet werden. Mit einem Straßenfest feierten die Staffelsteiner das im September.

Doch es gibt noch viel zu tun in der Kurstadt, die einst Ackerbürgerstadt gewesen ist. Die leerstehenden Gaststätten rund ums Rathaus sind unübersehbar - und für eine Stadt, die vom Tourismus lebt, sehr schmerzlich. Wären nicht die 28 Dörfer im 100 Quadratkilometer großen Stadtgebiet mit ihrer Gastronomie und ihren Brauereien, dann sähe es düster aus.

"Mitgestalten bedeutet: nicht nur zuschauen, sondern tatkräftig anpacken", legt Günter Dippold den Staffelsteinern ans Herz. Und genau dazu sind die Bürger aufgefordert. Der Stadtrat hatte die "Fortschreibung der vorbereitenden Untersuchungen zur städtebaulichen Sanierung der Altstadt" sowie eines möglichen Sanierungsgebiets "Bahnhofstraße - Gründerzeitviertel" auf den Weg gebracht. Bei einer Informationsversammlung Ende November in der Adam-Riese-Halle verhallte die Bitte der Stadtverwaltung an die Bürger um Mitwirkung jedoch, denn nur sehr wenige beteiligten sich. Der vom Stadtrat beauftragte Planer hatte hier erste Ideen vorgestellt, wie die Innenstadt im kommenden Jahrzehnt entwickelt werden könnte. Im Zentrum steht das rund 3300 Quadratmeter große Areal der früheren Brauerei "Zum Schwarzen Bären", das die Stadt 2015 erworben hatte. Hier, im Stadtkern, könnte ein multifunktionales Gebäude entstehen, das für kulturelle Veranstaltungen aller Art nutzbar ist.

Prägend für die Kurstadt ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, das 2016 zunächst äußerlich renoviert und somit zu einem Schmuckstück gemacht wurde: Das Spitalhaus an der Lauter. Die drei Riemer-Brüder, die das marode Anwesen gekauft hatten, machten sich mit viel Engagement und Liebe zum Detail ans Werk. Sie sanierten das Haus großenteils in Eigenleistung. Im kommenden Jahr wollen sie hier einen Biergarten eröffnen, so dass der signifikante Leerstand der Gaststätten am Marktplatz ("Zum Schwarzen Bären", "Adam Riese", "Drei Kronen") teilweise kompensiert wird.

Und noch ein Bauwerk prägt die Kurstadt: Der bombastische Lärmschutzwall an der A 73 auf der Horsdorf zugewandten Seite. Das aus dem Abraum des ICE-Trassenbaus aufgeworfene Riesending dominiert die Aussicht vom Staffelberg ebenso stark wie die seelenlosen Supermarktkisten. Den Staffelsteinern, vom Volksmund "Pass-aufs" genannt, sei zu raten: Passt auf, was ihr baut! Es prägt für Jahrhunderte.
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