LKR Lichtenfels

Die Jagd nach den großen Gewinnen

Vor 50 Jahren rollten die Kugeln zum ersten Mal live im Fernsehen. Seit 60 Jahren gibt es das Glücksspiel "6 aus 49". Zeit, ein paar Betreiber der Lotto-Annahmestellen im Landkreis Lichtenfels zu Wort kommen zu lassen. Was haben sie schon alles erlebt?
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Der Lotto-Zettel ist ein Klassiker: "6 aus 49" ist seit seinem Beginn vor 60 Jahren immer noch sehr beliebt. Foto: Caroline Seidel/dpa
Der Lotto-Zettel ist ein Klassiker: "6 aus 49" ist seit seinem Beginn vor 60 Jahren immer noch sehr beliebt. Foto: Caroline Seidel/dpa
Die Betreiber von Lotto-Annahmestellen kurz vor dem Wochenende ans Telefon zu bekommen ist gar nicht so einfach. Und wenn doch, ist es schwer sie zu verstehen: lautes Gerede und die Türglocke im Hintergrund machen es fast unmöglich. Zeit ist in den Annahmestellen im Landkreis kaum vorhanden. Das Geschäft brummt. Seit 60 Jahren locken Millionengewinne viele Leute in die Annahmestellen. 6 aus 49 ist die Devise. Und das heute noch.


Jubiläum der Live-Ziehung

Vor 50 Jahren, am 4. September 1965, rollten die Lottokugeln zum ersten Mal live im deutschen Fernsehen. Die Live-Ziehungen am Mittwoch und Samstag entwickelten sich für über eine Millionen Menschen zu einem Ritual. Im Juni 2013 das Ende: Die Ziehungen sind nur noch im Internet zu sehen. Doch das änderte nichts daran, dass Millionen von Menschen jede Woche dem großen Jackpot nachjagen.

Der Großvater von Bernd Böse war einer der ersten, der im Landkreis Lichtenfels eine Lotto-Annahmestelle eröffnete. Seit 1949 ist der Laden in der Bahnhofsstraße in Bad Staffelstein in Familienbesitz. "Wir haben viele Stammkunden und feste Tippgemeinschaften, die schon viele Jahre hier her kommen", sagt Böse. Seiner Meinung nach ist die Zahl der Lotto-Spieler im Landkreis auf einem gleich bleibendem Level. Bei Böse selbst gestaltet sich das Geschäft mit den Lotto-Scheinen seit einem halben Jahr jedoch etwas schwieriger: Eine große Baustelle direkt vor seinem Laden hält einige Leute ab zu ihm zu kommen. Dennoch sieht er das Lotto-Geschäft positiv.

Eine andere Lotto-Annahmestelle verzeichnet im Landkreis eher ein Plus an Spielern. Genannt werden möchten sie nicht. "Seit neun Jahren gibt es die Annahmestelle hier. Ein bisschen mehr ist das Geschäft schon geworden in den letzten Jahren."

Eine andere Betreiberin aus dem Landkreis Lichtenfels, die namentlich auch nicht genannt werden möchte, sieht das anders. "Ruhiger wird es schon", meint sie. Seit neun Jahren betreibt sie ihre Annahmestelle. Auch hier sind Stammkunden eine wichtige Einnahmequelle. "Wir haben viele ältere Leute, die für ihre Enkel spielen, da sie den Gewinn sowieso nicht mehr gebrauchen können", sagt sie. Diese kämen wöchentlich, um ihr Glück zu versuchen. Bei jüngeren Leuten hingegen seien die Sportwetten angesagter als "6 aus 49".


Gewinner sind oft nicht bekannt

Glückliche Gewinner gab es schon einige. Auskunft geben die Betreiber der Lotto-Annahmestellen darüber eher ungern. Leute, die dort ihre Tipps abgeben, könnten sich wiedererkennen und das Vertrauen in die Betreiber verlieren.

Bernd Böse und zwei weitere Betreiber erzählen zumindest ein bisschen über ihre Erlebnisse in der Annahmestelle. Meist handele es sich bei den Gewinnen um kleinere Beträge. Bis 2500 Euro wissen die Betreiber über die Summe Bescheid und dürfen diese direkt auszahlen.

Alles andere, die sogenannten Zentralgewinne, laufen über die Lotto-Bayern-Zentrale in München. "Zentralgewinne gab es bei mir auch schon einige. Nur wenn der Kunde nicht explizit zu mir kommt und sagt, ich hab den und den Betrag gewonnen, dann weiß ich auch von nichts", erklärt Böse. Und selbst wenn es Böse und die anderen Betreiber wüssten, würden sie nichts sagen: zum Schutz des Kunden. Aber das kann man wohl nachvollziehen. Wenn man selbst einmal gewinnen sollte, will man ja auch nicht, dass der ganze Landkreis davon weiß.

Allgemeine Zahlen und Fakten über das Lotto-Spielen:

Der Anfang Im 15. Jahrhundert beginnt die Geschichte des Lotto in Genua mit der Wahl der Ratsmitglieder. Die geheime Wahl entwickelte sich immer mehr zu einer Wettangelegenheit, bei der auf die einzelnen Mitglieder getippt wurde. Schließlich ersetzte man die Namen durch Zahlen und das erste Lotto "5 aus 90" war geboren.

Aktuelle Situation Im Jahr 2013 spielen in Deutschland über 40 Prozent der Menschen Lotto. 2011 waren es noch über die Hälfte.

Die Gewinne Den mit 45,4 Millionen Euro größten Jackpot in der deutschen Lottogeschichte teilten sich am 5. Dezember 2007 drei Spieler. Den mit 37, 7 Millionen Euro höchsten Einzelgewinn erzielte 2006 ein Spieler aus Nordrhein-Westfalen. Der zweithöchste Einzelgewinn (31,7 Millionen) ging 2009 nach Bayern.

Die Zahlen Am 10. April 1999 wurden die Zahlen 2, 3, 4, 5, 6 und 26 gezogen. Es gewannen 38 008 Spieler mit fünf richtigen Zahlen jeweils 194 Euro.

Die Gewinner Die höchste Anzahl der Gewinner für 6 Richtige waren 222 Gewinner am 23. Januar 1988 mit einem Gewinn von 84 803 DM (umgerechnet etwa 43 359 Euro) - alle Gewinner hatten die beiden Drillinge 24, 25, 26 und 30, 31, 32 getippt.
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