Oberleiterbach
Dorfwettbewerb

Der schönste Ort gewinnt

Die zwei Zapfendorfer Gemeindeteile Reuthlos und Oberleiterbach stellten sich der Bewertungskommission.
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Die Bewertungskommission beim Rundgang in Oberleiterbach mit einigen Schaulustigen  Foto: Sophia Benoit
Die Bewertungskommission beim Rundgang in Oberleiterbach mit einigen Schaulustigen Foto: Sophia Benoit
Kreis, Bezirk, Land und Bund: Vier Stufen müssen die teilnehmenden Orte beim Dorfwettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schöner werden" erklimmen auf dem Weg zum begehrten Titel Bundesgolddorf. Beim Kreisentscheid machten diesmal die Zapfendorfer Gemeindeteile Reuthlos und Oberleiterbach mit. Beide wurden jeweils einzeln von der Bewertungskommission besichtigt und mussten sich fünf Bewertungskriterien unterziehen.


Reuthlos: Dorf mit viel Potenzial

Trotz seiner nur 90 Einwohner ist Reuthlos sehr aktiv und nimmt auch nicht zum ersten Mal am Dorfwettbewerb teil. Dorfsprecher Reinhold Ebitsch war es sowohl in der Vergangenheit als auch heute wichtig, die Weiterentwicklung aufzuzeigen, die Anregungen der Bewertungskommission umzusetzen und das Dorf in seiner Vielfalt immer wieder zu verbessern.

Beim Rundgang Richtung Ortsausgang nach Kirchschletten kamen die unterirdischen Keller ins
Gespräch. Seitens der Kommission wurde nahegelegt, diese zurzeit unbenutzten Keller wieder zu benutzen, um zum Beispiel Kartoffeln oder Äpfel darin zu lagern - die Aussparungen in den Eingangstüren eignen sich im Winter außerdem hervorragend für Fledermäuse. Dies sei eine einfache Methode, um Artenschutz und Nutzung miteinander zu vereinbaren, sagte Silke Stahlmann von der Unteren Naturschutzbehörde.

Großen Zuspruch fand die Birnbaumreihe am Ortsausgang und der Obstbaumverstrich, bei dem die Bäume jährlich von Ebitsch versteigert werden. Die Birnbaumreihe sei etwas Besonderes und verzahne den Ort mit der Landschaft, so Silke Stahlmann. Beim weiteren Rundgang fielen immer wieder alte Fachwerkhäuser auf, die renoviert wurden, teilweise aber auch leer stehen und am Verfallen sind. Sie sind prägend für Reuthlos und sollten laut der Kommission unbedingt erhalten bleiben.

Der Endpunkt des Dorfrundgangs war, genau wie der Startpunkt, der Spielplatz in der Dorfmitte. Daneben befindet sich der alte Backofen von Reuthlos, der noch völlig intakt ist, und sogar alte Werkzeuge sind noch vorhanden. Geht es nach Ebitsch, so solle der Backofen wieder aktiviert und damit ein Gebäude aus alter Zeit wiederbelebt werden.

Reuthlos sei ein sehr zukunftsorientierter Ort, was durch den Zuzug junger Familien belegt werde, sagt Alexandra Klemisch, Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Bamberg. Es habe viele Potenziale, die gar nicht wahrgenommen werden würden, weil sie für selbstverständlich gehalten werden, wie zum Beispiel die unterirdischen Keller, die alten Häuser und auch die Vielzahl der Nutzbäume im Ort.


Familiäres Oberleiterbach

Bereits 1977 holte sich Oberleiterbach die Goldmedaille auf Bundesebene und will es heute erneut probieren. Gemeinderat Harald Hümmer führte die Bewertungskommission durch das Dorf und wurde dabei von zahlreichen der 274 Dorfbewohner begleitet. Es ist kein fertiges Dorf, wie Hümmer betonte, da man sich mitten in der zweiten Phase der Dorferneuerung befinde und die Planung der dritten Phase auch bereits in vollem Gang sei. Zudem haben die Renovierungsarbeiten in der Kirche begonnen, damit diese 2017 pünktlich zur 500-Jahr-Feier in neuem Glanz erstrahlen kann.

Oberleiterbach habe sich in den letzten Jahren zu einem modernen Dorf entwickelt. Durch den Bau des Gemeinschaftshauses 1997 wurde ein Ort geschaffen, der sich immer mehr zum Dorftreffpunkt entwickelte. 2013 wurde das neue Feuerwehrhaus und 2015 der Spielplatz neben dem Gemeinschaftshaus eingeweiht.

Großen Zuspruch von der Kommission erhielt das Dorf für den Bau einer Biogasanlage. Damit stelle es als erstes Bioenergiedorf im Landkreis Bamberg ein Vorbild dar. Reiner Zapf-Willmer, Vorstandsmitglied der Energiegenossenschaft in Oberleiterbach, präsentierte im Heizhaus die Funktion der Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energiequellen. Mit dem Nahwärmenetz wurde ein einzigartiges Zukunftsprojekt geschaffen, es steigere auch die Attraktivität des Dorfes, so Zapf-Willmer. Die Kommission bat darum, die Bioanlage durch Begrünung und Bepflanzung besser in die Landschaft einzubinden.

Vom Heizhaus aus ging es weiter über den Spielplatz durch das Anwesen Hümmer zu einer Wiese, von wo man die Flur gut betrachten konnte. Durch Obstbaumwiesen hinter dem Bachbereich und durch Ausstattung von Gärten innerorts mit Obstbäumen, soll die Flur ansehnlicher und die Grüngestaltung im Ort wieder wie in alten Zeiten zurückversetzt werden.

Vom oberen Dorf ging es zum Bereich des zweiten Bauabschnittes im unteren Dorf. Dort soll am Bach künftig die Statue des Brückenheiligen Nepomuk thronen und auch ein Trinkwasserbrunnen mit Sitzgruppe für Jakobswanderer ist geplant.

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