Weisbrem
Altes Handwerk

Die Sägmüller setzen auf Solarstrom

Früher lieferte das Wasser des Baches die Energie fürs Sägewerk in Weisbrem, heute leistet eine Photovoltaikanlage diesen Dienst.
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Johann (links) und Stefan Ellner mit einem Stapel Paletten, die sie in ihrem Sägewerk in Weisbrem hergestellt haben. Foto: Matthias Einwag
Johann (links) und Stefan Ellner mit einem Stapel Paletten, die sie in ihrem Sägewerk in Weisbrem hergestellt haben. Foto: Matthias Einwag
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Das Mühlrad gibt es noch. Doch es klappert nicht mehr am rauschenden Bach. Das Wasser, sagt Johann Ellner (67), sei in den vergangenen Jahren immer weniger geworden. Statt der Wasserkraft nutze er zusammen mit seinem Sohn Stefan (41) seit einiger Zeit Solarenergie für die Maschinen des Sägewerks.

Doch das sei nicht der einzige Wandel, der sich in den vergangenen Jahren vollzogen habe, sagt Johann Ellner, der seit seinem 14. Lebensjahr im Familienbetrieb tätig ist. Zunächst arbeitete das Sägewerk mit einem Holzrahmengatter, das nur ein Sägeblatt besaß. Nach und nach wurden modernere Maschinen angeschafft. Heute können bis zu 20 Sägeblätter zugleich in die Maschine eingesetzt werden und Stämme bis zu 70 Zentimeter Durchmesser zerteilen. Derzeit verarbeiten die Ellners Woche für Woche die Ladung von bis zu zwei Langholzfuhrwerken.

Bis in die 1970er-Jahre wurden in Weisbrem Holzplatten für die Spielwarenindustrie hergestellt, erzählt Johann Ellner. Puppenküchen wurden daraus gefertigt. Als Spanplatten aufkamen war damit Schluss. Die Ellners suchten sich eine andere Nische - sie produzierten dann Gestellware aus Buchenholz für die Möbelindustrie. Aus den Latten wurden Rahmen für Polsterbetten und -garnituren gemacht.

1992 entschloss sich Johann Ellner, ein neues Sägewerk zu bauen; die Mahlmühle war bereits 1976 aufgegeben worden. Das Geschäft mit den Buchengestellen klang in den 1990ern ab, so dass ein neuer Absatzmarkt gefunden werden musste: "Wir gingen auf Verpackungsholz über", sagt Johann Ellner. Und als allmählich auch der Bedarf an Bauholz abnahm, entschlossen sich die Ellners, Paletten zu fertigen. Keine Europaletten, sondern große Spezialpaletten. Die Latten und Kanthölzer verarbeiten sie selbst - rund 400 000 Nägel verbrauchen Johann und Stefan Ellner sowie ihr Angestellter und die Saisonarbeitskräfte dafür pro Jahr.

"Abfall gibt es bei uns nicht - alles wird verwertet", sagt Stefan Ellner. Alle Reste wandern in die Hackschnitzelheizanlage. Das Sägemehl werde an Bauern, Pferdebesitzer oder Federviehhalter als Streu abgegeben. "Wir fertigen Paletten von zwei bis zwölf Meter Länge in großen Mengen", fährt er fort. Das erforderliche Rundholz kaufe man bei den Waldbesitzervereinigungen und Staatsforsten. Zudem werde im Lohnschnitt vor allem Nadelholz zu Baumaterial verarbeitet - Verschalungsbretter, Platten, Bohlen und Kanthölzer werden daraus erzeugt.
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